Unser Bedürfnis nach Identität unseres Unternehmens

Wir wollen unser Unternehmen noch morgen wieder erkennen können. – Und das, obwohl „nichts so beständig ist wie der Wandel“. Und das, obwohl gerade in der Unternehmenswelt „Stillstand der Tod ist“ (btw: ist das übrigens irgendwo anders anders?).

Worin also soll überhaupt unser Unternehmen „auch morgen noch sich selbst gleichen“?

Was ist dieses reichlich rätselhaft-esoterische Ding namens „Die Substanz unseres Unternehmens“?

Sind es die gleichbleibenden Eigner/Investoren?

Sind es die gleichbleibenden Geschäftsfelder?

Die gleichbleibenden Produkte?

Die gleichbleibenden Gebäude gar?

Die gleichbleibende Belegschaft?

Die gleichbleibende oder steigende Eigenkapitalquote?

Hm.

Man sieht: Irgendwie kommt man auf jedem dieser Wege zu Problemen, zu Antworten, bei denen zumindest ich mir unmittelbar denke: „Also das kann es irgendwie nicht sein…“

Muss man die philosophisch anmutende Frage nach der „Unternehmensidentität“ angesichts der on first sight Undefinierbarkeit also einfach aufgeben, weil sie unproduktiv ist, weil sie zu nichts führt?

Ich glaube: Nein.

Was mich bei und zu dieser Frage inspiriert, sind die Vorschläge von Marie Miyashiro, für die „Identität“ das erste und vielleicht wichtigste aller sogenannten „Unternehmensbedürfnisse“ ist:

Universelle Bedürfnisse, die wir als Menschen haben, sobald wir unsere Ressourcen, unsere Fähigkeiten, unsere Zeit, unser Geld, unsere Aufmerksamkeit einem Unternehmen zur Verfügung stellen und eine Beziehung, eine innere Bindung zu ihm eingehen wollen…

(Also etwas, wovon uns englischsprachige Menschen sonst dringend abraten; hier noch ein weiteres schönes Beispiel dafür…).

Wenn ich Marie nicht völlig falsch verstehe, versteht sie „Unternehmens-Identität“ ganz anders als in allen Vorschlägen, die ich oben aufgelistet habe. Sie versteht darunter so etwas wie:

  • Was uns wirklich wichtig ist, in der Art und Weise wie wir hier gemeinsam „Business machen“
  • Was uns so wichtig ist, dass wir sogar auf wirtschaftliche Vorteile verzichten würden, wenn wir dafür DAS weiterhin gemeinsam realisieren können.
  • Unsere inneren Gründe, aus denen wir uns heraus weigern, bestimmte Dinge zu tun, selbst dann, wenn Kunden sie nachfragen und rein zahlenorientierte Investoren uns bedrängen, sie zu tun.
  • Wie wir einfach hier „sind“. – Noch vor allen Maßnahmen, Aktivitäten und Entscheidungen. – Was wir aber permanent reaktualisieren durch unser WIE und WAS wir tun und entscheiden.

So gesehen ist leicht einzusehen, dass viele sogenannte „Unternehmen“ aktuell gar keine „Identität“ haben. – Sie haben nichts Innerliches, keine Substanz, aus der heraus sie handeln würden und auf ihre Kunden oder Investoren zugehen.

Solche Gebilde könnte man recht treffend mit folgendem Bild beschreiben, einem Bild, das auch der unvergleichliche Gebhard Borck in seinem „Affenmärchen“ verwendet:

Ziemlich heruntergekommene Business-Bordelle, von denen man so ziemlich alles bekommen kann, wenn man ihnen dafür Geld verspricht. – Alles außer Liebe natürlich; bei jenen sogenannten „Liebesdiensten“, die diese Art von Bordellen ihren Kunden anbieten. – Selbstverständlich machen alle „Mitarbeiter“, die sich in solchen Unternehmens-Etablissements anstellen lassen, dadurch selbst zu Prostituierten. Prostituierte, die für Geld eben genau all die Dinge tun, die gerade für Geld verlangt werden…

Dieses innerlich Abgehalfterte und Sich-permanent-selbst-Entwürdigende kann übrigens sehr gut einhergehen mit äußerem Glanz und Gloria: Mit weichen Kissen und prachtvollem Aufgetakeltsein. Aber darüber muss man ja eigentlich nicht groß reden. Den meisten Menschen ist das intuitiv oder aus eigenem Erleben klar…

Noch vor der Würde, die solchen sogenannten Unternehmen fehlt, fehlt ihnen überhaupt das „Wir“, die die oben aufgelisteten Konkretisierungen einer Unternehmensidentität überhaupt erst sinnvoll macht.

Allerdings beißt sich hier die Schlange in den Schwanz: Um ein „Wir“ im Unternehmen auszubilden, ist die kollektive und permanente operative Bezugnahme auf die eigene Identität selbst ein wichtiger Schritt. – Es handelt sich also mehr um eine „Gleichzeitigkeit“ als um eine „Methode“ oder eine „Ursache-Wirkungs-Geschichte“.

Wenn ein Wir da ist, gibt es auch eine Idenität. – Wenn eine Unternehmens-Idenität operativ eine tragende Rolle für unser Handeln und Entscheiden spielt, dann gibt es auch ein Wir im Unternehmen.

Erst dann machen Formulierungen in der Unternehmenskommunikation Sinn, die darauf abzielen, Dinge zu tun, „weil es für das Unternehmen gut ist“ (Die Filme „Augenhöhe“ und „Mein wunderbarer Arbeitsplatz“ sind voller Beispiele, wo solche Kommunikation ganz natürlich geschieht; wie man sehen kann, wenn man sich diese Filme mit der „Unternehmensidentitäts-Brille“ anschaut…).

Vorher sind solche Formulierungen nichts als leicht durchschaubare Schachzüge zur Absicherung und Verschleierung sehr individueller Interessen, um für sich eben einen größeren Vorteil herauszuschlagen aus dem Gesamtkuchen…

…und weil es das eben auch auch gibt, wird die Kommunikation über „Unternehmensidentität“ von Menschen, die in Bordellen arbeiten, sehr misstrauisch beäugt…

Sie können nicht glauben, dass es irgendwo da draußen Unternehmen gibt, in denen über das „Wir“ und „die eigenen Werte“ nicht deswegen gesprochen wird, um dahinter um so üblere Absichten und Praktiken zu verbergen, sondern weil „die das wirklich so meinen“ und weil da draußen einige Menschen wirklich gut mit sich, mit ihrem Unternehmen, miteinander und mit ihren Kunden und Investoren verbunden sind…

Es ist schlicht zu schmerzhaft anzunehmen, dass es da draußen „die Business-Liebe“ gibt, während man sich hier, wo man ist, täglich neu entschließt, sich zu prostituieren.

Diejenige Prostitution, die wir im Business all zu oft betreiben, wird dann als das spürbar, was wir am allerallerliebsten verdrängen:

Als freiwillige Prositution. – Wir spüren in jenem stechenden Schmerz über „gute Unternehmen da draußen“, dass wir diese Prostitution, unsere persönliche Business-Prostitution höchst freiwillig betreiben.

Und wir spüren dann sehr unmittelbar, dass wir uns immer wieder neu etwas vormachen, wenn wir uns sagen, dass wir uns in diese Selbst-Prostitution „aus Not“ oder „Notwendigkeit“ begeben…

Das schnelle Geld hat eben seinen Preis. – Und wenn wir diesen Preis wirklich bereit sind zu zahlen, dann haben wir auch gar kein Problem. Dann sind wir jene viel-mystifzierten „glücklichen Business-Prostituierten“. Wir werden reich und haben Spaß dabei. – Was für ein Leben!

Wenn wir uns aber innerlich verschmutzt fühlen und gar nicht so viel duschen können, wie wir müssten, um „dieses verfluchte Unternehmen“ von unserer Haut zu kriegen, dann ist es wahrscheinlich wohl eher Zeit für unseren ganz persönlichen Ausstieg aus unserer Selbst-Prostitution…


An den werten Leser, die werte Leserin, die sich durch die Zeilen dieses Artikels bis hierhin durchgekämpft hat:

Ich freue mich, wenn Sie mir den Gefallen tun wollen und im angeschlossenen Kommentarfeld von wordpress eine Rückmeldung machen, wie glücklich sie das Lesen dieses Artikels gerade eben jetzt macht, auf einer Skala von 1 (völlige Gleichgültigkeit, macht gar nichts mit mir) bis 10 (feels like an orgasm).

Genauso gern ohne wie mit Begründung. Begründungen können in die Richtung gehen: “Warum überhaupt mehr als 1?” Oder auch: “Warum unterhalb von 10 geblieben?”

Diese Ihre Bewertung dient meinem persönlichen Tracking der “wahren Wirkung” von ilwyc: Wenn Sie eine solche Bewertung abgeben, erfüllt mich das – wie auch immer sie ausfällt – mit Glück 🙂

Danke Ihnen dafür!

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Glücksmessung bei Kunden zur individuellen Selbststeuerung von Unternehmen

Unternehmen haben IMMER das Ziel möglichst viele Menschen möglichst glücklich zu machen. Das ist ihr „innerer“ Daseinszweck. Er ist von der „äußeren“ aktuellen Verfassung des Unternehmens unabhänig.

Menschen werden glücklicher, wenn ihre Bedürfnisse befriedigt werden. Sie werden weniger glücklich, wenn ihre Bedürfnisse über längere Zeit nicht befriedigt werden. „Bedürfnisse“ hier verstanden im tieferen, von Marshall Rosenberg geprägten Sinn: Universal-menschliche, „echte“ Bedürfnisse.

Vor diesem Hintergrund macht es viel Sinn, wenn Unternehmen das Glück, das sie ermöglichen, regelmäßig messen, um „sich mit sich selbst vergleichen“.

Das hat mehrere Vorteile: Es erübrigt den „Vergleich mit anderen (Unternehmen)“. Der relevante Vergleich ist immer man selbst, bzw. das eigene Wachstum. Genauer: Das Wachstum, Stagnieren oder der Rückgang des eigenen Beitrags zum „menschlichen Glück“.

Es gibt einem einen konreten Fokus. D.h. jedem Mitunternehmer, der daraufhin besser sich selbst steuern kann.

Es versachlicht die Kommunikation innerhalb von Unternehmen (also zwischen den Mitunternehmern) ganz erheblich. Bullshit-Kommunikation (in der es um anderes geht als um Bedürfnisse) hört von allein auf oder lässt sich mit dem Verweis darauf, dass es Bullshit-Kommunikation ist, leichter ad acta legen. – Es ist nämlich für alle leicht überprüfbar, ob gerade ein Bedürfnisbezug in der Kommunikation vorhanden ist oder eben nicht. Nahezu jeder Mensch kann das unmittelbar unterscheiden, wenn der Fokus darauf gelenkt wird. – Daher kann dadurch das Unternehmen auf diesem Wege sehr leicht „kommunikativ entschlacken“.

Das „Glücks-Wachstum“ hat allerdings Grenzen. – Unternehmen tun also gut daran, dass sie sich nicht dadurch in den Wahninn treiben, dass sie so etwas wie „unbegrenztes Glücks-Wachstum“ anstreben. Die Grenzen liegen in der Identität des Unternehmens, im gewählten lebensdienlichen Zweck des Unternehmens und in den anderen Bedürfnissen der Mitunternehmer („andere Bedürfnisse“ deswegen, weil „Identität“ und „Lebensdienlicher Zweck“ EBENFALLS lebendige Bedürfnisse der Mitunternehmer sind. Näheres dazu findet man bei Marie Miyashiro ausgeführt).

Dennoch macht es Sinn, „unternehmerisch“ zu bleiben und durch die besagten Messungen die Wahrnehmung aller Mitunternehmer auf Möglichkeiten zu fokussieren, wie man möglicherweise trotz der existierenden Grenzen „die Glückszahlen erhöhen“ 😉 könnte…

Im weiteren Sinn: „Die Glückszahlen aller am Unternehmen beteiligten Menschen“. Also sowohl der Kunden, wie auch der Mitunternehmer, der Investoren, der Dienstleister, sowie anderer menschlicher Stakeholder, die auf andere Weise „am Unternehmen beteiligt“ sind…

Diese ließen sich dann in einem solcherart erweiterten „Kunden = Mitunternehmer“-Begriff allesamt als „Kunden UND Mitunternehmer“ des jeweiligen Unternehmens verstehen.

Bestimmte Unterschiede, die bislang im Kontext von Unternehmertum sehr wichtig waren, werden dadurch unwichtiger. Einige andere Unterschiede, die bisher im Kontext von Unternehmen bisher oft nicht allzu wichtig genommen wurden, werden dadurch aufgewertet.

Ich schlage zum Zweck der unternehmerischen Glücks-Beitrags-Messung folgende einfache Skala vor:

1-10

1= Kein Beitrag zu meiner Befriedigung / zu meinem Glück – Lässt mich völlig kalt, was Du da machst / was Ihr da macht.

10= Feels like an orgasm

Die Zahlen werden schlicht und einfach addiert. – Sie geben aggregiert „den Beitrag des Unternehmens zum Menschheitsglück“.

Mehrere Rückmeldungen durch den gleichen Menschen sind jederzeit möglich. Jede Glücks-Rückmeldung „ist für die Ewigkeit“, wie ja auch jeder menschliche Moment „für die Ewigkeit ist“.

Es wird kein Unterschied gemacht zwischen „geringem Glück für viele“ und „großem Glück für wenige“ als Folge von dem, was wir unternehmerisch treiben…

Man kann jederzeit jeden (Kunden) fragen. Bzw.: Jemand, den man fragt und der antwortet, wird durch seine Antwort auf diese Frage automatisch zum „Kunden“ des Unternehmens (im Gegensatz zu bisher: erst dadurch dass er Geld zahlt).

Ziel des Unternehmens ist es

a) die Zahl von Jahr zu Jahr, Monat zu Monat, Tag für Tag, Stunde für Stunde zu erhöhen.

b) Ohne dabei wahnsinnig zu werden. D.h.: Unter Wahrung der eigenen Unternehmensidentität, der eigenen Unternehmensmission (keine „Gemischtwarenläden“, stattdessen: Klarheit, für welche menschlichen Bedürfnisse wir uns hier in DIESEM Unternehmen zuständig fühlen) und unter Wahrung der eigenen Bedürfnisse.

Ich beginne einfach mal hier ganz direkt damit:

Gehen wir mal davon aus, dass dieser Artikel hier in irgendeinem verquasten Sinne „ein Produkt“ darstellt:

Würden Sie mir den Gefallen tun und im angeschlossenen Kommentarfeld von wordpress eine Rückmeldung machen, wie glücklich sie das Lesen dieses Artikels gerade eben jetzt macht, auf einer Skala von 1 (völlige Gleichgültigkeit, macht gar nichts mit mir) bis 10 (feels like an orgasm)?

Sie würden mir eine Freude damit machen! 🙂

Sollte sich das, was an Feedback einläuft, zweckmäßig anfühlen, würde ich diese Bitte fortan an jeden der hier erscheinenden Artikel anschließen. – Auf diese Weise könnte ich „unternehmerisch messen“, wie sehr meine ilwyc-Artikel „zum menschlichen Glück“ beitragen. Oder eben nicht.

Um mich selbst damit nicht verrückt zu machen, operiere ich NICHT mit abstrakten Zielvorgaben („ich will aufaddiert im Monat März 2015 die und die Zahl unbedingt erreichen“).

Aber ich bekomme dadurch ein Feedback, mit dem ich weiter arbeiten kann, mit dem ich mich selbst viel, viel besser selbst steuern kann, meine Artikel in eine Richtung weiter zu entwickeln, in der sich wahrscheinlich mit der Zeit „ein größerer Nutzen (hier: meines Schreibens) für eine größere Zahl von Menschen“ ergibt…

Und das will am Ende JEDES Unternehmen: Anderen Menschen nach seinen Möglichkeiten maximal nutzen.

Unser natürlicher Einfluss in unseren Unternehmen

Wenn wir derart viel Einfluss auf unsere Mitmenschen haben, wie in den letzten Artikeln auf ilwyc angenommen – ermutigt durch das in therapeutischen Situationen Erlebbare -, was heißt DAS nun für uns als MITUNTERNEHMER unserer aktuellen Unternehmen?

Ich war und bin glücklicherweise von Menschen umgeben, die es mir persönlich vormachen, was das heißen kann: Menschen, die sich IN ihren Unternehmen immer wieder rausziehen. Und von dort aus einen eigenen Standpunkt, eine eigene Haltung gewinnen, von denen aus sie einen eigenen Einfluss haben…

Hört sich trivial an? – Ist es aber nicht!

Der Normalfall ist, dass das Unternehmen wie seine Mitunternehmer im Fluss der Aktivitäten untergehen, vor allem im Versuch, Erwartungen zu erfüllen.

Das Unternehmen wie seine Mitunternehmer sind gewissermaßen „würdelos“ unterwegs: Ohne eigenes Gewicht, verschwundene Wassertröpchen im „Strom der täglichen Ereignisse“.

Das genannte „Innehalten“, Sich-zurückgewinnen und von DORT aus handeln ist also ein ganz ENTSCHEIDENDER Unterschied zwischen Unternehmen und Mitunternehmern, die sich ihre Substanz wahren und aus ihr heraus handeln, und solchen Unternehmen, die keine Substanz zu haben scheinen und in denen die Mitarbeiter „von ihrer Substanz leben“, das Unternehmen ausbeuten und sich vom Unternehmen ausbeuten lassen.

Ein Blogartikel, auf den ich gestern gestoßen bin, verdeutlicht das sehr schön:

Vor allem der Satz: „Die tragende Idee ist wichtiger als die Produkte“ gefällt mir dabei besonders gut, weil er deutlich macht, dass die Substanz sich nicht in den aktuellen Aktivitäten des Unternehmens erschöpft.

Ich selber muss dabei natürlich zugleich auch an das von mir bevorzugte Konzept von Marie Miyashiro denken, das den gleichen Sachverhalt in die beiden Unternehmensbedürfnisse „Identität“ und „Lebensbejahender Zweck“ fasst.

Und auch der bei Miyashiro formulierte Weg, eine organisches Kontinuum zwischen Unternehmens-Zweck und operativen Aktivitäten zu schaffen, wird in dem Blogartikel in eine schöne Formel gefasst:

Die Konsistenz des Warum (die tragende Idee), das Wie (Prozesse) und das Was (die Produkte) müssen konsistent miteinander sein. Widersprüche werden von Kunden und Mitarbeitern sofort wahrgenommen und führen zur Entfremdung und zum Verlust der Loyalität.

Bei Miyashiro ist das bereits etwas „operativer“ ausgedrückt, indem konkrete Bedürfnisse in eine Reihenfolge gefasst sind, in denen man sich ihnen zuwenden könnte, falls das in der jeweils momentanen Situation „auch von innen heraus“ stimmig erscheint.

Das Konzept der „Unternehmensbedürfnisse“ ist auf den Punkt gebracht, ein Angebot, wie ein Unternehmen es schaffen kann, seine Würde zu erhalten oder wieder zu erlangen. Eine Würde die vom Alltagsgeschehen im Business permanent „bedroht“ ist, wenn sie keine regelmäßige Aufmerksamkeit im Unternehmen bekommt und wenn sie für die Mitunternehmer keine emotionale Bedeutung hat.

„Emotionale Bedeutung“ bedeutet hier zweierlei:

a) Eine für jeden einzelnen Mitunternehmer subjektiv-nachvollziebare Bedeutung – Was für uns Bedeutung hat, entscheidet sich nicht „im Unternehmen“, es entscheidet sich in uns, in jedem Einzelnen von uns. Wir geben Bedetung oder eben nicht. Das ist eine freie, souveräne Entscheidung jedes Einzelnen.

b) Eine Bedeutung, die eine natürliche Auswirkung auf sein Handeln hat, ohne zusätzliche Zwänge, Ängste, Belohnungen, Bedrohungen.

Wenn die Würde des Unternehmens für den einzelnen Mitunternehmer „emotionale Bedeutung“ hat, dann heißt das auch, dass er das Gefühl hat: „das ist AUCH mein Unternehmen“ und „ich möchte dazu beitragen, dass es dem Unternehmen gut geht“. – Selbst ohne individuelle Anreize (Belohnungen) oder individuelle Ängste (Bedrohungen durch Ressourcenentzug).

Mindestens genauso wichtig wie dass das Unternehmen als Ganzes sich nicht verliert, ist aber auch: Dass sich jeder einzelne Mitunternehmer nicht „im Unternehmen verliert“, ganz unabhängig davon, ob das Unternehmen vorwiegend zahlenorientiert (selbstverloren) oder bedürfnisorientiert (selbstbestätigend) unterwegs ist.

Alle „souveränen“ Mitarbeiter und Mitunternehmer, die ich bisher erleben durfte, pflegen Praktiken, die ihnen helfen, „sich nicht im Unternehmen zu verlieren“.

Denn auch in einem bedürfnisorientierten Unternehmen ist die „Substanz des Unternehmens“ NICHT mit der „Substanz des Mitunternehmers“ identisch!

Einer der größten und für mich gewichtigsten Unterschiede zwischen Bedürfnisorientierten und Zahlenorientierten Unternehmen besteht gerade darin, dass Bedürfnisorientierte Unternehmen ihre Mitunternehmer darin systematisch unterstützen, sich immer wieder ihrer Substanz versichern zu können. Zahlenorientierte Unternehmen tun das nicht, wenn sie es tun, tun sie es nicht systematisch, sondern eher zufällig; in den meisten Fällen jedoch machen es zahlenorientierte Unternehmen ihren Mitarbeitern schwer, „ihre Substanz nicht zu verlieren“ bzw. versuchen sie sogar offensiv auszubeuten.

Die Folge ist, dass „Burn out“ in vielen zahlenorientierten Unternehmen keine Frage des „Ob“ oder „Wer“ ist, sondern nur eine Frage des „Früher oder Später“.

Geht man nun mal von der „Verantwortung der Unternehmen“ weg (die sowieso nur in einem Zustand der Entfremdung NICHT unsere Verantwortung ist – Im natürlichen Verhältnis sind WIR unsere Unternehmen, folglich ist die „Verantwortung der Unternehmen“ identisch mit unserer Verantwortung), und lässt uns zurück an unser „Lebenssteuerrad“, dann wird die ganze Geschichte deutlich konkreter und trivialer, aber gerade nicht „einfacher“ für uns:

Wir machen in unseren Unternehmen gewaltige Unterschiede. Aber eben nur, „wenn wir bei uns sind“. Wir selbst tragen dafür sorge, „ob wir immer wieder bei uns sind“ – Oder eben nicht. Den größten Einfluss in ihren Unternehmen haben Menschen, die sich immer wieder ihrer Substanz vergewissern. – Und zwar auf „ganz natürlichem Wege“: Über den „hardwired“ Anteil der zwischenmenschlichen Interaktionen. – Solche Menschen befinden sich „in ihrer eigenen Würde“. – Das wird von ALLEN anderen Menschen ganz unweigerlich wahrgenommen (genauso wie ihr Fehlen übrigens).

Bisher verweigern wir die meiste Zeit unseren Mitunternehmern und unseren Unternehmen die Ehre, in den Genuß von uns selbst in unserer Würde zu kommen.

Die Frage ist für mich: Gibt es einen Grund für mich, so etwas Sinnloses weiter fortsetzen?

 

Eines von vielen möglichen Enden der Reproduktion der GOD-POSITION in Unternehmen…

„Die Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre sind einfach zu verstehen: Die Mitglieder einer Branche sind nicht alle exakt gleich, sondern unterscheiden sich geringfügig in ihrem Lebensdienlichen Zweck und ihrer Identität. Nicht alle Unternehmen überleben den Wettbewerb um die Befriedigung von menschlichen Bedürfnissen und regen zur Bildung von neuen Unternehmen an.

Die besten Chancen zu überleben haben solche Unternehmen, die durch ihre Kultur und Organisation besser als andere Unternehmen an die gerade vorhandenen menschlichen Bedürfnisse angepasst sind. Sie verkaufen dann mehr Produkte oder Dienstleistungen als andere und regen auch andere Unternehmen zu ähnlichen Organisationsformen und Unternehmenspraktiken an.

Auf diese Weise haben sich im Laufe langer Zeiträume zahlreiche Unternehmensarten und Rechtsformen aus zunächst einfachen Handwerksbetrieben, Fabriken, Start-Ups und Einzelunternehmen entwickelt. Alle Unternehmen sind also miteinander verwandt, sie sind Teil einer gewaltigen unternehmerischen Evolution.

Die Entstehung von Unternehmen ist die Folge von zahlreichen Zufällen. Die unternehmerische Evolution hat kein Ziel, sondern reagiert nur auf die jeweiligen menschlichen Bedürfnisse. Sie kann auch auch keine Unternehmen [aus dem Nichts] konstruieren, sondern muss die jeweils in den bisherigen Unternehmen und Rechtsformen angelegten Möglichkeiten nutzen.“

Aus diesem Buch, S. 5 zitiert. – Mit vereinzelten Änderungen… 😉

Was ist eigentlich ein „Unternehmen“?

Ein Unternehmen ist im Kern eine gezielte Zusammenführung verschiedener, vordem getrennter Ressourcen zu dem Zweck, ganz bestimmte menschliche Bedürfnisse dadurch besser zu erfüllen, als sie vordem erfüllt wurden. – Und sich dafür von den menschlichen „Trägern“ jener Bedürfnisse bezahlen zu lassen.

Ein Unternehmen aus mehreren Mitunternehmern kommt nur dann zustande, wenn Klarheit und Einigkeit gepflegt werden sowohl über die Bedürfnisse, denen das gemeinsame Unternehmen dient (life affirming purpose of a company), als auch über die spezifische Art und Weise wie man in DIESEM Unternehmen die Erfüllung DIESER Bedürfnisse angehen möchte – und wie auf keinen Fall (identity).

Nimmt man dieses Verständnis von Unternehmertum ernst (und wischt die rein formalistische Definition von Unternehmertum über Rechtsformen beiseite, die nichts über die vorhandene „unternehmerische Substanz“ auszusagen vermag, weder über ihr Vorhandensein noch über ihr Fehlen), dann fällt auf, dass nicht nur viele Konzerne und Mittelständler im strengen philosophischen Sinn eigentlich gar keine „Unternehmen“ sind, sondern dass auch viele Solounternehmer gar kein Unternehmen betreiben bzw. eben nur rein formell.

Was vielen Solounternehmern fehlt, was ihnen vielleicht zum gegebenen Zeipunkt gerade noch fehlt, ist eben jene Klarheit darüber, welchen Bedürfnissen sie eigentlich dienen wollen mit ihrem Unternehmen + auf welche Art und Weise und auf welche Arten und Weisen sie diesen Bedürfnissen auf keinen Fall dienen wollen.

Stattdessen werden wild und ungesteuert Aufträge angenommen oder sogar aktiv akquiriert, die mal jenen, mal diesen Bedürfnissen dienen. – So dass im Ergebnis viele Solounternehmen im Grunde ähnliche Gemischtwarenläden sind wie so mancher „Misch-Konzern“. – Ohne inneren Kern, ohne inneren Zweck, ohne inneres Ziel, Treibgut auf den sich gerade bietenden Wellen des großen Business-Meeres…

Nun möchte ich keineswegs so lebensfremd und lebensfeindlich daherschreiben, dass ich irgendwem einreden möchte, er müsse zu jedem Zeitpunkt seiner unternehmerischen Aktivitäten absolute Klarheit darüber haben, what the hell er da eigentlich gerade tut. – Vielmehr habe ich es, gerade in meinen Zeiten als Gründerberater, als überaus sinnvoll erlebt, „einfach mal zu machen“. – Und eben NICHT allzu viel nachzudenken, NICHT allzu sicherheits-orientiert und konzept-fixiert zu agieren. Sich NICHT durch einen großkopferten Business Plan zu geißeln. – „Lean start-up“ nennt man das wohl mittlerweile…

Denn im Tun, im Machen KANN sich oft erst jene Klarheit ergeben – aus konkreten Erfahrungen mit konkreten Kunden und konkreten Problemen und konkreten Erfolgen…

Die Tragik vieler Nicht-Unternehmen ist allerdings: Dass sie die gemachten Erfahrungen eben NICHT dazu nutzen, zu einem echten Unternehmen zu werden (im oben definierten Sinn). Sie BLEIBEN auch nach Jahren immer noch solches Treibgut, oft trotz Wachstums und oft trotz Einstellung von „Mitarbeitern“.

Mit-Unternehmer sind nämlich nur möglich, wenn es sich um ein echtes Unternehmen handelt. – Unternehmerische Gesellschaften, die es versäumen, in das interne, intensive, oft schmerzhafte und ergebnis-offene Gespräch darüber einzusteigen, was wir hier eigentlich gemeinsam erreichen wollen, können nur „Mitarbeiter“ generieren, niemals Mitunternehmer.

Und es gibt gute Gründe, NICHT in solch ein internes Gespräch einzusteigen: Angst vor Verlusten von „wertvollen Mitarbeitern“ dürften hier eine wichtige Rolle spielen, neben Angst vor Kontrollverlust und Angst vor Konflikten und Auseinandersetzungen generell. Auch Angst davor, den laufenden Betrieb zu stören und das unter zahlreichen Opfern und Mühen bereits Erreichte nun „ohne Not“ durch die offene Beschäftigung mit „Grundsatzfragen“ zu gefährden…

Und diese Angst WÄCHST mit dem rein zahlenmäßigen Erfolg! – Gerade solcher „Erfolg“ lindert solche Ängste nicht, sondern verschärft sie. Denn nun scheint es „mehr zu verlieren“ zu geben.

Daher ist meine momentane Einschätzung: Bei allem „einfach mal machen und dadurch herausfinden, was man eigentlich will“, sollte die Auseinandersetzung mit der Sinnfrage des eigenen Unternehmens und der Frage nach der Identität des eigenen Unternehmens nicht ZU SPÄT erfolgen. D.h.: Nicht erst dann, wenn man schon auf einem Riesenumsatz und Riesenerträgen sitzt.

Formelles Unternehmertum, das rein zahlenmäßig „erfolgreich“ ist, hat zumindest das Potential, echtes Unternehmertum, echten unternehmerischen Erfolg zu blockieren.

Und wenn man nun fragt, was denn Mysteriöses mit „echtem Unternehmertum“ gemeint sein soll, dann lautet meine Antwort:

Ganz einfach: Ein Unternehmen, dass Sie auch INNERLICH erfüllt und befriedigt, durch dass sie sich unmittelbar belebt und nicht belastet fühlen.

Dieses Kriterium zu nutzen hat allerdings eine Voraussetzung:

Sie müssen überhaupt einen Zugang zu Ihrem Innenleben und Ihren Gefühlen haben. – Und diese Voraussetzung ist weitaus weniger selbstverständlich als man meinen könnte. In der Regel ist es für viele, die mitten „im Berufsleben“ stehen, echte Arbeit, wieder einen Zugang dazu zu öffnen, was sie eigentlich wollen.

Ich weiß hier, wovon ich spreche: Ich kämpfe selbst immer wieder neu um diese Öffnung. Und ich unterstütze beinahe täglich andere Menschen aller Branchen, aller Professionen und aller Altersstufen dabei, diesen Innenzugang wieder zu pflegen.

Dieser Innenzugang der Mitunternehmer – das aktive Wahrnehmen eigener Gefühle und Bedürfnisse – ist DIE zentrale Voraussetzung für lebendiges Unternehmertum. Für ein Unternehmertum, das seinen Namen auch verdient hat. Für Unternehmen, die wirklich dauerhaft echten Kundenbedürfnissen dienen können. Für Unternehmen, die echte menschliche Bedürfnisse zur Grundlage haben: Bedürfnisse von Menschen, die mit ihren Bedürfnissen innerlich verbunden sind.

Denn momentan haben wir „im Business“ Zombies: von ihren eigenen Bedürfnissen dissoziierte Menschen auf allen Seiten der unternehmersichen Zahlungsvereinbarungen: Bei den Kunden genauso wie bei den Mitunternehmern. Bei den Investoren genauso wie bei den Dienstleistern und Zulieferern des Unternehmens.

Das Gute daran ist: Es ist im Grund gleichgültig, wo man beginnt, sich um mehr innere Klarheit und Verbundenheit zu bemühen. – Die Auswirkungen werden überall spürbar und greifbar.

Egal wer es schafft, mit sich selbst verbundener zu agieren, und in dieser größeren Verbundenheit mit sich selbst mit anderen Menschen und Personengruppen Verträge einzugehen: Er leistet dadurch nebenher ganz unvermeidlich einen substantiellen Beitrag zur Steigerung des Unternehmertums auf diesem schönen Planeten.

Was eine Geteilte Mission / ein Geklärter Zweck des Unternehmens leistet (und was nicht)

1.) Was eine „Geteilte Mission“ ist

Mit unserer Geteilten Mission bestimmen wir, „wozu das Unternehmen eigentlich da ist“. – Sie ist ein Fokus für das gesamte Unternehmen, auf den wir uns gemeinsam festlegen, für WELCHE Kundenbedürfnisse wir uns hier gemeinsam zuständig fühlen; – und die Erfüllung welcher menschlichen Bedürfnisse wir gerne anderen Unternehmen überlassen oder Privatpersonen oder dem Staat. Sie hat also v.a. auch einen ausschließenden und eben dadurch einen fokussierenden Zweck.

DIE GETEILTE MISSION ist nicht zu verwechseln mit der IDENTITÄT unseres Unternehmens. – Diese Unterscheidung ist (zumindest für mich) nicht ganz leicht im Blick zu behalten. Am leichtesten und prägnantesten trifft man sie vielleicht folgendermaßen:

Es sind mehrere Unternehmen denkbar, die den exakt gleichen „lebenserhaltenden Zweck“ verfolgen und zum Grund ihres Daseins nehmen. – Diese Unternehmen haben, zumindest potentiell, „den gleichen Markt“, „die gleichen Zielkunden“. – Aber die Art der Herangehensweise, „was uns ausmacht“, WIE wir diese Bedürfnisse befriedigen wollen, das unterscheidet unser Unternehmen von anderen Unternehmen. – Das hat auch viel zu tun mit der Herkunft unseres Unternehmens, aber auch mit den spezifischen Mitunternehmern, die wir an Bord haben bzw. die wir uns an Bord holen (und welche eben gerade nicht, weil sie „nicht zu uns passen“…).

Die geteilte Mission eines Unternehmens bestimmt sich auch nicht durch ein ganz bestimmtes, abschließbares, konkretes Ziel. – Sind wir etwa eine Truppe, die Häuser baut, so ist unsere Mission nicht „dieses Haus sauber zu Ende zu bringen“. – Die geteilte Mission bestimmt sich mehr durch eine echte, innere Verbundenheit mit bestimmten Kundenbedürfnissen. Im Fall eines Bauunternehmens könnte das sein: „Menschen ein zu echtes Hause geben, in dem sie sich wohlfühlen“ oder „neue Formen des Wohnens erschließen“ oder „auch solchen Menschen ein gesundes Wohnen ermöglichen, die unterdurchschnittliche Einkommen haben“ oder oder oder. – Das heißt: Innerhalb der gleichen Branche sind vollkommen verschiedene Missionen denkbar und daher bestehen auch innerhalb der gleichen Branche „mehrere Märkte nebeneinander“.

Durch unseren gemeinsamen Fokus auf unsere gemeinsame Mission schaffen wir Raum für Möglichkeiten und Anstrengungen, diese Mission immer neu und immer anders zu erfüllen. Die Mission ist wie ein Jungbrunnen und Vitalitätszentrum für unser Unternehmen. – Gerade durch unsere (selbstgewählte!) Beschränkung auf bestimmte Kunden-Bedürfnisse setzen wir unsere Kreativität als Mitunternehmer frei. Das heißt: Unsere Mission ist keine Einschränkung sondern eine Quelle der Kraft und der Innovation.

Empfinden oder erleben wir das anders, dann befinden wir uns mit absoluter Sicherheit in einem Unternehmen, das nicht das Unsere ist. – Entweder in einem Unternehmen, das gar keine Mission hat oder in einem Unternehmen, das eine Mission verfolgt, in der wir uns nicht wieder finden können.

2.) Was eine geteilte Mission leistet

– Sie ermöglicht JEDEM Mitunternehmer zu JEDEM Zeitpunkt, für sich selbständig zu überprüfen, ob er mit dem, was er da gerade tut, wirklich unserem gemeinsamen Unternehmen dient oder nicht. – Es reduziert also den Bedarf an „Rückfragen“ und „Koordination“ bzw. (altmodisch ausgedrückt) „Führung“.

– Sie ermöglicht echte Kreativität. Auf Dauer. Und zwar weil sie Regeln und Führung überflüssig macht, die Kreativität trotz bestem gegenläufigen Willen zwangsläufig ersticken und verhindern.

– Sie ermöglicht „Bewerbern“ (potentiellen zukünftigen Mitunternehmern), für sich zu überprüfen, ob sie wirklich gerne für unser Unternehmen und mit uns arbeiten wollen – Oder ob sie sich vielmehr zu anderen Unternehmen hingezogen fühlen, weil sie andere Missionen vielmehr bewegen. – Sie ist also ein vorausschauender Invest in Klarheit.

– Sie gibt den Mitunternehmern ein „WIR“ (neben der aktiv gepflegten, ständig re-aktualisierten Identität, also Prozessen der Selbstverständigung über „was uns ausmacht“). – Damit nimmt sie manche Konflikte in Unternehmen aus dem Spiel: Die Konkurrenz nimmt ab, genauso wie andere Egoismen, die wir dann leichter zugunsten des gemeinsamen Ziels zurückstellen können. „Die persönliche Opferbereitschaft“ nimmt zu, und zwar weil die gleichen Aktivitäten von einzelnen Mitunternehmern subjektiv gar nicht „als Opfer“ erlebt werden, sondern als Aktivitäten zur Verwirklichung ihrer eigenen Ziele, ihrer eigenen, individuellen Mission.

– Sie gibt den Mitunternehmern „Treibstoff“: Nichts ist so motivierend für uns, wie einen offensichtlichen Sinn unseres Handelns vor Augen zu haben (Genauso wie nichts so demotivierend ist wie die offensichtliche Sinnlosigkeit eigener Anstrengungen). – „Sinn“ hat aber immer einen Beziehungsaspekt, immer einen Bezug zum Wohlergehen anderer. – Daher sind Unternehmen auch immer zumindest potentiell „sinnvolle Gebilde“, denn sie haben per Definitionem einen solchen Bezug: Eben das „Kundenwohl“. Unternehmen ohne echten Beitrag zur Erfüllung menschlicher Bedürfnisse können auf Dauer nicht exisitieren ohne den kompensatorischen Zufluss von Kapital und anderer Enerige von Außen. Sie können versuchen, einen solchen Sinn vozugaukeln (ihren Kunden nützlich zu sein), auf Dauer ist das aber nicht möglich, da Menschen dazu neigen, irgendwann zu merken, was ihre Bedürfnisse besser erfüllt und was nicht ganz so gut und was gar nicht.

– Sie malt ein hoffnungsfrohes Bild von der Zukunft unseres Unternehmens. Dieses Bild besteht darin, neue Wege zu finden, der Mission gerecht zu werden, neue Wege zu beschreiten, menschliche Bedürfnisse zu erfüllen und genau darin „immer besser zu werden“ oder zumindest mit der Zeit zu gehen und das Nötige an den eigenen Produkten und Dienstleistungen immer neu anzupassen, wie es eben die gesellschaftlichen Veränderungen erfordern. Wir WOLLEN dann solche Anpassungen in unserem Unternehmen, weil wir unserer gewählten Mission nur so gerecht werden könne. Etwas zu tun, was die Bedürfnisse nicht befriedigt, für deren Befriedigung wir einstehen, lässt uns selbst unbefriedigt zurück. Wir erleben unsere Arbeit dann als sinnlos. – Die Geteilte Mission gibt dem Unternehmen „Substanz“. D.h. sie gibt dem Unternehmen etwas, dass das Unternehmen wert macht, zeitlich zu überdauern. Und sie gibt den Mitunternehmern etwas, auf das sie zu Recht stolz sein können, dass sie davon ein Teil sind oder waren. – Weil sie durch ihre Arbeit, ihre Ideen und ihre Anstrengungen dazu beigetragen haben. Zum Unternehmen und dadurch dazu, dass Bedürfnisse besser erfüllt wurden.

3.) Was eine geteilte Mission nicht leistet

– Sie verhindert nicht alle Arten von Konflikten, manche heizt sie sogar an. Unternehmen, die ihre Mission nicht klären, die keine Mission haben (außer „Geld verdienen“, was gleichbedeutend ist mit keiner Mission), oder die ihre „Mission“ möglichst schwamming, nebulös und fuzzy lassen (so dass sie im Grunde nichts ausschließt): SOLCHE Unternehmen können auch keine Konflikte darüber haben, was die Mission ist, wie sie sich verändern sollte und ob eine einzelne Maßnahme / gemeinsame Aktion mit Blick auf die Mission zweckmäßig ist oder nicht (wo kein gemeinsames Ziel, da kann nichts Sinnvolles gemessen werden, sondern nur irgendetwas Willkürliches).

– Sie legt nicht exakt fest, was zu tun ist. Aus ihr lässt sich nichts direkt ableiten. Sie lässt Luft und Spielraum, macht das Unternehmen nicht zu einer mechanischen, trivialen Maschine, in der einzelne Mitunternehmer nur noch Rädchen sind, die „funktionieren müssen, wie einmal festgelegt“.

– Sie ist keine schöne Werbung, kein Employer Branding, sie ist nicht „Glanz und Gloria“, in der wir uns suhlen und sonnen, vielmehr ist sie ein Anspruch, mit dem wir uns beinahe minütlich triezen, dem wir erklärtermaßen in unserem Handeln gerecht zu werden versuchen. Sie ist mehr demütige Verpflichtung als eitle Selbstfeier.

– Sie legt den Sinn des Unternehmens nicht für alle Zeiten fest. – Es reicht also keine einmalige Klärung, die ab da Geschäftsgrundlage für das Handeln aller Mitunternehmer ist. – Vielmehr ist sie die Etablierung eines permanenten Austausches und Verständigungsprozesses über das Gemeinsame. – Sie schafft also keine inhaltliche Klarheit, sondern nur Raum für den Prozess des permanenten Verständigung über das, was wir hier gemeinsam wollen. – Sie macht aus Mitarbeitern Mitunternehmer. – Mitunternehmer können sich bei einzelnen Aktivitäten sowohl auf die Geteilte Mission berufen, wie sie einzelne, offensichtliche sinnvolle Aktivitäten dazu nutzen können, eine Änderung oder Modfikation der Geteilten Mission zum Thema im Unternehmen zu machen.

P.S.: Ich möchte an dieser Stelle Marie Miyashiro nochmals dafür danken, dass sie die Unterscheidung zwischen „life affirming purpose“ und „identity“ eines Unternehmens getroffen hat, indem sie beide als „Unternehmensbedürfnisse“ identifiziert. Also als Bedürfnisse, die wir als Menschen IMMER haben, wenn wir Teil eines Unternehmens sind. – Diese Unterscheidung ist für mich außerordentlich produktiv und ich hätte sie nicht selbst (er-)finden können.

Die drei Formen der Selbstliebe – Im Business – Von Unternehmen

DIE DREI FORMEN DER SELBSTLIEBE

Trifft man die Unterscheidung der drei Formen der Liebe: Agape, Philia, Eros auch bei der Selbstliebe, so kann man dem Konzept und der Haltung der Selbstliebe vielleicht ein paar neue, spannende Seiten abgewinnen:

  • Agape: Die Liebe zu dem, was aus uns selbst hervorgeht, auch die sorgende oder „mütterliche“ Liebe (obgleich es durchaus männlich-väterliche Formen der Agape gibt).

Bei der Selbstliebe in der Haltung der Agape sind wir auf beiden Seiten der guten Selbstsorge: Als die Umsorgenden und die Umsorgten. Wir gehen aus uns selbst hervor und lieben uns als das, was aus uns hervorgeht und lassen uns von uns selbst umsorgen.

Was sich etwas abgehoben anhört, kann z.B. bedeuten, dass wir uns bewusst sind, was wir bereits geleistet und mit uns selbst geschaffen haben. Dass wir auf eine ganz unaufgeregte und unaufgeblasene Weise „stolz auf uns selbst“ sind. Dass wir auch nicht zulassen, dass wir uns schlechtes antun oder schlechtes von anderen antun lassen, weil wir dazu viel zu wertvoll sind.

Dass wir unsere Bedürfnisse achten, so wie wir die Bedürfnisse unserer realen Kinder achten. Und dass wir das Kind in uns selbst lieben, achten und umsorgen.

  • Philia: Der Klassiker. Findet sich in der Formulierung „mit sich selbst befreundet sein“. Denn Philia ist die freundschaftliche Liebe. Sie beruht im Grunde auf wahrnehmbarer Ähnlichkeit. „Selbstliebe“ im Sinne von philia kann also u.a. heißen: Selbstähnlichkeit pflegen, sich selbst treu bleiben und die eigene Identität bewahren, schätzen, wer man ist und es bewusst erhalten. – Auch gegen Widerstände, Kritik und Anfeindungen. Zu sich stehen wie zu einem guten Freund. Selbstkritik annehmen können, auf der Basis von Selbstschätzung (das Gute, das man schon ist), eben auch: Wie von einem guten Freund, von dem man weiß, dass er einen im Grunde schätzt, und der einem daher Dinge sagen darf, die man sonst von niemandem anzunehmen bereit ist.

  • Eros: Im Kontext von „Selbstliebe“ fast die spannendste Form von Liebe. Denn Eros ist die Liebe zu dem, was wir eben nicht sind und nicht haben. – Bei Selbstliebe kann das heißen: Liebe zum eigenen „höheren/besseren Selbst“, Liebe zu dem, der man sein könnte oder sein möchte. – Unpathetischer ausgedrückt: Ein tiefer Wunsch nach Weiterentwicklung, der einen mehr als alles andere dazu bringen kann, bisherige Grenzen zu überschreiten und alle Ängste, die einen sonst beherrschen, für den Moment zu vergessen.

Eros ist immer auch die „unvernüftigste“ oder „gefährlichste“ Form der Liebe. Sie kann leicht abrutschen in Gier, Maßlosigkeit oder ähnliches. Dann aber ist sie nicht mehr Eros, sondern hat die reine, nackte Angst als Wurzel.

Denn Eros – wie sehr schön in Platons „Gastmahl“ beschrieben – ist auch die Liebe zu dem, was ganz real erreichbar ist.

„Erotische Selbstliebe“, einmal getrennt von jenem verkürzten und engen „Erotik-Begriff“, den wir im Alltag und den Boulevard-Medien pflegen, bedeutet dann, angefixt von den eigenen Möglichkeiten zu sein, die man eben noch nicht realisiert hat.

Und daraus sehr viel Kraft und Energie zu ziehen. – Oder noch einmal hochtrabend: Sich, wie man so schön sagt, voll und ganz „selbst zu verwirklichen“. Und dadurch sein altes Selbst zu verlieren und abzustreifen und in neue Selbstaspekte hineinzugehen und dazuzugewinnen.

Alle, die ernsthaft damit beschäftigt sind, „anderes aus sich zu machen“, sind von Selbstliebe in der Eros-Version beseelt.

SELBSTLIEBE IM BUSINESS

Was kann das alles aber nun bei beruflichen Aktivitäten, „im Business“, im unternehmerischer Tätigkeit bedeuten?

Mal ein paar spielerische Versuche, was Selbstliebe im Business unter anderem heißen könnte:

  • Agape:

– Sich gut um all seine Bedürfnisse zu kümmern.

– Nicht von anderen zu erwarten, dass sie dafür da sind, dass es einem gut geht (Vorgesetzter, Kollegen, andere), sondern sich selbst für sein eigenes Wohlergehen im Beruf verantwortlich zu fühlen.

– Und daher rechtzeitig aktiv zu werden. Wünsche zu äußern und sich für die Realisierung dessen von sich aus einzusetzen, was man braucht, um einen guten Job machen zu können.

– Pausen zu machen.

– Nicht dauerhaft über eigene Grenzen gehen oder eigene Grenzen verletzen zu lassen.

– Sich selbst „zu hegen und zu pflegen“.

– Sich selbst als wertvolle Ressource betrachten; ohne Erwartung, dass diese Sichtweise von anderen geteilt werden muss.

– Die eigenen „Werke“: Was man geschafft und hervorgebracht hat, wertschätzen, sichtbar machen und sich auch bei Kritik offen vor sie stellen. – Keine falsche Bescheidenheit pflegen, sondern produktive Demut und unproduktives Sich-Klein-Machen differenzieren.

– Sich selbst loben, ermutigen und bestärken.

– Sich sich selbst bewusst liebevoll zuwenden, wenn man im Job gerade Angst hat (was bei jedem oft vorkommt, aber kaum von jemandem offen thematisiert wird).

– Die eigenen Gaben: Erworbene und natürliche Fähigkeiten schätzen und ausbauen. Dafür sorgen, dass sie erhalten bleiben.

  • Philia:

– Der letzte Punkt unter „Agape“ könnte auch unter „Philia“ fallen. Je nachdem, ob man sich selbst mehr elterlich oder freundschaftlich zuwendet.

– Im Unternehmen bewusst die Nähe derjenigen Menschen suchen, die einem gerade gut tun. Denjenigen nach Möglichkeit aus dem Weg gehen, die einen im Moment gerade völlig überfordern und die einen nur schwächen.

– Falsches Pflichtbewusstsein ablegen.

– Eigene Schwächen lieben. Innerlich zu ihnen stehen (getreu dem Motto: „Wir schätzen uns für unsere Stärken, aber wir lieben uns für unsere Schwächen“). – Sich nicht selbst fertig machen, sondern sich selbst den Rücken stärken: „Passt schon, ich bin überwiegend ganz okay.“

– Job- und Aufgabenangebote intern wie extern ablehnen, wenn sie einen weg von dem führen, was man will und was wirklich zu einem passt. – Auch dann, wenn sie mit Status- und finanziellen Zugewinnen verbunden sind. – Die emotionalen Tricks der davon Enttäuschten von sich abperlen lassen.

– Verantwortung übernehmen, die man wirklich haben will. Die sich in diesem Feld bietenden Gelegenheiten beherzt nutzen; ebenfalls intern wie extern.

– Wenn man von der Rolle ist: Sich die Zeit und die Räume nehmen, die man braucht, um zurück in die eigene Spur zu finden. – Sich selbst sein lassen. Motto: „Mein Unternehmen braucht mich so, wie ich wirklich bin und sein kann, nicht in denaturierter Form.“

  • Eros:

– Die eigene Weiterentwicklung nicht dem Belieben des zufällig „Vorgesetzten“ und der Personalentwicklung und ihrer Politik überlassen. – Sondern den eigenen Weg gehen und sich von ihm „ziehen lassen“.

– Sich grundsätzlich (egal wann, egal wo) als Unternehmer verstehen, der noch nicht realisiert hat, was er realisieren kann. – Nicht davon träumen, sondern daran arbeiten. Täglich.

– Sich mit Menschen zusammen tun, die etwas in einem zum Schwingen bringen.

– Sich an Menschen (in der Vergangenheit, in der Gegenwart) orientieren, die man ehrlich bewundert. DASS man sie bewundert als Zeichen dafür verstehen, dass man genau das, was man an ihnen bewundert, auch in sich hat.

– Sich jeglichen Fehler und jeglichen Rückschlag verzeihen. – Daraus lernen, Mund abputzen, und weiter geht’s…!

– Sich nicht von außen irritieren lassen, sondern den Blick auf das gerichtet halten, was für einen erreichbar ist.

– Die eigene Faulheit, Trägheit und Bequemlichkeit überwinden. – Nicht, weil andere es verlangen oder es anderen in den Kram passt, sondern weil man selbst am besten weiß, wie gut man wirklich sein kann.

Das alles nur als erste Ideensammlung…

SELBSTLIEBE VON UNTERNEHMEN

Jetzt wird’s richtig spannend: Sich selbst liebende Unternehmen? – Das soll erstrebenswert sein? Ist nicht „Selbstverliebtheit“ genau das, was man vielen Unternehmen vorwerfen muss, die nicht gerade nachahmenswerte Praktiken pflegen, die ihre Kunden melken, anstatt ihnen auf Augenhöhe zu begegnen und ihren Nutzen als das Ziel aller gemeinsamer Anstrengungen zu verstehen?

Die Analyse kann aber auch ganz anders aussehen, wenn sie „Selbstliebe“ zum Dreh- und Angelpunkt macht: Diese Unternehmen lieben sich eben nicht, sondern sind ungeliebte Selbstbedienungsläden für alle Stakeholder, die jeweils „das meiste für sich herauszuholen versuchen“. – Will man das ändern, kann die für diese Unternehmen völlig neue Pflege von Selbstliebe ein inspirierender Ansatzpunkt sein.

Doch was heißt das konkreter? – Auch hier hilft möglicherweise der gehaltvollere Fokus der „3 Liebesformen“, um ein klein weniger klarer und praktischer zu werden:

  • Agape:

– Wir kümmer uns im Unternehmen um einander. Ganz altmodisch. So, wie das früher mal in einigen Handwerksbetrieben so war und wie man es dort auch heute noch vereinzelt beobachten kann. – Nicht patriarchalisch à la Trigema, sondern jeder um jeden. Auf Augenhöhe.

– Wir kümmern uns darum, was aus unseren Kunden und was aus unseren Produkten wird. Auch nach dem Vertragsabschluss, auch nach dem Verkauf. – Wir betrachten auch das als „unsere Sache“. Wir externalisieren keine Kosten, sondern übernehmen Verantwortung für das, „was aus uns hervorgeht“.

– Wir lieben unsere Produkte. Wir lieben zufriedene Kunden. – Und daher suchen wir auch den möglichst menschlichen, möglichst unmittelbaren Kontakt mit ihnen. – Wir verlieren NICHT aus den Augen, wofür wir all das tun, was wir tagtäglich tun, woraus unserer Business-Alltag besteht. – Für dieses „Uns-unsere-Effekte-lebhaft-vor-Augen-führen“ finden wir konkrete Formen, die zu uns passen, die uns selbst beflügeln und die wir nicht als leeren Business-Selbst-Beweihräucherungs-Blabla empfinden.

  • Philia:

– Wir achten darauf, dass wir uns als Unternehmen treu bleiben. – D.h. wir prüfen regelmäßig gemeinsam, wie gut es um unser Unternehmensbedürfnis „Identität“ bestellt ist. – Wir stellen uns unseren Märkten – Aber auf unsere Weise. Wir lassen uns weder von der Konkurrenz noch von den Medien kirre machen. Wir gehen unseren Weg. Und unsere auch sehr guten Mitbewerber sollen den ihren gehen und mit ihm glücklich werden. – Benchmarking ist kein Thema für uns. Wir lernen lieber von uns selbst: Aus unseren eigenen Erfahrungen mit unseren eigenen Kunden und aus unserer sehr guten und engen Beziehung zu ihnen. – Wir lernen aus Liebe zu unseren Produkten, Dienstleistungen und Kunden, nicht aus Angst vor Verlust von Marktanteilen.

– Wir pflegen freundschaftliche Kontakte zu vielen unserer Stakeholder und zu ähnlichen Unternehmen wie dem unseren. Kontakte, die uns gut tun. – Sie helfen uns, auf unserem Weg zu bleiben.

– Wir prüfen immer mal wieder, ob wir noch „bei uns“ sind, oder ob wir uns im operativen Business und im Jagd nach dem schnellen Erfolg verloren haben. – Bemerken wir, dass es bei uns in diese Richtung geht, dann bagatellisieren wir das nicht, sondern ändern was. – Selbst. Denn DAFÜR brauchen wir ganz sicher keine „Unternehmensberater“.

– Wir pflegen systematisch die Augenhöhe in unserem Unternehmen: Jeder hat Wertvolles beizutragen, jeder muss sich ohne großen Aufwand Gehör verschaffen können: Es könnte wertvoll für unser Unternehmen sein und es könnte nur für DIESEN Mitunternehmer wahrnehmbar sein. – Auch dadurch bleibt unser Unternehmen „mit sich selbst befreundet“.

  • Eros:

 – Wir sprechen im Arbeitsalltag ganz natürlich immer mal wieder darüber, wo wir gemeinsam hinwollen und was wir gemeinsam erreichen können. – Unabgehoben, unaufgesetzt.

– Wir achten bei Neuankömmlingen darauf, dass wir ihnen unser „life affirming purpose“ klipp und klar vor Augen führen. – So dass sie eine Chance haben, für sich zu erkennen, ob sie wirklich ein Teil DAVON werden und wirklich DARAN Tag für Tag arbeiten wollen.

– Wir sind achtsam gegenüber sich spontan bietenden Möglichkeiten, dem, was uns als Unternehmen wichtig ist, noch besser gerecht werden zu können. – Dafür schaffen wir Räume im Alltag. Gesprächsräume, Reflexionsräume. – Und weil Chancen nunmal spontan auftreten, warten wir nicht auf Ausnahmezustände, sondern schaffen Strukturen, in denen immer Raum dafür da ist, darauf ebenso spontan reagieren zu können.

– Wir machen unseren Lebenserhaltenden Zweck sichtbar: Für uns, für die Kunden, für andere beteiligte Menschen. – Wir schämen uns nicht dafür, als Unternehmen „so idealistisch“ daherzukommen. Wir haben keine Scheu vor „Sinn“. Und wir haben keine Angst, dass wir dem im Alltag nicht gerecht werden können. Genau daran arbeiten wir ja. DAS ist die Herausforderung, die wir uns auf die Fahne geschrieben haben, und eben die Herausforderung, die wir täglich neu annehmen und er wir uns täglich neu stellen. – Wenn wir daran mal scheitern: Was soll’s? Auch dann stehen wir wieder auf, lernen daraus und werden genau dadurch immer besser. – Und das macht uns nicht so leicht einer nach. Denn wir messen uns nicht an anderen, sondern an uns selbst und an dem, was WIR sein können.

Auch das nur als eine erste Ideensammlung.

Was echter Kundenkontakt für ein Unternehmen bedeutet: Für seine Organisation und für seine tägliche Arbeit

Vor einiger Zeit hatte ich hier einen Artikel veröffentlicht, der sich recht grundsätzlich zum Thema „Unternehmen und ihre Kundenbeziehungen“ aussprach.

Nun möchte ich zum gleichen Thema etwas Praktischeres, und damit deutlich Problematischeres nachreichen: Was heißt es für ein Unternehmen, wenn es sich in jedem Moment zu jedem Zeitpunkt zu 100% bewusst ist, dass sein Daseinszweck und vielleicht sogar: seine Daseinsberechtigung die Befriedigung ganz bestimmter Kundenbedürfnisse ist, an denen es sich selbst messen will und messen muss?

Das Ganze betrifft das Unternehmensbedürfnis „life affirming purpose“, von dem Marie Miyashiro in ihrem Buch „The Empathy Factor“ so schön spricht. – Auch wenn jenes Bedürfnis im Unternehmensbedürfnis „Identität“ seinen natürlichen Antagonisten hat, in „der Art und Weise WIE WIR für diese Kundenbedürfnisse da sein wollen und überhaupt, was uns so ausmacht, auch intern“, ändert das doch nichts daran, dass ein Unternehmen sich verliert, dass seinen Daseinszweck nicht aus jeder Pore atmet. – Und umgekehrt: Dass es jedes Unternehmen enorm vitalisiert, wenn es im daily business, in allem, was es tut und nicht tut, jenen Daseinszweck fest im Blick hat und behält. Und damit seine Kundenbeziehungen.

Man sollte sich vielleicht vorab klar machen, dass es sich bei den Kundenbeziehungen eines Unternehmens um durch und durch asymmetrische Beziehungen handelt. Beziehungen, wie sie sonst fast nur zwischen Eltern und SEHR kleinen Kindern vorkommen: Die eine Seite der Beziehung hat beschlossen, voll und ganz für die andere Seite der Beziehung da zu sein. – Klar will ein Unternehmen Geld von seinen Kunden. Aber in gesunden Unternehmen ist dies Bedingung für seinen Bestand, um eben weiter tun zu können, wozu man sich entschlossen hat. Das Geld der Kunden deckt (neben anderen Mitteln) das Unternehmensbedürfnis „Energie“, ohne die ein Unternehmen ebenfalls auf Dauer zugrunde gehen würde. Gerade, wenn man im Unternehmen etwas sinnvolles (= Kundenbedürfnisse befriedigendes) tut, wäre es ja schade um das schöne Unternehmen, wenn es nur zu einem Beziehungsquickie in der Lage wäre.

Im Kern bleibt aber bestehen, dass – wenn man die Beziehungsebene fokussiert – entgegen der landläufig verbreiteten Meinung bei den Kundenbeziehungen eines Unternehmens eben KEIN reines Tauschgeschäft vorliegt („Geld gegen Leistung“). Denn das wäre eine NULL-BEZIEHUNG, etwas, dass die Bezeichnung „Beziehung“ nicht wirklich verdient hat (ebenso wie wir in einem anderen Feld des menschlichen Lebens kaum von „Beziehung“ sprechen würden, wenn wir zu einer Prostituierten gehen und „Sex gegen Geld“ haben).

Wir haben also eine asymmetrische Beziehung vorliegen, in dem der eine zum anderen sagt: Hinsichtlich ganz bestimmter Bedürfnisse, die Du hast, möchte ich voll und ganz für Dich da sein.

Nun gibt es Unternehmen, die zu 100% aus „Service“ und „unmittelbarem Kundenkontakt“ bestehen. – Hier ist klar, dass das Unternehmen ein recht unmittelbares „Kundenzufriedenheitsfeedback“ bekommt, v.a. wenn es dafür offen ist und die Beziehungsebene wirklich im Blick hat. Friseure sind z.B. so ein Fall, oder Gastronomen vieler Bereiche, wenn sie nicht grade ein Pizzalieferservice sind.

Denn bereits hier beginnt eine erste Spaltung: Die Spaltung des Unternehmens in Mitarbeiter, die „mit der Produktion befasst sind“, und Mitarbeiter, „die Kundenkontakt haben“.

Bei noch größeren, noch komplexeren Unternehmen haben wir dann zusätzlich noch Mitarbeiter, die weder mit dem einen noch mit dem anderen etwas zu tun haben, sondern die vielmehr beiden anderen Gruppen den Rücken freihalten und ihnen interne Dienste anbieten, so dass diese sich voll auf die Produktion bzw. auf den Kundenkontakt konzentrieren können. Dort werden dann die einen Mitarbeiter „Kunden“ der anderen. dm drogeriemarkt scheint das z.B. sehr konsequent auch sprachlich im Unternehmen umzusetzen, indem dort von „rückwärtigen Dienstleistungen“ gesprochen wird, und die Leistung dieser Mitarbeiter für das Unternehmen durch die dortige „Wertbildungsrechnung“ allgemein sichtbar gemacht wird.

Für diesen Artikel hier möchte ich mich aber auf die Spaltung in „Produktion“ und „Kundenkontaktlern“ in Unternehmen konzentrieren.

Gibt es im Unternehmen eine solche personale Aufspaltung, d.h. haben die Produktionsmitarbeiter keinen eigenen Kundenkontakt, dann arbeiten sie sozusagen „blind“. Sie können nicht wissen, ob das, was sie da tun, den Zweck dessen, was sie da tun, überhaupt erfüllt. – D.h. auch: Es passiert relativ leicht und aus einem systematischen Grund, dass man als reiner Produktionsmitarbeiter sein unternehmerisches Tun als sinnlos empfindet. Das Gleiche gilt auch für die Mitarbeiter aus F&E, aus Forschung und Entwicklung, die im Grunde auch nichts anderes sind als Mitarbeiter, die in bestimmter Weise mit der Produktion befasst sind.

Gleichzeitig haben die Mitarbeiter, die den Kundenkontakt haben, das Problem, dass sie kaum auf die Zufriedenheit der Kunden mit den Leistungen des Unternehmens einwirken können. Und zwar genau dann, wenn es diese Spaltung gibt. – Natürlich können sie viel drumherum tun: Freundlich sein, zuhören, sich den Mund fusslig reden, aber an der Kernleistung des Unternehmens, dem, wofür das Unternehmen eigentlich da ist, können SIE eben rein gar nichts ändern.

Das heißt, es wird zu einer Substantiellen, zu einer unternehmensentscheidenden Frage, wie Kundenkontaktmitarbeiter und Produktionsmitarbeiter miteinander reden. Wie also die unternehmensINTERNE Beziehung zwischen Kundenkontaklern und Produktionern im Unternehmen gestaltet ist. Hier scheinen mir sehr unterschiedliche Beziehungsformen möglich, und damit sehr grundlegende organisatorische Entscheidungen, die eine kaum zu unterschätzende Tragweite für das ganze Unternehmen und seinen Erfolg haben.

Das Bisherige verstehe ich als nüchterne Analyse, die kaum hinterfragt werden kann. Zumindest kann ich derzeit keine guten Gründe erkennen, sie zu hinterfragen. Nun kommt aber ein „Schuss Ideologie“ oder ein „Schuss Wertung“ von meiner Seite hinein:

Aus meiner Sicht sind die Kundenkontaktmitarbeiter DIE WICHTIGSTEN MITUNTERNEHMER IM UNTERNEHMEN. Sie sind „wichtiger“ als sowohl die Produktions-Mitunternehmer und auch und sowieso als die internen Dienstleister (zu denen auch die heute noch sogenannten „Führungskräfte“ oder „Manager“ oder „die Geschäftsführer“ gehören, aber das nur am Rande; andernorts kann man das genauer nachlesen, wenn man das möchte).

Diese Wertung ist heute noch notwendig, weil DERZEIT „produzierende Unternehmen“ wie z.B. Automobilhersteller die Sache genau umgekehrt bewerten. – Man braucht sich nur einmal in einem vertrauten Moment, d.h. in einem Nicht-Verkaufs-Gespräch mit einem Autohändler zu unterhalten, um davon überzeugt zu werden.

Es wird also erst produziert, und dann wird das Produzierte von einer Heerschar von armen Menschen mit Kundenkontakt „in den Markt gepresst“. Auch ein IT-Unternehmen, für das ich einmal arbeiten durfte, hatte genau dieses Verständnis von Unternehmertum. Und genau deswegen hatte dieses Unternehmen auch keine echten Kundenbeziehungen, keine Beziehung zu seinen Kunden, die die Bezeichnung „Beziehung“ verdient hätte.

Nun ist es so, dass, sobald ein Unternehmen anfängt, etwas kompliziertere, aufwändige Produkte herzustellen, viel, viel organisiert werden muss: Sehr unterschiedliche Ressourcen müssen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Alles muss perfekt ineinandergreifen, damit man nicht tödlich langsam wird, damit die Qualität nicht leidet und damit das Produkt nicht am Ende so teuer wird, dass kein Kunde es sich jemals mehr leisten kann. In einem Wort: Es gibt in solchen Unternehmen eine beeindruckend komplizierte „supply chain“.

Daher ist die Frage berechtigt, WIE UM ALLES IN DER WELT MAN SO EIN UNTERNEHMEN KONSEQUENT VON DEN KUNDENBEZIEHUNGEN HER AUFZIEHEN MÖCHTE???

Wie sollen wir so schnell etwas ändern an unseren Produkten, nur weil sich die Kundenwünsche ändern? – Wie sollen wir darauf verzichten können, unsere Kunden künstlich zu beeinflussen, hinsichtlich dessen, was sie wollen, wenn wir erst unendlich viel in Entwicklung und Fertigung investieren müssen, damit unsere Produkte dann irgendwann endlich beim Kunden landen?

Meine Behauptung ist: Das ist möglich, auch bei solchen Unternehmen. Nur wird es eben bisher kaum gemacht. Ganz einfach weil das unternehmerische Bewusstsein dafür fehlt, weil in solchen Unternehmen bisher mit einem ganz anderen unternehmerischen Selbstverständnis gearbeitet wird.

Solche Unternehmen sind bisher erstaunlich (oder – wenn man die supply-chain- und die Investitions-Problematik im Blick hat: gar nicht so erstaunlich) selbstbezüglich. Sie halten sich für großartig in sich selbst. Ihre Kunden dürfen dankbar dafür sein, dass sie die Produkte dieser Unternehmen kaufen dürfen.

Kundenfeedback kann in solchen Unternehmen also systembedingt gar nicht ernst genommen werden. – Man operiert, arbeitet und unternimmt blind. Und arbeitet dann mit viel Druck und manchmal auch viel Panik „am Absatz“. – Beziehungstechnisch gesehen könnte man das in das Bild fassen, dass man seinem Kind einen Brei anrührt, ohne sich um dessen Geschmack zu kümmern. Und, nachdem das Kind schreit, presst man ihm den unter viel Mühe angerührten Brei eben mit Gewalt rein. So gestalten produzierende Unternehmen heute ihre Kundenbeziehungen.

Haben Sie vor kurzem Mal vertraulich mit Verkaufs- und Vertriebsmitarbeitern solcher produzierenden Unternehmen gesprochen? So von Mensch zu Mensch? – Dann ist Ihnen  möglicherweise auch übel geworden, als Sie sich angehört haben, was man in diesen Rollen so alles erlebt und mitkriegt. Und es war für Sie möglicherweise auch nicht ganz leicht, danach nicht in Zynismus und Schwarzseherei zu verfallen, was produktives Unternehmertum angeht. Mehr geballte Sinnlosigkeit höre ich zumindest sonst nur von Bank- und Versicherungsmitarbeitern, die mit dem dringenden Wunsch bei mir aufschlagen, sofort und für immer ihr Berufsfeld zu wechseln.

Es gibt hier also ein veritables Problem, für das im Grunde niemand etwas kann. Solche Unternehmen haben Probleme, ihren Bestand zu sichern, ohne zugleich gewalttätig gegenüber sowohl ihren Kunden als auch ihren Kundenkontakt-Mitunternehmern zu werden.

Und hier nun mein Appell, da ich selbst eben nicht aus F&E komme, nur mal ein Jahr in der Produktion gearbeitet habe, und also von den ganzen Details, die notwendig sind, um „gut zu produzieren“, keine Ahnung habe: Liebe produzierende Unternehmen, lasst Euch verdammt nochmal endlich etwas einfallen, um dieses Euer Problem zu lösen!

Das muss eine Aufgabe DES GANZEN UNTERNEHMENS sein, denn das ganze Unternehmen leidet unter dieser Misskonzeption. Es verfehlt seinen Zweck. Und damit wird nahezu alles, was diese Unternehmen tun, sinnlos für die Menschen, die es tun, die den Laden am Laufen halten. – Das Ausmaß, den der Teilzeitarbeitswunsch z.B. bei BMW mittlerweile angenommen hat, spricht hier Bände.

Womit man anfangen könnte: Die Kundenkontaktmitarbeiter wieder konsequent „insourcen“, wieder zu einem essentiellen Teil des Unternehmens selbst machen. Das ist nämlich gerade bei produzierenden Unternehmen oft nicht mehr der Fall. Man hat dort häufig – aus guten Gründen bei dieser Fehlkonstruktion, man will sich das nämlich nicht mehr selbst antun – den Verkauf und den Vertrieb outgesourct.

Womit man weitermachen könnte: Die Kundenkontaktmitarbeiter wie die Könige des Unternehmens zu behandeln. ALLES, alles was sie sagen, denken, fühlen, wahrnehmen ist für das Unternehmen von existentieller Bedeutung. – Denn sie, die Kundenkontaktmitarbeiter sind direkt für die Kunden des Unternehmens da. Sie bekommen mit, was gut läuft, was schlecht läuft, wo die echten Potentiale sind, wo die echten Probleme sind. Sie sind Gold wert für das Unternehmen.

Und ALLE ANDEREN Mitarbeiter sind erst einmal die internen Dienstleister dieser Kundenkontaktmitarbeiter des Unternehmens, ihre Zuarbeiter. – „Der Kunde ist König“? – Dann müssen die unmittelbaren Diener der Kunden-Könige im Unternehmen wie Könige behandelt werden!

Und dann, dann wird man als Unternehmen sehen, wo man was anders machen muss in diesem konkreten Unternehmen. Dann erst wird ein realer Change-Bedarf sichtbar. In der Regel: Ziemlich handfeste Probleme von durchaus größerem Ausmaß, die sich nicht von heute auf morgen beseitigen lassen, weil sie die Organisation betreffen.

Wenn aber ein Unternehmen sein life affirming purpose, seinen Daseinszweck, seinen lebensbejahenden Zweck wirklich im Blick hat, wird es das ändern WOLLEN. Es will ja nicht sinnlos vor sich hinbrummen, ohne dass das, was wir hier alle gemeinsam tun, am Ende für irgendjemand von echtem Nutzen ist. Oder dass das, was wir hier alle gemeinsam unternehmen, so weit unter unseren eigentlichen Möglichkeiten bleibt, weil es unsere Kunden eben systematisch verfehlt, immer und immer wieder.

Und dann, wenn wir soweit sind, dann können die Produktioner und die F&Eler ihre fantastischen Gehirne endlich mal ordentlich anwerfen: Denn dann haben sie endlich mal ein wirklich produktives Problem, ein sinnvolles Problem. Nämlich: Wie können wir die ganze Maschinerie aufziehen, so dass wir flexibel genug operieren können, um mit dem zeitnah und angepasst umgehen zu können, was uns die Kundenkontaktler an Informationen über die Kundenbedürfnisse liefern, für die wir arbeiten?

Das ist mal ne Aufgabe! – Würdig dem, was da an Brainpower in der Produktion ganz real versammelt ist.

Und so wird dann aus dem Ganzen ein Schuh draus. Oder ein Auto. Oder eine Software. Oder, oder, oder…

P.S.: Hier schon mal ein durchaus ermutigendes Beispiel dafür, wie und mit welchem mindset und aus welchen Gründen das gehen könnte…

Wem die GF verantwortlich ist und worauf sie demzufolge schaut – „Der Fokus der Geschäftsführung“

In vielen, wenn nicht allen Unternehmen ist die GF den Eignern des Unternehmens verantwortlich, wenn sie nicht sogar GF und Eigner in Personalunion ist.

Worauf die GF demzufolge schaut bei ihren Entscheidungen, hängt davon ab, was die Interessen der Eigner sind.

Was die Interesen der Eigner sind bestimmt und wird bestimmt davon, was sie für eine Beziehung zum Unternehmen haben.

Der entscheidende Faktor für Unternehmensführung ist daher eigentlich nicht die GF, sondern die Beziehung der Eigner des Unternehmens zum Unternehmen.

Unabhängig davon ist eine GF dem „Wohl des Unternehmens als Ganzem“ verpflichtet: Die Geschäfte sollen florieren.

Wie Nils Pfläging gegen Ende des folgenden Interviews Ende sehr anschaulich macht, ist es sinnvoll, dass die GF ZU DIESEM ZWECK: Florierende Geschäfte, an aller erster Stelle auf die Mitarbeiter des Unternehmens fokussiert – und auf nichts anderes:
http://intrinsify.me/Blog/items/niels-pflaeging-im-video-interview.html

Es geht bei „Mitarbeiterorientierter Unternehmensführung“ im Kern um Wirtschaftlichkeit.

D.h. selbst dann, wenn die finanziellen Investoren als Menschen arme Schweine sind, die aus dem allereinzigsten Grund Eigner des Unternehmens geworden sind und/oder bleiben, weil sie „den maximalen Profit“ rausholen wollen. – Selbst dann ist es für die GF möglich, mit bestem Gewissen und in voller Verantwortlichkeit gegenüber den Eignern, denen sie Rechenschaft schuldig ist, „Mitarbeiterorientierte Unternehmensführung“ zu betreiben.

Weil dies der ökonomischste, sicherste und nachhaltigste Weg ist, prosperierende Unternehmen zu generieren.

Mitarbeiterorientierte Unternehmensführung fühlt sich aber in der Praxis an wie Kontrollverlust. Und die GF ist ja von den Eignern in der Regel eingesetzt, „um die Geschäfte zu kontrollieren und Rechenschaft darüber abzulegen, wie es lief, wie es läuft und wie wir planen, weiter vorzugehen“.

Und dieser gefühlte (nicht reale) Kontrollverlust sorgt dafür, dass dieser Weg in vielen Unternehmen von „den Verantwortlichen“ nicht beschritten wird. – Obwohl genau das im Grunde unverantwortlich ist. Denn dadurch wird eben gerade nicht das Maximale aus dem Unternehmen herausgeholt, was möglich wäre.

Das heißt: Die Eigner / finanziellen Investoren stehen sich mit ihrem Kontrollbedürfnis selbst im Weg.
Und die GF ebenfalls, sofern sie es nicht wagen „den Auftrag hinter dem Auftrag wahrzunehmen“: Das Unternehmen zum Blühen zu bringen.

Dazu müssen sie das tun, wozu sie eigentlich antreten: Gegenüber den Unternehmemnseignern Verantwortung für ihre souveränen Entscheidungen übernehmen und sagen: „Wenn ihr mich als GF wollt, dann machen wir das so – ich übernehmen die Verantwortung dafür.“ D.h. bei „guter Führung“: Sie übernehmen Verantwortung dafür, dass sie sie innerhalb der Organisation abgeben und die Entscheidungsfähigkeit nahezu vollständig in das Unternehmen rück-delegieren.

In der Praxis heißt das: Sie vertrauen ihren Leuten, lassen sie alles Unternehmerische entscheiden und stellen sich vor sie, wenn es schief geht. Wenn es ein Problem gibt oder eine Vorgabe der Eigner, dann kommunizieren sie das direkt und zu 100% offen und FRAGEN dann: „So und so sieht’s von meiner Warte aus / das und das habe ich gerade erfahren – WAS MACHEN WIR JETZT?“. Aber sie entscheiden nichts. Denn das ist NICHT ihre Aufgabe.

Eine geklärte „Geteilte Mission des Unternehmens“ kann dabei auch der GF erheblich helfen, täglich auf’s Neue genau so agieren zu können. – Mit dem Konzept der Geteilten Mission kann man sich hier auseinandersetzen, wenn man das möchte:
https://www.xing.com/net/qualitativemarktwirtschaft/fact-follows-fiction-was-gibt-es-heute-noch-nicht-in-unternehmen-sollte-es-aber-geben-711193/die-geteilte-mission-eines-unternehmens-43304771/43304771/#43304771

[Der Artikel ist die unüberarbeitet übernommene Version eines Beitrags, der zum ersten Mal am 04.11.2012 im Rahmen der „Initiative qualitative Marktwirtschaft“ auf Xing erschienen ist.]

Wie wir zusammenkommen in Unternehmen

Wie wir zusammenkommen ist ein vielschichtiges Thema.

Ebene 1: Worin wir überhaupt zusammenkommen.

Diese Frage wird in den meisten Unternehmen bisher gar nicht gestellt, oder wenn, dann äußerst oberflächlich und ohne impact auf’s daily business abgehandelt, das völlig getrennt davon vor sich hinwummert.

Es wird davon ausgegangen, dass es sich bei Arbeitsverhältnissen um Tauschverträge handelt, ähnlich wie bei Kaufverträgen: Tausche Arbeitskraft/Bestimmte Leistungen für regelmäßig verbriefte Geldeinkunft.

Wenn man die Sache so aufzieht, bekommt man natürlich auch genau das: Einen Kuhhandel, der für beide Seiten wenig befriedigend ist und systematisch Unzufriedenheit hervorrufen muss, da es sich eigentlich um eine auf längere Zeit angelegte Bindung handelt, um eine echte Beziehung. – Im Privatleben kommen nur die Dümmsten von uns darauf, dass sich ihre Beziehung damit erschöpft, was in dem Ehevertrag steht, den sie abgeschlossen haben. Im Business ist diese Dummheit dagegen die Regel.

Worin kommen wir also zusammen? – Zunächst sind wir Einzelne, die vieles tun könnten, ungebunden und „frei“. Es ist aber eine leere, richtungslose Freiheit. Nicht sonderlich befriedigend, wie alle wissen, die sie schon einmal längere Zeit „genossen haben“.

Wir kommen in Unternehmen zusammen in einer gemeinsamen Willenserklärung: Wir wollen gemeinsam etwas BESTIMMTES tun, oder genauer: FÜR ETWAS BESTIMMTES DA SEIN. Und: Wir wollen dieses Bestimmte AUF EINE BESTIMMTE WEISE TUN, die uns eigen ist und uns von anderen Unternehmen unterscheidet, die beschlossen haben, für ungefähr das Gleiche da zu sein.

Marie Miyashiro, von der ich das Meiste gelernt habe, was ich an Substantiellem über Unternehmen weiß, beschreibt den ersten Aspekt als das Unternehmensbedürfnis „Live affirming purpose of a company“ (zu Deutsch ungefähr: „Lebensbejahender Zweck eines Unternehmens“). Den zweiten Aspekt: das „WIE wir das tun, auf unsere eigene Art und Weise“ beschreibt sie als das Unternehmensbedürfnis „Identity“.

Hart gesprochen müssen wir heute feststellen, dass die allermeisten realexistierenden Unternehmen weder über einen bewusst wahrgenommenen und gepflegten Zweck verfügen, noch über eine bewusst wahrgenommene und gepflegte Identität. – Beides setzt einem Unternehmen nämlich kraftgebende Grenzen, macht z.B. bestimmte Fusionen oder bestimmte Marktaktivitäten oder bestimmte interne Umgangsformen im Unternehmen unmöglich. Kurz: Es zwingt zur produktiven Auseinandersetzung mit sich selbst als Unternehmen („Mensch, was machen wir hier eigentlich in unserem Unternehmen? – Ich meine, was machen wir hier im Kern?“). – Und genau dafür scheint in Unternehmen niemals wirklich Zeit zu sein. Die „Gründe“ dafür sind vielfältig: Handlungsdruck, Deadlines, Konkurrenz schläft nicht, Kunde ruft an, Investor macht Druck, Pläne oder Prozessvorgaben wollen erfüllt sein, etc. – In unseren Unternehmen finden wir einen minütlichen Sieg des Dringlichen über das Wichtige.

Daher sind die meisten Unternehmen derzeit in einem wirklich bemitleidenswerten Zustand und sehr, sehr weit entfernt von dem, was sie sein könnten.

Und da sie sich weder um ihre Identität noch um ihren Daseinszweck sonderlich kümmern, KOMMEN DIE MENSCHEN IN UND RUND UM DIESE UNTERNEHMEN EBEN AUCH IN NICHTS ZUSAMMEN. Stattdessen herrscht etwas anderes in ihnen: Nämlich ein heimlicher, meist in den Grenzen der Legalität ausgetragener Krieg. Alles Kooperations-Gesülze in solchen Unternehmen ist selbst nur Teil von Kriegstaktiken und daher wird in solchen Unternehmen die Rede von Kooperation und gemeinsamen Werten aus guten Gründen äußerst misstrauisch beäugt. (Ähnlich wie hier bei uns in Bayern manchmal allzu freundlichen Menschen aus Prinzip misstraut wird: „Der wui doch wos!“). Viel zu oft hat man in solchen Unternehmen die ganz reale Erfahrung gemacht, dass hinter den schönen Worten die Absicht lauert, dass man ruhig gestellt und dann über den Tisch gezogen wird.

Solche Unternehmen sind in Wahrheit Raubgemeinschaften und Selbstbedienungsläden – Und zwar für alle beteiligten Parteien, für alle „stakeholder“: Die Investoren schauen, dass sie maximal Geld rausholen. Das Management schaut, dass es maximal Geld rausholt. Die Arbeitnehmer schauen, dass sie maximal Geld rausholen. Und auch die Kunden und die Dienstleister solcher Unternehmen schauen, dass sie aus dem Ding maximal Geld abschöpfen. – Noch einmal: Solche „Unternehmen“, die eigentlich Gelderzeugungs- und Geldabschöpfungsmaschinen sind, sind Kriegsschauplätze. Jedes einzelne von ihnen. – Und das macht auch etwas mit den beteiligten Menschen, v.a. wenn sie sich dort länger im Kriegsgebiet aufhalten. Es formt sie. Denn wir Menschen sind „plastische Wesen“, allzu begabt darin, uns „den Umständen anzupassen“.

Man kommt also darin zusammen, nicht zusammen zu kommen, sondern ein Spiel der Egoismen zu spielen, in dem diejenigen verlieren, die glauben, dass dort ein anderes Spiel gespielt würde. Echte Gemeinsamkeit: Gibt es nicht. Man kommt auch nicht wirklich zusammen. Schließlich geht man ja eigentlich täglich höchst ungern hin und verabscheut im Grunde: Seinen Chef, seine Kollegen, seine Mitarbeiter, seine Kunden, seine Dienstleister. Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, fühlt sich alles dort schmierig und eklig an. Am Meisten ekelt man sich vor sich selbst, vor dem, was man da täglich tut. Man kommt also nicht einmal mit sich selbst zusammen. In solchen Unternehmen.

Ebene 2: Wie wir rein physisch zusammenkommen, sprich: Wie wir „eingestellt“ werden

Die Ausdrücke „Einstellen“ und „Recruiting“ sind, rein sprachlich betrachtet, genauso verräterisch-treffend wie der Ausdruck „Vor-Gesetzter“.

Wir kommen hier zusammen: Aus Not. Weil wir Angst haben, das Angebot abzulehnen, und glauben, es kommt nichts mehr Besseres. Das Risiko ist uns zu hoch, also sagen wir „ja“. Oder: Weil wir glauben, wir müssten Karriere machen, um irgendwie auf der sicheren Seite zu sein, gegenüber den Erwartungen unserer Eltern, unserer Lebenspartner, unserer Kinder oder unserer eigenen Leere-Gefühle. Oder gegenüber den Unwägbarkeiten des Wirtschaftsgeschehens („möglichst schnell die Schäfchen ins Trockene bringen“).

Von Unternehmensseite ist es nichts anderes: Man hat kaum Zeit für „Bewerber“, Recruitung-Abteilungen sind grundsätzlich understaffed, wenn nicht irgendein überarbeiteter Manager oder der GF persönlich es „nebenher“ und „on top“ zu all dem machen, was sie sonst noch so tun. Zwar ist man sich grundsätzlich schon irgendwie bewusst, dass es wichtig ist, „wen wir uns da ins Haus holen“, operativ schlägt sich dieses Für-wichtig-halten aber niemals in Wirklich-wichtig-(sprich: richtig Zeit)-nehmen nieder.

Es wird sich nicht wirklich Gedanken gemacht, wen man gerade wirklich braucht. Es werden Unterlagen nur überflogen. Es werden die falschen Fragen gestellt. Es wird viel Zeit verdaddelt mit Überflüssigem, es wird Ge-Assessment und Ge-Case-Studied dass es ein rechtes Trauerspiel ist. Und dann wird aus Zeitnot und in fast allen Fällen auf der Grundlage irgendwelcher Halo-Effekte „eingestellt“.

Im Grunde ganz schlüssig, denn das Mitunternehmer-Verständnis in solchen Unternehmen geht ohnehin dahin, Menschen als austauschbare Rädchen zu betrachten, die funktionieren sollen. Also ist es im Grunde egal, wen man nimmt, Hauptsache er oder sie erzeugt nicht zu viel Reibung im Getriebe. – Würde man das konsequent nehmen, könnte man sich viel Aufwand sparen, den man heute bei der Anbahnung von Arbeitsverhältnissen betreibt. Aber irgendwie hat man da dann doch Angst, die an sich bestimmende Haltung konsequent durchzuziehen. – Man ummäntelt also auch hier, weil man das, was Sache ist in solchen Unternehmen, im Grunde gar nicht unverblümt ertragen kann.

Ebene 3: Wir wir uns einigen und Entscheidungen treffen in unserem Unternehmen

Wie kommen wir in Sachentscheidungen zusammen? – Auch hier die gleiche Antwort: Gar nicht. Es werden zwar vordergründig „Beschlüsse gefasst“, „Maßnahmen ergriffen“ und „Prozesse aufgesetzt“. Aber da keine Grundlage für Gemeinsamkeit besteht in den meisten Unternehmen (verkappte Raubgemeinschaften, man erinnert sich), kann auch in Einzelentscheidungen keine Gemeinsamkeit und keine echte Verbindlichkeit entstehen.

Was passiert dort also stattdessen?

Nachdem vordergründig entschieden wurde, beginnt jede einzelne der unbeteiligten Parteien, ihre eigenen Süppchen zu kochen. Oft tun das sogar die treibenden Kräfte hinter der jeweiligen Entscheidung, mindestens aber die, die die jeweilige Entscheidung „erlitten haben“ und sich nun große Mühe geben, den Anschein zu erwecken, sie mitzutragen.

Die Schauspielkunst hat Hochkonjunktur in unseren Unternehmen und ist eine Schlüsselqualifikation für Erfolg auf allen Ebenen.

Schön ist das nicht. Und anstrengend ist es auch. Unbefriedigend ist es auch. – Aber es ist: Scheinbar alternativlos.

Überhaupt ist mehr Schein als Sein in unseren Unternehmen.

Wie man es auch dreht und wendet: Will man, dass in unseren Unternehmen Unternehmer statt Mitarbeiter zusammenkommen, um gemeinsam zum Nutzen Dritter (der sogenannten „Kunden“) etwas auf die Beine zu bringen und täglich neu am Leben zu erhalten, dann kommt man nicht darum herum, dass ein Unternehmen mehr sein muss als nur etwas, das auf rein formalistischen Tauschverträgen beruht.

Wir brauchen beziehungsfähige Unternehmen. Unternehmen, die sich ihrer Großartigkeit und ihres echten Werts für die Menschheit voll bewusst sind. Und die genau von daher ihre Grenzen kennen, Demut kennen und bestimmte Geschäfte sehr gut anderen Unternehmen überlassen können. Die sich für die Erfüllung ganz bestimmter menschlicher Bedürfnisse zuständig fühlen und von daher ihren Fokus, ihre Richtung und ihren Sinn beziehen.

Unternehmen, in denen wir wirklich zusammen kommen können.

Es gibt sie auch heute schon, diese Unternehmen. Es sind nicht gar so viele, aber es gibt sie. Und diese Unternehmen beweisen durch ihr Dasein und Erfolgreich-Sein, dass echtes Unternehmertum sich voll mit „Wettbewerbsfähigkeit“ verträgt. Und diese Unternehmen können wirklich inspirierend sein für andere Unternehmen, gerade weil auch in ihnen nicht alles eitel Sonnenschein ist. Und es gibt bereits zahlreiche Initiativen, die „white lists“ solcher Unternehmen führen und sich damit beschäftigen, immer neue Unternehmen zu finden, die eine echte Arbeitsgrundlage haben.

Diese Unternehmen sind ganz anders als man sich das vorstellt, wenn man gerade im Moment Teil einer unternehmerisch verbrämten Raubgemeinschaft ist. Denn die Arbeit ist dort nicht weniger anstrengend (eher mehr). Aber sie macht deutlich mehr Freude und die Menschen dort sind mit ihrem gemeinsamen Unternehmen (das sie auch offen und ehrlich als solches empfinden) in gutem Kontakt. Sie sind mit ihren Kollegen, ihren Mitunternehmern in überwiegend sehr gutem Kontakt. Und sie sind immer und ohne Unterlass mit ihren Kunden in sehr gutem Kontakt. Sie pflegen gute „investor relations“ und langfristige, beidseitig erfüllende Beziehungen zu ihren Dienstleistern und Zulieferern.

Ja, diese Unternehmen gibt es.

Und es gibt keinen echten Grund, warum nicht alle Unternehmen der Welt so sein können. Zumindest habe ich bisher keinen stichhaltigen finden können.

Wir können in Untenrehmen zusammenkommen, in denen wir wirklich zusammenkommen und nicht nur zum Schein. Die ganze völlig unperfekte menschliche Natur mit ihren starken Schatten- und Licht-Seiten ist nicht in der Lage, das zu verunmöglichen. Das können nur wir selbst. Indem wir das Märchen glauben, nachdem „Arbeit nunmal so ist“ oder auch für uns ganz persönlich „eben nicht mehr drin ist.“ – Aber dann bekommen wir eben auch, was wir erwarten.

Die meisten arbeitenden Menschen nähern sich heute Unternehmen wie von der Liebe Enttäuschte, die beschlossen haben, „nie mehr zu lieben, um niemals mehr verletzt zu werden“. Zu erfüllten Partnerschaften führt diese Haltung nicht, wie wir alle wissen. Man muss kein naiver Romantiker sein, um seine Arbeit und sein Unternehmen zu lieben. Im Gegenteil: Die romantische Liebesvorstellung und der Zynismus reichen sich vielmehr die Hände zum Tanz.

Es geht vielmehr um dauerhaft erfüllte Partnerschaften mit und in Unternehmen. Um echte Liebe eben, mit all ihren Auf und Abs und all ihren Wechselfällen. Und diese dauerhafte Liebe ist – die meisten von uns wissen das – harte Arbeit und nichts weniger als romantisch.