Unternehmensführung ist Kriegsführung

…oder etwa nicht?

Schauen wir etwas näher hin:

Es geht ja wohl im Kern darum, die Konkurrenz zu bekämpfen, Marktanteile zu erobern, im Idealfall um den „totalen Sieg“: Die Konkurrenz vollkommen aus dem Feld zu schlagen und eine Monopolstellung zu erringen!

Dafür müssen wir alle Kräfte mobilisieren, uns rechtzeitig in Stellung bringen, unser Terrain abstecken, das ganze Arsenal an Maßnahmen abfackeln, die dazu notwendig sind, um unsere Ziele zu erreichen.

Beim Recruiting geht es darum, dass wir uns für die richtigen Unternehmenssoldaten entscheiden: Menschen, die auch mal die Extra-Meile gehen. Am besten täglich. Menschen, die hart wie Kruppstahl sind, schnell wie Windhunde und zäh wie Leder. Menschen, die keinen Schlaf brauchen, die alles geben und deren Familien sich glücklich schätzen können, dass sie ihren Bonus bis auf den letzten Blutstropfen verteidigen.

Wir brauchen Menschen in unseren Reihen, die bereit sind, in den Schützengräben des Vertriebs, der Produktentwicklung, der Produktion, der Logistik und ja: auch des Controllings und Personalwesens füreinander einzustehen! – Menschen, die selbstlos und ungefragt einspringen, wenn der eine vom Hirnschlag hingerafft wurde oder die andere an posttraumatischen Belastungsstörungen laboriert. – Und die sich dennoch nahtlos in die Befehlskette einfügen: Auf die man sich ganz oben verlassen kann, dass sie 1:1 den Feldzug so ausführen, wie er geplant war!

Am wichtigsten für den Unternehmenserfolg sind aber die Feldherren: SIE müssen immer die richtigen Strategien, die richtige Taktiken kennen, eben jene, die die augenblickliche Lage im Krieg gegen all die anderen Unternehmen erfordert. SIE müssen das Beste aus unseren Möglichkeiten machen. SIE müssen dafür sorgen, dass die Truppen des Unternehmens nicht auseinanderfallen, auch wenn das Schlachtenglück gerade mal nicht so rosig für uns ausfällt. SIE müssen erkennen, wann wir unsere Märkte verteidigen müssen, und wann wir selbst über den Feind hereinbrechen und ihm alle seinen Kunden wegnehmen, so dass er in die Insolvenz geht wie weiland die Sowjetunion und mit ihr der gesamte Warschauer Pakt.

Und wenn wir da alles richtig machen, in diesem nimmer endenden Krieg im Namen unserer Investoren (Gott sei ihrem Geld auf immer gnädig!): Wenn unsere Feldherren die Schlaueren sind und all unsere gut abgezählten Soldaten an der Kundenfront und an der Produktfront die Härteren, dann… …ja dann winkt uns allen der Sieg!

Zumindest vielleicht in diesem Fiskaljahr.


An den werten Leser, die werte Leserin:

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Danke Ihnen dafür!

Ohne Verletzlichkeit geht es nicht

Wenn wir unsere eigene Verletzlichkeit umarmen, wandeln sich die Dinge für uns…

Vieles, was wir tun, tun wir, um unserer Verletzlichkeit auszuweichen, um nicht mehr zu fühlen, um nicht mehr angreifbar zu sein, um nicht enttäuscht werden zu können, um das Leben mit seiner Fülle aus unserem Leben auszusperren…

…auch vieles, was wir in unseren Unternehmen tun, und was sehr vernünftig, ernst und professionell daherkommt, tun wir in Wirklichkeit, um unserer Verletzlichkeit auszukommen. Um NICHT MEHR unternehmerisch sein zu müssen. Den Unternehmertum ist Ins-Risiko-Gehen. Und das heißt immer auch: Ins Risiko, mit der eigenen Verletzlichkeit konfrontiert zu werden.

Keine schönen Aussichten, die unser Unternehmertum uns da zu bieten scheint…

…vor ein paar Tagen habe ich mal wieder mit einer Coachee gemeinsam den TEDTalk von Brené Brown angehört. Ich weiß nicht, woran es lag (wenn ich tippen müsste: es lag an meiner Coachee), aber bei diesem gemeinsamen Ansehen hat er mich noch mehr berührt als die vielen Male zuvor. Auch Brené Browns eigene Verletztlichkeit, hinter ihrer Show, war für mich viel deutlicher spürbarer als zuvor.

Förster & Kreuz schlagen in einem ihrer jüngsten Blogbeiträge einen ähnlichen Ton an. – „Verletzlichkeit ist etwas Gutes!“ rufen sie uns zu.

Sie weisen uns auch darauf hin, dass, wenn wir uns mal wieder alt und müde fühlen in und mit unserem Unterenehmen, es etwas damit zu tun haben könnte, dass wir uns jetzt schon länger nicht mehr aus unserem schützenden Panzer herausgetraut haben…

…“Jugendlichkeit“, Lebendigkeit und Neugier sind eben auch sehr verletzliche Zustände. Will man die nicht haben (ein Wunsch, den glaube ich jeder Mensch recht gut nachvollziehen kann), dann zahlt man dafür eben einen Preis.

Die Entscheidung, WELCHEN Preis wir FÜR WAS zu zahlen bereit sind, liegt – wie immer – bei uns…

Verletzlichkeit ist damit auch eine Wahl. Etwas für oder gegen das wir uns täglich neu entscheiden.

Will man das von einer individuellen Ebene („ein jeder sorge für sich selbst und für jeden ist gesorgt!“) in seinem Unternehmen auf eine kollektive Ebene heben („wie sorgen wir dafür, dass jeder gut für sich sorgen kann?“), dann könnte man sich z.B. auch einmal das hier anschauen…


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Die Genialität der Annahme von Unternehmensbedürfnissen

Die Unternehmensbegleiterin Marie Miyashiro hat vor ein paar Jahren einen aus meiner Sicht wirklich genialen Kniff entwickelt:

Sie schreibt Menschen, die in Unternehmen zusammen arbeiten, „universale Unternehmensbedürfnisse“ zu, die die aus der Rosenberg-Schule bekannten „universalen menschlichen Bedürfnisse“ ergänzen.

„Bedürfnisse“ in diesem spezifischen Verständnis sind nichts, was man dauerhaft ignorieren kann, ohne schaden zu nehmen. Sie haben eine ganz eigene „Tiefe“ und sind niemals „falsch“. Und sie sind auch nicht „unersättlich“, auch wenn einem das mit einem chronisch unbefriedigten Bedürfnis oft so vorkommt.

Das zentrale Problem, um das die Rosenberg-Schule mit ihrer „liegenden Acht“ (Schleife aus eigener Aufrichtigkeit und Empathie für andere) kreist, ist…

…unsere ständige Verwechslung von Strategien mit Bedürfnissen!

Strategien sind Verhaltensweisen, mit denen wir versuchen, uns bestimmte Bedürfnisse zu erfüllen. – Keine einzige Strategie geht jedoch aus einem Bedürfnis zwingend hervor. Man kann also z.B. nicht eine Strategie aus einem Bedürfnis „logisch ableiten“…

In unserem Alltag übertragen wir allerdings recht häufig den „Lösungsdruck“ unserer Bedürfnisse auf bestimmte Strategien, die wir als vielversprechend ansehen oder die wir einfach nur gewohnt sind.

Wenn wir austauschbare Strategien mit der Wucht unserer Bedürfnisse füllen und sie genauso absolut setzten, wie es unsere Bedürfnisse sind, DANN kommt es zu unlösbaren Konflikten: In uns selbst und mit anderen Menschen.

Auflösung von Konflikten geschieht daher – mit oder ohne bewusste Bezugnahme auf Rosenberg – IMMER, indem wir uns darauf besinnen, was wir EIGENTLICH gerade wollen (= unser Bedürfnis) und uns von diesem Bewusstsein aus für ANDERE Strategien öffnen als nur für die, die uns direkt in einen inneren oder äußeren Konflikt mit anderen Menschen hineinführen.

Die bewusste Wahrnehmung unserer Bedürfnisebene im Rosenberg-Sinne ist daher der absolute Bringer bei:

1.) Konfliktlösungen

2.) Innovationen – Die wir so auch neu interpretieren können als: „Neue Strategien zur Bedürfnisbefriedigung, die sich strukturell daraus entwickeln, dass wir uns dessen bewusst werden, dass unsere alte Strategien diejenigen Bedürfnisse, die gerade da sind, nicht gleichzeitig befriedigen können.“

Die gleichen Prinzipien überträgt Miyashiro mit ihren „Unternehmensbedürfnissen“ auf das unternehmerische Miteinander.

Hier, mehr noch als in allen anderen Bereichen des menschlichen Lebens, kommt es ständig zu jenen Verwechslungen von Bedürfnissen und Strategien.

Indem sie ein Bedürfnisbewusstsein im Unternehmen wecken und dauerhaft wach halten, ermöglichen Miyashiro’s Annahmen und auch ihre konkreten Haltungen und Werkzeuge, dass viele unproduktiven Reibungen und Energieverluste in Unternehmen, an die wir uns als „unvermeidlich“ gewöhnt haben, dauerhaft aus unseren Unternehmen verschwinden.

Die Fokussierung der Unternehmensbedürfnisse macht es uns leichter, unproduktive und nicht funktionierende Strategien loszulassen. – Wir verstehen dann unmittelbar, warum wir das tun. Weil wir besser verstehen, worum es uns eigentlich geht. – Im Grunde handelt es sich bei der Rede von „Unternehmensbedürfnissen“ um eine systematisierte Form dessen, was in Unternehmen bei allen größeren und schmerzhaften „Change“-Versuchen geraten wird:

Dass man sich den Sinn dessen erklären muss, was man da gerade tut. – Im Sinne von „Wer ein Warum hat, der erträgt auch jedes Wie“.

Bedürfnisse sind das, was für uns Sinn macht. – Ohne Bedürfnisbewusstsein macht für uns vieles einfach keinen Sinn. – Und daher scheitern auch Change-Versuche ohne Bedürfnisbewusstsein in Unternehmen mit schöner Regelmäßigkeit. – Sie kommen dann nämlich nicht „aus der Tiefe“, sondern „aus dem abgetrennten Kopf, der sich heute dies morgen jenes als gut für seinen Körper erklärt, zu dem er längst keine Verbindung mehr hat„. Kraft hat Change genau dann, wenn er weiß, warum er tut, was er tut. Wenn er weiß, was er EIGENTLICH erreichen will. Wenn er mit den Bedürfnissen verbunden ist, von denen her die unterschiedlichen Strategien ihren Sinn gewinnen.

Miyashiro’s Konzept ist daher auch so etwas wie ein „auf Dauer gestellter wipe-out“ dysfunktionaler Strategien in Unternehmen: Wir können viel mehr loslassen, weil wir anderes mit viel mehr Kraft verfolgen können. Wir sind innerlich in Verbindung mit dem, worauf es uns ankommt.

Und das erfordert unsere Aktivität. Eine Aktivität, die die Annahme von Unternehmensbedürfnissen in für uns sinnvolle Bahnen lenkt:

Wir besinnen uns mit ihrer Hilfe immer wieder neu auf’s Wesentliche und sind nicht unschlüssig und verwirrt darüber, was für uns eigentlich „das Wesentliche“ ist in unserem Unternehmen (Diese Verwirrung ist der Dauer- und Normalzustand in ausschließlich zahlenorientiert wirtschaftenden Unternehmen).

Rückblickend werden dadurch viele unserer bisherigen Strategien in Unternehmen als „Kompensations-Strategien“ sichtbar:

Als Strategien, denen wir NUR deswegen anhängen, weil wir uns mit der Unbefriedigtheit verschiedener Bedürfnisse abzufinden versucht hatten, was uns Probleme erzeugte, für die wir wiederum Ausfall-Strategien entwickeln mussten, um unseren unbefriedigenden Zustand im Unternehmen für uns aushaltbar zu machen und operativ handlungsfähig zu bleiben.

Den unproduktiven Aufwand, den Kompensationsstrategien erzeugen, kann man durch den Aufwand einer bedürfnisbewussten Kommunikation im Unternehmen komplett einsparen.

Wie man sehen kann, machen das auch nahezu alle produktiven Unternehmen so. – Selbst dann, wenn sie nichts von Miyashiro und Rosenberg wissen…


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5 Sorten Blindheit im Zuge des Wandels, der sich derzeit in unseren Unternehmen vollzieht

Das Mögliche vor Augen können wir blind werden gegen das Bestehende.

Das Bestehende vor Augen können wir blind werden gegen das Mögliche.

1) Aus Liebe zum Möglichen können wir anfangen, die Vorzüge des Bestehenden zu verachten.

2) Aus Liebe zum Bestehenden können wir anfangen, die Vorzüge des Möglichen zu verachten.

3) Aus Angst vor dem Möglichen können wir vorgeben, das Bestehende zu lieben, das wir in Wahrheit verachten.

4) Aus Angst vor dem Bestehenden können wir vorgeben, das Mögliche zu lieben, das wir in Wahrheit verachten.

5) Aus Blindheit gegenüber unserer Menschlichkeit, zu der immer auch jede Menge blinde Flecken gehören, können wir in Versuchung kommen, solche Blindheiten zu verachten…


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Sinnvoll investieren

Mit Blick auf diesen schönen Artikel hier müssen wir aber jetzt durchaus mal sagen: Zinsen sind aber schon wichtig!

Ich meine, wo kommen wir denn dahin, wenn wir unser Geld Unternehmen aus ANDEREN Gründen geben, als dass wir dafür mehr zurück bekommen als wir eingezahlt haben?

Das wäre ja vollkommener Blödsinn, auf dieses Mehr zu verzichten!

Außerdem müssen wir ja an die Rente denken! Die Rente! – Gibt es überhaupt etwas Wichtigeres als die Rente? Ich finde: Nicht. Und ich finde es auch völlig unverantwortlich, irgendetwas anderes für wichtiger zu halten als die Rente! – Immerhin werden wir immer älter und immer kränker. Und dann sollten wir schon das Geld – durch sinnvolle Investitionen! – angespart haben, damit sich jemand statt nur 30 Sekunden volle 2 Minuten die Zeit nimmt, uns den Hintern zu wischen, weil wir eben davon ausgehen müssen, dazu wahrscheinlich irgendwann nicht mehr in der Lage zu sein…

Und außerdem: Was soll es denn überhaupt für andere Gründe geben, sein hart, ich wiederhole: HART erarbeitetes Geld in ein Unternehmen zu stecken, außer, dass wir halt möglichst schnell, möglichst sicher, möglichst viel Geld zurückhaben wollen?

Etwa persönliche Kontakte zu jenem Unternehmen? Das ich nicht lache! Kann ich mir dafür vielleicht etwas kaufen!? – Also, WENN ich mein sauer verdientes/ererbtes/erzocktes Geld schon irgendeinem dahergelaufenen Unternehmen gebe, dann will ich schon mehr dafür bekommen als ein Lächeln, leuchtende Augen und einen feuchten Händedruck!!!

Oder soll ich mein heißgeliebtes Geld etwa einem Unternehmen geben, nur weil ich die Produkte / Dienstleistung liebe, die es hervorbringt? – Also, wenn das so wäre, würde ich ja wohl eher gleichmal selbst für das Unternehmen arbeiten, als ihm nur mein Geld zu geben! – Selten von einer dämlicheren Idee gehört!

Oder soll ich meinen Kontostand, mit dem ich mich so schön sicher fühle, etwa nur aus dem einen und einzigen hirnrissigen Grund willkürlich verringern, damit ich dadurch eine Wirkung erziele, die ich zur Zeit weder privat noch beruflich hinkriege? Soll ich etwa andere „für mich arbeiten lassen“? – Wo bleibt denn da meine Kontrolle, dass die das auch so machen, wie ich es selbst machen würde, wenn ich es machen würde??? – Dieses „Impact Investing“ ist nun wirklich der allerblödeste Blödsinn, den ich mir vorstellen kann!

Nein, lieber gebe ich mein Geld einer Bank. Die machen damit dann was Sinnvolles!


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Die Unmittelbarkeit eines einfahrenden Zuges

Nein, ich meine grade nicht die Technik und ihre von uns erzeugte Wucht.

Ich meine den Anblick der Menschenmengen, die aus einem Zug (oder ähnlichem) aussteigen, und den unmittelbaren Eindruck, den so viele Menschen in mir erzeugen können, so viele Menschen, die alle entschieden in die gleiche Richtung eines Bahnsteigs streben….

DAS hat eine beeindruckende Wucht, die die mechanische Wucht eines Zuges für mich bei Weitem in den Schatten stellt.

Obwohl offensichtlich vereinzelt und unverbunden (eben innerlich NICHT dem gleichen Ziel zustrebend), ist diese rein „äußerliche“ Einigkeit in der Richtung etwas, das eine Wirkung hat.

Wir müssen hier nicht unbedingt über „Masse und Macht“ sprechen.

Denn noch viel beeindruckender ist – zumindest für mich, wie ich heute beim Warten am Münchner Hauptbahnhof feststellen durfte – die „Vielfalt in der Einheit“ jener Menschen, die da in die gleiche Richtung dahinströmen…

SO VIELE Menschen. Alle mit eigener Geschichte, eigenen Bedürfnissen, eigenen Möglichkeiten, eigenen Ressourcen, eigenen Zielen, eigenen Arten zu gehen, eigenen Haltungen, Gedanken, Gefühlen…

WAS FÜR EIN ÜBERFLUSS!

Es macht mich traurig und wütend zugleich, wenn ich daran denke, wie häufig wir (und das heißt sehr ausdrücklich: mich selbst eingeschlossen) aus unserer Aufmerksamkeit verlieren, über was für einen Überfluss wir verfügen. Dass wir ständig das Gefühl dafür verlieren, in was für einer FÜLLE wir eigentlich leben…

…und dass ich selbst einen einfahrenden Zug brauche, um das wieder in meinen Blick zu bekommen…


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Irritation vs. Provokation

In vielen systemischen Kontexten wird der Begriff der „Irritation“ verwendet.

Stark verkürzt werden mit diesem Begriff zwei verschiedene Dinge zugleich gewürdigt:

Die „Autopoiesis“: Die Fähigkeit jeglichen Systems, selbst zu entscheiden, „was etwas für es ist“ und es entsprechend wahrzunehmen, zu verändern, einzubauen und auszuscheiden.

Und die Fähigkeit der „Umwelt“ (die nicht unabhängig vom System besteht, sondern von ihm selbst erst gebildet wird – „System und Umwelt“ bilden sich also immer gleichzeitig gegeneinander heraus), im betreffenden System interne Unterschiedsbildungen auszulösen.

Ist ein System von seiner Umwelt „irritiert“, wird es – nach seinen eigenen Möglichkeiten und Eigenarten – „irgendetwas“ tun, das für es selbst einen Unterschied macht. – Die „Irritation“ selbst macht für das System einen noch nicht definierten aber zu definierenden Unterschied. – Durch die Irritation macht die Umwelt ÜBERHAUPT einen Unterschied für ein System.

Man könnte zwar unterscheiden zwischen äußeren „Reizen“, die „überreizen“, und Reizen, die dem System „neu erscheinen“, und Reizen, die das System bereits „gewohnt“ ist und bequem „einordnen“ kann. – Für den Moment lassen wir solche und weitere Differenzierungen aber mal bei Seite…

Der Profi-Irritator Frank Farrelly, Spezialist auf dem Gebiet der Irritation psychischer Systeme, hat den Begriff der „Provokation“ geprägt.

Im Moment scheint es mir so, dass er mit diesem Begriff und mehr noch mit seiner provokativen therapeutischen Praxis eine Schwäche des Begriffs der „Irritation“ offenlegt, die vielleicht eher eine Schwäche des verbreiteten Gebrauchs dieses Begriffes ist:

Zumindest auf dem Gebiet des „Zwischenmenschlichen“ sind wir in der Lage, sehr unmittelbar und deutlich wahrzunehmen, was genau eine bestimmte Irritation bei einem anderen Menschen auslösen kann. Also auch: Wie er eine bestimmte „Intervention“ für sich weiter verarbeiten wird. – Wäre das anders, wäre „provokative Therapie“ Unsinn. – Da sie aber in der Praxis ausgesprochen gut funktioniert und ziemlich genau das auslösen kann, was derjenige, der ihre Mittel einsetzt, auch auslösen will, sieht der systemtheoretische Begriff der „Irritation“ plötzlich erschreckend blass und schwach vor der Brust aus…

Woher das auch immer kommen mag (ich tippe ja auf langjährige Praxis der meisten Menschen im Alter von 0 – 20 Jahren, in der wir genau beobachten MÜSSEN, was bestimmte unserer Interventionen bei bestimmten Menschen, genannt „Eltern“, auslösen, weil wir uns sehr unmittelbar schaden würden, wenn wir das NICHT ausprobieren und sehr genau beobachten würden…):

Bei aller „Selbstbewegtheit“, „Autopoiesis“, „Systemischen Geschlossenheit“, die uns als Menschen zu eigen sein mag, sind wir doch nicht SO unverbunden miteinander, dass wir wie „ein Rätsel“ voreinander stünden und nicht wissen könnten, was wir alles tun und ausprobieren könnten, wenn wir „einander zu bestimmten Reaktionen bewegen“ wollen…

Vielfach hält uns weitgehend unser fehlender MUT davon ab, bestimmte Interventionen zu verwenden, als fehlendes WISSEN darüber, was wir tun können, wenn die Erfüllung unserer Bedürfnisse von bestimmten Verhaltensweisen unserer Mitmenschen und Mitunternehmer abzuhängen scheinen…

Unsere Angst bezieht sich in der Regel darauf, abgelehnt zu werden. Gar nicht unbedingt von unserem unmittelbaren Gegenüber, den wir da so provokativ penetrieren. Sondern vielmehr „von der menschlichen Gemeinschaft“ als Ganzem. Oder doch zumindest von den für uns unmittelbar relevanten Gemeinschaften (also z.B. von unserem Unternehmen).

Alles, was in den Bereich „der Moral“, „Anstand und Sitte“, „Gehörigkeiten“, „Fingerspitzengefühl“, „Etikette“ und „Professionalität“ fällt, wird von uns dazu benutzt, uns selbst davon abzuhalten, bestimmte Reaktionen hervorrufend, also provokativ zu werden.

Und systemtheoretische Annahmen, die uns offen oder unter der Hand als soziale Inseln konzipieren, „die einander prinzipiell nicht verstehen können“, sind von daher leicht erkennbar als intellektualisierte Stützen und Krücken solcher Ängste…

Zwar mag einiges dran sein an der Frage „what is it like to be a bat?“ und entsprechend auch an der Aussage: „Wir haben keine Ahnung, was es wirklich heißt, ein anderer zu sein – mit seiner ganz anderen Geschichte, Anlagen, Erfahrungen, Weisen Erfahrungen zu bilden, Gedanken, Gefühlen etc.“

Aber in PRAKTISCHER Hinsicht ist dieses „Sich-prinzipiell-nicht-verstehen-können“ weitgehend irrelevant.

Wir können wahrnehmen, was wir tun können, um andere Menschen ZU GANZ BESTIMMTEM zu irritieren.

Und das ist alles, was wir brauchen.

Unser „fehlender Mut-Problem“ bleibt dadurch freilich ungelöst. – M.E. kann es nur durch Zufall, ermutigende praktische Erfahrungen und eben: Durch Mut selbst gelöst werden.

Am Ende hilft uns alles nichts. – „Aber wir können das bisschen Mut, über das wir verfügen, bewusst zusammen kratzen“ und es dann: einfach machen.

Das zumindest war der ermutigend beharrliche Vorschlag einer meiner vielen Therapeuten…


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Re-entry der Bedürfnisverbundenheit

Heute möchte ich hier über ein Thema schreiben, dass mir persönlich sehr unangenehm ist:
Unsere Fähigkeit zur Distanznahme. Unsere Fähigkeit, uns zu entkoppeln und diese Entkopplung durch bestimmte von uns gepflegte Gewohnheiten sogar weitgehend auf Dauer zu stellen.

Insbesondere unsere Fähigkeit zur Distanznahme von unseren Bedürfnissen und damit sowohl von unserer unmittelbaren Umwelt als auch unserer sozialen Welt. Mithin von unseren Mitmenschen und Mitunternehmern.

Kein anderes Lebewesen kann derart auf Distanz zur eigenen Unmittelbarkeit gehen. – Es ist eine von vielen „typisch menschlichen Besonderheiten“.

Fähigkeit zur Distanznahme ist die Voraussetzung für Philosophie, für Wissenschaft, für Kunst und auch für unsere heutigen Formen des Wirtschaftens, des Unternehmens…

V.a. Philosophen kennen sich damit recht gut aus: Zu allen mir bekannten Zeiten gab es Reflektionen darüber, dass „die Philosophie in sich eigentlich ziemlich uninteressant“ ist. So uninteressant, dass nur sehr wenige Menschen wirklich an ihr Geschmack finden. Menschen, die sich vor allem durch die Fähigkeit auszeichnen, „dass Worte für sie einen Geschmack haben“, dass Konzepte sie für sie so greifbar wie reale Gegenstände sind, ja im Grunde noch viel realer als das, „was man sehen, hören, schmecken, riechen und anfassen kann“.

Philosophen gehören damit – vielleicht neben diagnostizierten Autisten, Mathematikern, Theoretischen Physikern und einigen bestimmten Sorten von Programmierern – zu den von-sich-selbst-distanziertesten Menschen, die unsere Welt zu bieten hat.

Ach ja: Männer mit aktuell außergewöhnlich hohem Testosteron-Spiegel sollte man in dieser Aufzählung auch nicht vergessen…

Noch einmal: Diese Fähigkeit zur Selbst-Entkopplung ist vor allem anderen erst einmal: Eine Fähigkeit.

Eine sehr nützliche Fähigkeit, sowohl für den „Entkoppler“ selbst als auch für viele seiner Mitmenschen und Mitunternehmer. – Wir würden ganz sicher nicht in der „zivilisierten Welt“ leben, in der wir heute leben, würden wir über diese Fähigkeit nicht in dem Ausmaß verfügen, wie wir das faktisch tun.

Aber sie wirft auch ein Problem auf, das kein anderes Lebewesen in dem gleichen Ausmaß hat:

Das Problem, wie wir mit unseren Bedürfnissen wieder Kontakt aufnehmen und diesen Kontakt pflegen können, wenn wir das wollen.

Diese Frage nach dem „re-entry“ unserer Bedürfnisverbundenheit erhält für meinen Geschmack gerade in unseren Unternehmen nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient hat.
Ja, es ist in vielen Unternehmen noch nicht einmal halbwegs bewusst, dass es da überhaupt „ein Problem“ gibt.

Aus diesem Grund werde ich mich nun zunächst „der Erzeugung jenes Problems“ zuwenden:

Wenn wir von unserer Fähigkeit zur Bedürfnisentkopplung in unseren Unternehmen exzessiv und gewohnheitsmäßig Gebrauch machen, sind wir nicht fähig, dauerhaft befriedigende Beziehungen zu stiften und zu erhalten.

„Nicht befriedigende Beziehungen“ bedeuten technisch ausgedrückt: Ich bin nicht in der Lage…

…Win-Win-Spiele zu spielen (worum es in der Ökonomie aber leider Gottes im Kern geht…)
…trade-offs zwischen verschiedenen Bedürfnissen aufzulösen oder überhaupt wahrzunehmen, dass wir gerade so einen trade-off vorliegen haben.

Wenn ich hier von „verschiedenen Bedürfnissen“ spreche, so trifft alles zu, was Sie sich hier vorstellen können. – Ich bekomme bei exzessivem und gewohnheitsmäßigem Gebrauch von Bedürfnis-Distanznahme:

• Trade-offs zwischen verschiedenen individuellen Bedürfnissen des gleichen Menschen (Mitunternehmer, Kunden, Investoren, Dienstleister, andere stakeholder des Unternehmens)
• Trade-offs zwischen verschiedenen individuellen Bedürfnissen verschiedener Menschen
• Trade-offs zwischen individuellen Bedürfnissen einzelner Menschen und Unternehmensbedürfnissen
• Trade-offs zwischen verschiedenen Unternehmensbedürfnissen

Während in habituell Bedürfnisorientierten Unternehmen „Konflikte zwischen Bedürfnissen“ als „Konflikte zwischen unterschiedlichen Strategien zur Befriedigung bestimmter Bedürfnisse“ rekonzeptionalisiert werden können (mit der Folge, dass genau solche Konflikte zu natürlichen MOTOREN von Innovationen werden!)…

…ist es in habituell Bedürfnisentkoppelten Unternehmen so, dass solche Konflikte, die ganz natürlich immer wieder und immer neu auftreten, unter den Teppich gekehrt werden und sich unaufgelöst im Kreis drehen. – Man kommt nicht weiter und verschiebt die Probleme bloß: In die Zukunft, in die andere Abteilung, in die nächste Strategie, die wie alle anderen zuvor natürlich auch wieder scheitern muss…

Das nur so als Skizze des Hintergrunds, warum ich überhaupt ein „Problem des re-entry’s“ von Bedürfnisverbundenheit in unseren Unternehmen sehe…

Zusammengefasst: Es ist Teil unseres Mensch-Seins, dass wir uns von unseren Bedürfnissen entkoppeln können. Es ist sogar Teil unseres Erwachsen-Seins (wir werden mit zunehmendem Alter in der Regel immer besser darin). Bedürfnis-Entkopplung ist in vieler Hinsicht nützlich, ja sogar notwendig.

Als Dauerzustand in unseren Unternehmen KIPPT aber die Bedürfnisentkopplung in ihr Gegenteil: Wir bekommen dann diejenigen kindischen Spielchen, die wir in unseren Unternehmen den lieben langen Tag soweit wir können verdrängen. Vor allem unsere eigene aktive Beteiligung an diesen „Spielen der Erwachsenen“ verdrängen wir dort gut und gerne.

Von daher stellt sich zumindest mir die Frage, wie Unternehmen ihren Grad an Bedürfnisverbundenheit bewusst pegeln können. Und das heißt immer: Was wir in unserer Rolle als Mitunernehmer tun oder lassen können, was es uns leichter macht, unseren Grad an Verbundenheit situationsgerecht verändern zu können. So wie wir es gerade brauchen. So wie es uns gerade gut tut. So wie es mithin gerade unserem gemeinsamen Unternehmen gut tut.

Die momentane Ausgangslage, die ich derzeit in den allermeisten Unternehmen zu sehen glaube, ist die eines „Nahe-Null-Levels“ an Bedürfnisverbundenheit.
Nur von dieser Ausgangslage her ist meine Frage die nach einer „Steigerung der Verbundenheit“.

Die eigentliche, tiefer liegende und situationsunabhängigere Frage, die mich bewegt, ist die, was wir in Unternehmen tun und lassen können „to more easily move up and down the scale“.

Ich glaube, dass es Situationen in Unternehmen gibt, wo es wirklich gut ist, die menschliche Möglichkeit zur Selbst-Entkopplung zu nutzen. Genauso wie es Situationen in Unternehmen gibt, wo es wirklich gut ist, die menschliche Möglichkeit zum „re-connect“ zu nutzen


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Bastler und Ingenieure in Unternehmen

Der französische Anthropologe Claude Lévi-Strauss unterschied annodazumals zwischen „Bastlern“ und „Ingenieuren“.

Was auch immer Lévi-Strauss mit dieser Unterscheidung von Ingenieuren und Bastlern gemeint und bezweckt haben mag, MIR begegnen in meiner heutigen Praxis immer wieder unglaubliche „Bastler“, die mich staunen machen…

Mit „Bastlern“ meine ich Menschen, die sich nicht ganz so gut in unserem vorsintflutlichen Schulsystem machen: Sie haben ihre Probleme mit „theoretischem Wissen“. Aber sie sind dafür unschlagbare Praktiker, die aus dem Machen lernen…

Viele von ihnen werden systematisch entmutigt: Erst durch die Schule, dann durch die Universitäten (wenn sie es überhaupt bis dorthin schaffen) und schließlich in den Unternehmen, wenn formale Zertifikate und Abschlüsse verlangt werden als Eintrittskarte zu für sie spannenden Tätigkeiten. (Ich vermute HEUTZUTAGE geht dieser systematische Entmutigungs-Prozess in einigen Fällen sogar schon in den Kindergärten los…).

Um so spannender sind dann diejenigen unter meinen Kunden, die es DENNOCH schaffen, sich Zugänge zu solchen Tätigkeiten zu verschaffen.

Wie jener Elektriker einer 4-Mann-Firma, der fast 20 Jahre damit verbrachte, die Elektrik des Tornados zu verbauen. Dieser gute Mann war SO gut, dass er regelmäßig den bestallten Ingenieuren von EADS ihre Schaltpläne um die Ohren hauen konnte. Und wurde dennoch oder gerade deswegen von EADS „gebucht und gebucht und gebucht“. – Während seine 3 Elektriker-Kollegen weiterhin damit beschäftigt waren, Gebäude zu verkabeln (womit ich nichts gegen diese überaus nützliche und manchmal ziemlich anspruchsvolle Aufgabe gesagt haben will!).

Oder jener promovierte tschechische Physiker, der über sich sagte: „Ich mag es, wenn die Mittel zur Lösung eines Problems begrenzt sind. Das treibt mein Denken zu Höchstleistungen an. – Vielleicht kommt das bei mir noch von der Knappheit im damaligen Ostblock, wo wir auch permanent improvisieren musste…?“

Oder die zahlreichen beeindruckenden Menschen, die ganz ohne Abschlüsse unterwegs sind, weil sie es einfach nicht so hatten mit der realexistierende Schule und ihrem öden, irrelevanten Auf-die-Prüfung-pauken-wir-Wissen. Sie wollten machen, machen, machen…

Was wir hier in den letzten Jahrzehnten an „Humankapital“ und menschlichem Potential durch unsere systematische Entmutigung vernichtet haben, dürfte in keinen von Dagobert Ducks Geldspeichern hineinpassen…

Denn diese Menschen sind nicht selten: Es gibt viele, viele, viele davon!

Ihr Mottos sind: „Ich mach das Beste draus – egal was da ist“ und „Ich lerne durch Ausprobieren, nicht in der Schule und Kursen“. – Diese Menschen werden nicht „prinzipiell, wenn Sie vor einem Problem stehen.

Aber auch diese Menschen sind „soziale Wesen“ und können systematisch entmutigt werden, wenn ihnen von uns dauerhaft die Wertschätzung verweigert wird für das, was sie tun und wer sie sind…

Die Tragik ist: Im Grunde handelt es sich um geradezu traumhafte Mitunternehmer. Um Menschen, die „von Natur aus“ haargenau so sind, wie in vielen Unternehmen geredet wird, dass man sich seine Mitunternehmer wünscht…

Mit all dem möchte ich den „Ingenieuren“ unter uns keineswegs zu nahe treten.

Also jenen Menschen, die abstraktes Wissen schätzen, sich von ihm angezogen fühlen und die mit ihm produktiv umgehen können. Leute, die Pläne machen und Algorithmen und die nicht notwendig etwas brauchen, „das man anfassen kann“ und „an dem man herumschrauben kann“, um weiter zu kommen. Für die nicht ganz so wichtig ist, dass es am Ende auch wirklich funktioniert, was sie sich da ausgedacht haben… 😉

Aber mein Herz gehört den Bastlern. – Vielleicht gerade WEIL ich wohl auch vom Typus her eher in die Ingenieurs-Riege gehöre…

Dennoch: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann den, dass unsere Arbeitswelten und vor dem unsere Schulwelten DEUTLICH „Bastler-freundlicher“ werden: Dass Praxis Theorie um Längen schlägt in unserer allgemeinen und auch in unserer vergüteten Wertschätzung. Dass zunehmen unwichtiger wird, „was in Papieren steht“ („Papier ist geduldig“). Dass wir viel, viel mehr Probearbeiten etablieren, nicht nur im Handwerklichen und im Service-Bereich. Dass wir die Ansicht annehmen: Wer was bauen kann, das funktioniert, DER taugt was (…analog jenem „Wer heilt hat recht“, mit dem die Alternativmedizin versucht, sich gegen die prinzipiellen Vorhaltungen der Schulmedizin am Leben zu halten…).

Theorie wird in unserem schönen Deutschland nach wie vor grob überschätzt. Vielleicht wie in wenig anderen Ländern. Und ich darf leider – oder zum Glück! – vielen Menschen begegnen, denen dieser Schatten, der über unserem Land hängt, zum Verhängnis wird, die völlig unnötig mit einem Haufen Minderwertigkeits-Komplexen herumlaufen, weil ihnen die „formale Qualifikation“ fehlt. Unglaublichen Klasse-Leuten in ihren Bereichen, wohlgemerkt!

Vielleicht denken Sie demnächst mal daran, wenn Sie wieder mal mit jemandem begegnen, der es zwar offensichtlich drauf hat, der aber wenig selbstbewusst daher kommt und dem es an „formal bestätigter Glaubwürdigkeit“ mangelt…

…lassen Sie ihn oder sie zur Probe arbeiten. Machen sie sich ein PRAKTISCHES Bild von dem, wie er vorgeht. Lassen Sie sich überraschen.

Nach allem, was ich bisher sehen durfte von den Menschen, die sich so durch unser Land hindurchwerkeln, dürften Sie Ihr Sich-Einlassen auf Chancen, „sich praktisch zu beweisen“, in den allerseltensten Fällen bereuen…

…und wenn Sie mir auch noch diesen einen letzten Gefallen tun wollen:

Bezahlen Sie DIESE Leute deutlich besser als das, was sie selber von Ihnen haben wollen! – Auch den versiertesten Bastlern fehlt nämlich oft komplett das Gefühl für den Wert dessen, was sie da leisten. Und das ließe sich leicht ausbeuten und wird denn dann auch sehr häufig ausgebeutet.

Aber da wir in einer Welt leben, die Wertschätzung AUCH durch Geld ausdrückt, sollten diese Leute mehr bekommen als den feuchten Händedruck, den sie bisher oft erhalten, nur weil ihnen die formale Qualifikation fehlt…

…während einige „hochqualifizierte“ Nichtskönner sich goldene Nasen verdienen damit, dass sie einen unbrauchbaren Plan nach dem anderen entwickeln. Während sie die unterbezahlten Bastler dieser Welt das unter der Hand wieder hinbiegen lassen, was sie mal wieder verbockt haben…

Nochmals wohlgemerkt: Das geht keineswegs gegen alle „Ingenieure“. Nicht mal ansatzweise.

Das geht dagegen, wie BLIND wir unsere Wertschätzung in unseren Unternehmen verteilen. – Blind gegenüber der wahren „Performance“, blind dagegen, was uns einige Menschen wirklich bringen oder eben nicht bringen. Blind für den Beitrag verschiedener Menschen zur Erfüllung unserer aktuellen Bedürfnisse, zur Erfüllung individueller Bedürfnisse genauso wie zur Erfüllung von Unternehmensbedürfnissen

Eine Blindheit, die herrscht TROTZ unserer Lippenbekenntnisse, das „Leistung“ und „Ergebnisse“ alles seien, was zählt in unseren Unternehmen.

Wäre das nämlich wirklich so, müssten viele eingefleischte Bastler zu den bestbezahlten Menschen gehören. Bisher passiert aber genau das nur in sehr seltenen Ausnahmefällen: Dass Bastler wie Nicht-Bastler nach dem Wert ihrer Leistung für das Unternehmen bezahlt werden…

Viel zu häufig bezahlen wir uns gegenseitig: Nach Abschluss, nach Status, nach Selbstbewusstsein.

Doch diese „Größen“ korrelieren eben leider nur sehr geringfügig mit dem jeweiligen aktuellen Beitrag verschiedener Menschen zu unserem Unternehmen…


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