Unternehmen, die wesentlich sind, in denen man wesentlich werden kann

Der Mensch ist vielleicht das einzige Tier, das in der Lage ist, anderen Artgenossen und allen voran sich selbst erfolgreich zu verschleiern, was für ihn das Wichtigste ist.

Bei Menschen ist das IMMER: Die Beziehungsebene. Die Gestaltung von Beziehungen. Das eigene Verhältnis zu anderen Menschen.

Besonders wir Männer sind darin begabt: In der „Selbstverschleierung“ 😉 – Frauen oft etwas weniger. – Ich denke, dass das durchaus Sinn macht und für menschliche Gemeinschaften viele Vorteile hat, das ca. die Hälfte von uns so dissoziiert vom für alle Wesentlichen unterwegs ist…

Nichtsdestoweniger schadet es nicht sonderlich, immer mal wieder darauf hinzuweisen, dass für es für ALLE Menschen IMMER letztendlich um Beziehungen geht, vielleicht von dieser Ausnahme abgesehen. – Tatsächlich bin ich mir aber nicht sicher, ob es sich da wirklich um eine Ausnahme handelt, weil es a vermutlich auch für diese Menschen hochgradig relevant ist, wie sich „die anderen Menschen um sie herum“ verhalten. – Insofern wäre es erwartbar, dass sie versuchen, ihr soziales Umfeld entscheidend mitzubeeinflussen – mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. – Wie eben alle anderen Menschen das auch machen…

Vielleicht denkt der eine oder andere gelegentlich an diesen Umstand, wenn in Unternehmen grad mal wieder „sachlich“ argumentiert wird…

…wer auch immer das tut: Er tut es hauptsächlich, um sich für ihn befriedigende Beziehungen mit anderen Menschen zu verschaffen. Andere Menschen sind die Umwelt, an der wir uns alle ausrichten. – Und der tiefste Wunsch von uns allen ist immer, in der eigenen Selbstbestimmtheit wahrgenommen und gleichzeitig in unseren Besonderheiten angenommen und geschätzt zu werden.

Wir leben in einer furchtbar aufregenden und gleichzeitig schrecklich spannenden Welt: Eine Welt, in der wir auf furchtbare Art frei sind, und in einer Welt, in der das Wichtigste-für-Uns: Andere Menschen, ebenfalls auf erschreckende Art frei sind.

Daraus entsteht ein wilder Tanz, der wirklich Angst machen kann.

Und diese Angst kann dazu führen, dass die „real-existierenden“ Freiheitsgrade auf allen Seiten eben einfach mal verleugnet werden…

Man verdinglicht dann den Anderen. Und man verdinglicht sich selbst.

Heraus kommen Opfer-, Täter- und Retter-Haltungen, die uns niemals wirklich glücklich machen können…

Haben Sie sich nie gefragt, warum es für Unternehmen so unangenehm ist, über Bedürfnisse und Beziehungen zu sprechen, obwohl es im Grunde alles ist, worum es in ihnen geht?

Haben Sie sich nicht gefragt, warum die allermeisten von uns Männern sich mit Händen, Füßen und allem, was wir sonst noch aufbieten können, dagegen wehren, wenn die Beziehungsebene in unseren Beziehungen offen thematisiert zu werden droht? Und das, obwohl wir – wie unser faktisches Verhalten überdeutlich offenbart – deutlich „beziehungssüchtiger“ sind als viele Frauen?

Thematisieren Sie mal versuchsweise die Beziehungsebene, experimentieren Sie mit „dem Reden über uns beide“, experimentieren sie mit Ihrem eigenen Beziehungsgewicht – und lehnen Sie sich dann einfach mal innerlich zurück und schauen Sie sich an, was DANACH passiert: Beim anderen. Bei Ihnen selber. Mit ihrer Beziehung…

Also ich persönlich finde das immer wieder spannend…

„Beziehungsbewusste Unternehmen“ gehören für mich daher zum Spannendsten, was wir derzeit auf unserem hübschen blauen Planeten „geschaffen“ haben: Also Unternehmen, in denen vor allem anderen über die verschiedenen Beziehungen im und rund um das Unternehmen herum gesprochen wird. UND ÜBER NICHTS ANDERES…

Denn wie eingangs erwähnt: Der Mensch ist dasjenige Wesen, das das für ihn Wesentlichste sehr leicht aus dem Blick verliert.

Die Mitunternehmer jener Unternehmen haben sich gemeinsam entschlossen, sich dabei zu unterstützen, das Wesentliche: ihre Beziehungen weniger leicht aus dem Blick zu verlieren.

Ja, man könnte sagen: Menschen schließen sich überhaupt zu Unternehmen zusammen, um „wesentlicher zu werden“: Um dort allseits befriedigende Beziehungen zu stiften, zu leben und zu erhalten.

Leider haben die meisten der heute vor sich hin arbeitenden Unternehmen derzeit noch den gegenteiligen Effekt auf ihre Mitunternehmer.


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