Wie wir in jeglichem Unternehmen ein „Wir“ herstellen können

…okay, sorry, der Titel ist eine Ente: Ein „Wir“ kann man nicht „herstellen“….

…man kann höchstens sein Entstehen erleichtern oder erschweren…

Folgende sechs Punkte scheinen mir recht effektiv beim „Erleichtern“ zu sein:

1.) Schmeissen Sie das Konzept der „Karriere“ aus dem Unternehmen. – Denn dieses überlebte Konzept ist ein echter „Wir-Killer“. Auf „interne Konkurrenz“ zu setzen, um der „äußeren Konkurrenz“ zu trotzen, ist eine verdammt blöde Idee. – Sämtliche Probleme, die das Konzept der Karriere lösen soll, sämtliche Unternehmensbedürfnisse, die es befriedigen soll, lassen sich anders besser befriedigen. – Wenn Sie sich dennoch dafür entscheiden, das Konzept der Karriere in Ihrem Unternehmen haben zu wollen („Keine Karrierepfade mehr? – Kann ich mir nicht vorstellen!“): Dann jammern Sie nicht rum, wenn bei Ihnen nur höchst selten „alle an einem Strang ziehen“…

2.) Sorgen Sie dafür, dass ALLEN Mitunternehmern JEDERZEIT alle Zahlen des Unternehmens zur Verfügung stehen. – Schaffen Sie vollkommene interne Transparenz. – Interne Informationen müssen DANN bereit stehen, wenn irgendein Mitunternehmer rein subjektiv der Meinung, ist er bräuchte die Information gerade. – Keiner sollte sich dafür rechtfertigen müssen, dass er das grade braucht. Die Information sollte einfach leicht zugänlich da sein. – Machen Sie Ihre Controller zu sinnvollen Dienstleistern des Unternehmens, nicht zu Hütern irgend eines arkanen Herrschaftswissens. – Wenn Sie zu paranoid sind, um sich dafür stark zu machen („…was da alles passieren kann…“), dann jammern Sie nicht rum, wenn Sie ständig alles und jeden und vergeblich „steuern“ müssen oder ständig von anderen „kontrolliert“ und „mikrogemanagt“ werden….

3.) Tragen Sie dazu bei, dass sich immer wieder neu über die IDENTITÄT und den LEBENSBEJAHENDEN ZWECK des Unternehmens verständigt wird – Unter aktiver und vor allem gleich-gewichtiger Beteiligung ALLER Mitunternehmer! – Es können nicht wenige für viele bestimmen, „worum es eigentlich geht“. Der Kontakt aller zum „Herz des Unternehmens“ darf aktiv, unmittelbar und lebendig sein. Indem Sie das zulassen und dazu beitragen, sorgen sie dafür, dass alle sich darüber hinaus an der aktuellen RICHTUNG beteiligen können, in der Sie alle gemeinsam DERZEIT diese Identität und diesen Zweck ihres Unternehmens realisieren wollen (an den aktuellen „Strategien“ des Unternehmens). Sie sorgen damit dafür, dass die Rückversicherungen und die „darf ich das?“ abnehmen. Dafür, dass jeder das hier „als auch mein Unternehmen“ erlebt und selbständig handeln kann. – Wenn Sie zu solchen Verständigungsprozessen nicht bereit sind („alles andere ist wichtiger“; „der Aufwand für so was ist doch viel zu groß“): Jammern Sie ruhig rum, dass kein Gemeinschaftsgefühl herrscht. Es ist das einzig Produktive, was Ihnen dann zu tun übrig bleibt…

4.) Reframen Sie Ihre Sichtweise, dass die Bedürfnisse der einzelnen Mitunternehmer nur etwas über sie selbst aussagen, aber nichts über das, was das Unternemen braucht. – Die wichtigsten Informationsquellen für Unternehmen liegen dort, wo einzelne Mitunternehmer überraschend „Aua“ schreien oder Vorgänge und Ereignisse wahrnehmen, die sonst keiner wahrnimmt. – Sie brauchen Räume dafür, in der diese Informationsquellen auch anderen systematisch zugänglich werden. – Räume im Unternehmen, die ALLEN Mitunternehmern systematisch die Angst nehmen, sich offen über ihre Bedürfnisse zu äußern, weil sie negative Konsequenzen für sich befürchten müssen, wenn sie anfangen, diese Informationen zu teilen.

5.) Second to last but not least: Sorgen Sie für gesunde Beziehungen zwischen dem Unternehmen und seinen Eignern/Investoren. – Das heißt im Klartext: Sorgen Sie dafür, dass ÜBERHAUPT irgendeine „Beziehung“ bestehen kann. Das ist bei vielen derzeit existierenden Unternehmen NICHT der Fall!  – Wenn Sie nicht dazu bereit sind, diesem Aspekt ihrer Unternehmung Aufmerksamkeit zu schenken, wundern Sie sich bitte nicht, wenn alle im Unternehmen irgendwann nur noch Getriebene sind, die versuchen, „Zahlen zu liefern“. – Vereinzelte Getriebene wohlgemerkt, die jeweils das Beste für sich selbst herauszuholen versuchen. – Getriebene für die kein „Wir“ möglich ist, nirgends. Die Rede vom „Wir“ kann in Ihrem Unternehmen dann nur noch als perfides, aber sich schnell abnutzendes Mittel im „internen Unternehmenskrieg“ benutzt werden…

6.) Der gemeinsame Nenner: Jammern Sie nicht rum. Tragen Sie das Ihrige dazu bei, dass ein „Wir“ entstehen kann. Hören Sie auf, das zu tun, was verhindern MUSS, dass in Ihrem Unternehmen ein „Wir“ entsteht und bestehen bleiben kann…


An den werten Leser, die werte Leserin, die sich durch die Zeilen dieses Artikels bis hierhin durchgekämpft hat:

Ich freue mich, wenn Sie mir den Gefallen tun wollen und im angeschlossenen Kommentarfeld von wordpress eine Rückmeldung machen, wie glücklich sie das Lesen dieses Artikels gerade eben jetzt macht, auf einer Skala von 1 (völlige Gleichgültigkeit, macht gar nichts mit mir) bis 10 (feels like an orgasm).

Genauso gern ohne wie mit Begründung. Begründungen können in die Richtung gehen: “Warum überhaupt mehr als 1?” Oder auch: “Warum unterhalb von 10 geblieben?”

Diese Ihre Bewertung dient meinem persönlichen Tracking der “wahren Wirkung” von ilwyc: Wenn Sie eine solche Bewertung abgeben, erfüllt mich das – wie auch immer sie ausfällt – mit Glück 🙂

Danke Ihnen dafür!

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3 Gedanken zu “Wie wir in jeglichem Unternehmen ein „Wir“ herstellen können

  1. LIeber Ardalan,
    von mir bekommt Dein Beitrag eine 7.
    Die Faktoren die Du aufzählst sind auch aus meiner Sicht sehr wichtig für die „Stärkung des Wirs“. Ich würde diese um zwei weitere Punkte ergänzen:
    1. Stärkung der Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortung der Mitarbeitenden
    2. Reflexion über das gemeinsame Handeln

    Auf den ersten Blick scheint die Beschäftigung mit dem „Selbst“ im Widerspruch zur „Stäkrung des Wirs“ zu stehen – für mich sind sie notwendige Voraussetzungen für ein erfolgreiches „Wir“. Erst wenn ich erfahren habe, wo meine Stärken liegen und wordurch ich den höchsten Wirkungsgrad entfalte, werde ich diese Fähigkeiten auch dem „Wir“ zur Verfügung stellen und aktiv einbringen. Das ist dann besonders erfolgreich, wenn ich gleichzeitig auch Verantwortung für mich und mein Handeln übernehme und nicht nach Gründen suche, warum manches nicht angegangen wird oder etwas schief lief.

    Auch die Reflexion über das gemeinsame Handeln ist ein wichtiger Faktor für ein „gesundes Wir“ und kommt meines Erachtens oft zu kurz. Was lief gut im Team und was kann in Zukunft noch besser werden? Wenn man die Ergebnisse dieser Fragestellung präsent im Team hält und immer wieder Impulse für eine Weiterentwicklung gibt, ist das „Wir“ kaum klein zu kriegen.

    Gefällt 1 Person

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