Kulturwandel aus Aktienkurs- und Wettbewerbsmotiven

In jüngster Zeit fallen wir einige Artikel auf, bevorzugt aus dem angelsächsischen Raum, die uns empfehlen, unsere Unternehmenskulturen umzukrempeln, weil eine Steigerung des Werts, der Marktpreises dieser Unternehmen damit verknüpft sei…

Keine Ahnung, ob das bei Briten und Amis funktioniert (ich zweifle ja… …aber keine Ahnung, vielleicht leben dort ja Aliens, also Wesen, die so ganz und gar anders gestrickt sind als diejenigen Menschen, die ich kenne?).

Jedenfalls deutet nichts, was ich bisher von der schönen weiten Wirtschaftswelt sehen oder anderswie mitbekommen durfte, darauf hin, dass das funktionieren könnte:  Dass man Unternehmen nachhaltig verändern kann, wenn man es vor allem deswegen tut, weil man dann „Stockprice-mäßig“ oder „wegen den outperforming effects“ im Wettbewerb besser dastehen würde…

Warum?

Die einfachste Erklärung („keep it short & simple, there may be some almost some Anglo-Saxons listening“), die ich dafür finden kann, ist Folgende:

Wenn man anfängt, von reiner Zahlenorientierung auf Bedürfnisorientierung umzustellen in einem Unternehmen, und wenn man auch noch während dieser Umstellung permanent vor allem auf die Zahlen starrt, dann wird man über kurz oder lang die Bedürfnisse aus den Augen verlieren. Zu zahlreich und zuverlässig sind bei solchen Umstellungen die Versuchungen, „Bedürfnisse nicht so wichtig zu nehmen“, weil „ja am Ende doch Zahlen alles sind, was zählt“…

…wenn man schon am Beginn eines solchen Prozesses vor allem anderen „Angst vor den Zahlen“ hat, wird man mit absoluter Zuverlässigkeit mitten im Prozess kippen: Wenn Dinge passieren, die diese von Anfang an beherrschende Angst triggern, wird man wird halbseidene „Lösungen“ wählen und schlechte Kompromisse eingehen, die gar nichts bringen: Weder hinsichtlich der Kultur, noch hinsichtlich der Wettbewerbssituation oder des finanziellen Unternehmenswerts. – Und so wird man sich „by doing“ bestätigen, dass „das mit dem  Kulturwandel ne blöde Idee war“.

Diejenigen Unternehmen, die mir bekannt sind, die erfolgreich auf Bedürfnisorientierung umgestellt haben, hatten ALLE AUSNAHMSLOS „Überzeugungstäter“ an Bord, die in der Lage waren, dieser Angst stand zu halten, als sie aufkam (und sie kommt immer auf). Ihre Hauptmotive waren dabei keineswegs immer die gleichen, sondern die Motive sind bei den verschiedenen Unternehmen höchst, höchst unterschiedlich. – Aber NEVER EVER war das Hauptmotiv „rising stock prices“ oder „ein für alle Mal den Wettbewerb ausstechen“ darunter. – Das könnte einem eigentlich mittlerweile mal aufgefallen sein…

Da unsere amerikanischen und britischen Freunde aber manchmal ganz hypnotisiert zu sein scheinen von jenem „höher, schneller, weiter“-Feuerwerk, das sie in ihrer Kommunikation seit Jahrzehnten abbrennen, bin ich ein wenig skeptisch, ob solche simplen Beobachtungen in ihren Wahrnehmungsfiltern erfolgreich verfangen können…

Darum sag ich’s nochmal anders, Verstanden-Werden ist ja eine Bringschuld dessen, der spricht:

You won’t ever succeed with this goddamn bullshit, you fuckin‘ son of a bitch!


An den werten Leser, die werte Leserin:

Ich freue mich, wenn Sie mir den Gefallen tun wollen und im angeschlossenen Kommentarfeld von wordpress eine Rückmeldung machen, wie glücklich sie das Lesen dieses Artikels gerade eben jetzt macht, auf einer Skala von 1 (völlige Gleichgültigkeit, macht gar nichts mit mir) bis 10 (feels like an orgasm).

Genauso gern ohne wie mit Begründung. Begründungen können in die Richtung gehen: “Warum überhaupt mehr als 1?” Oder auch: “Warum unterhalb von 10 geblieben?”

Diese Ihre Bewertung dient meinem persönlichen Tracking der “wahren Wirkung” von ilwyc. Wenn Sie eine solche Bewertung abgeben, erfüllt mich das – wie auch immer sie ausfällt – mit Glück 🙂

Danke Ihnen dafür!

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2 Gedanken zu “Kulturwandel aus Aktienkurs- und Wettbewerbsmotiven

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