Was Frauen wirklich (von uns Männern) wollen…

Der unglaubliche und von mir unendlich bewunderte Bernhard Ludwig gibt zwar eine nicht völlig, aber doch etwas andere Antwort auf die Frage „Was wollen die Frauen?“ (Ab Minute 11:00 des hier verlinkten Films).

Ich will hier aber einmal eine andere Antwort erproben…

Frauen wollen…

Eindeutig männliche Ambivalenz:

Dass wir ganz für Sie da sind UND dass wir nicht ganz für sie da sind, dass wir unseren eigenen Weg gehen, andere Interessen haben als sie selbst, und ihnen nicht wie kleine Kinder an ihrem Bein hängen…

Dass wir ernsthaft sind und sie, ihre Gefühle und Bedürfnisse ernstnehmen UND dass wir Spaßvögel sind, die sich über sie lustig machen, sie nicht ernst nehmen und für Wirbel sorgen (…daher auch die von Frauen so häufig genannte Wunsch-Eigenschaft „Er soll Humor haben“…).

Dass wir stark sind, „die Schulter, an die sie sich anlehnen können“ UND dass wir unsere eigene Schwäche, Ratlosigkeit und Bedürftigkeit zeigen können oder zumindest zeigen, dass wir uns ihrer Bewusst sind, also: dass wir nicht immer NUR Machos sind…

Dieses MUSTER wiederholt sich in allem, in nahezu jedem Verhältnis und jedem Aspekt und jeder Beziehung zwischen Mann und Frau.

Es ist also EIGENTLICH ganz einfach, darauf einzugehen, „was Frauen von uns Männern wollen“: Sie wünschen sich, dass wir uns nicht in den einseitigen Polen verrennen, dass wir vielschichtig sind, ambivalent…

Es wäre so EINFACH, wenn, ja wenn wir Männer nicht Männer wären…

Denn wir Männer neigen zu binären Logiken: 0 – 1, richtig – falsch, schwarz – weiß. Wir Männer sind – aus gutem Grund! – „Pol-Maximierer“: Wir fokussieren uns gut und gerne auf EINE der beiden Seiten in der Spannung…

…und maximieren DIESE EINE SEITE dann wie verrückt…

…darin sind wir unerreicht. Darin sind wir gut.

Der Witz ist: Wir Männer sind genau richtig, so wie wir sind.

Die lieben Frauen dieser Welt sind EIN GESCHENK AN UNS, an dem wir uns ABARBEITEN DÜRFEN.

Genauer: Frauen sind ein Geschenk an uns, weil sie uns UNAUSWEICHLICH dabei helfen, uns viel effektiver AN UNS SELBST abzuarbeiten.

Frauen ZWINGEN uns bei Strafe eines für uns Männer völlig unbefriedigenden Lebens, MÄNNLICHE AMBIVALENZ zu entwickeln.

Also etwas, dass uns weniger als alles andere liegt. – Wir sind Helden der Eindeutigkeit. Bei allem, was eindeutig ist, sind wir eindeutig besser als die meisten Frauen… 😉

Warum ist das aber so?

Frauen sind nach meinen Annahmen „in den meisten Fällen“ deutlich besser mit ihren Gefühlen verbunden (auch hier wieder: dass das verschieden ist, hat gute Gründe, ist also KEIN „auszumerzender Fehler“, weder bei „den Frauen“ noch „bei uns Männern“).

„Die Logik der Gefühle“ ist aber viel, viel offener für Ambivalenzen als die klassische binäre Logik. Ja, uns selbst offener als „Tetralemmas“ der indischen Logik und anderer pluralerer Logiken, die sich bei manchen „sich öffnenden“ Männern großen Zuspruchs erfreuen…

In der Logik der Gefühle ist es das einfachste und selbstverständlichste Welt, GLEICHZEITIG tausend verschiedene Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle zu haben…

…also z.B. gleichzeitig wütend und traurig und ängstlich und enttäuscht und aufgeregt und neugierig und und und zu sein…

Das verwirrt die meisten Männer die meiste Zeit. – Denn sie versuchen DEN EINEN WERT zu finden, den sie DANN maximieren können, um DARIN dann der Held zu sein: Also der, der „darin am weitesten gekommen ist“…

Frauen sind also unsere Grenze, unsere Hybris, unsere Nemesis, und das „schönste Gut“, das es auf Gottes weiter Welt für uns gibt.

Die meisten von uns Männern wissen das auch. Mehr oder weniger deutlich… …bzw.: „mit wechselnder Klarheit“… 😉  …ich selbst bin da alles andere als eine Ausnahme…

Wenn wir uns nun mal anschauen, für was für Männer sich die meisten Frauen WIRKLICH begeistern. Also nicht nur momentan, sondern anhaltend und so ziemlich „konsensuell“ unter Frauen…

…dann können wir sagen: Das sind in der Regel „coole-leidenschaftliche“ Männer, die gerne mal von weiblicher Seite als „reife Männer“ beschrieben werden…

Diese Männer, die wir manchmal selber sind, aber nicht sein müssen, schaffen genau DAS überwiegend ganz gut: „Diese Wellen zu reiten“ und ihr eigenes Maximierertum auch mal sein zu lassen, obwohl sie es im Kern natürlich weiter verfolgen. Sie bleiben also auch im momentanen Aufgeben des zwanghaften Maximierens immer ganz eindeutig „Männer“. Das Aufgeben des Maximierens bleibt „bedeutsam“ vor dem Hintergrund, dass sie „Männer sind“.  Es wird NICHT selbstverständlich. Sie „feminisieren“ sich dabei nicht. Sie versuchen NICHT „die besseren Männer“ oder gar „die besseren Frauen“ zu werden.

Stattdessen tun sie einfach etwas, was ihnen wirklich schwer fällt. Und haben ihren Frieden dabei und ihre Freude daran und an den Folgen…

Was immer wir auch hier im privaten Bereich tun oder nicht tun mögen:

Faszinierend finde ich eine Parallele, die ich hier auf ilwyc rauf und runter buchstabiere und von der hoffe, dass sie mittlerweile nicht all zu sehr nervt und dass diese Parallele auch von anderen Menschen weiterhin als so „prickelnd“ empfunden wird, wie sie es für mich ist…:

Das EXAKT GLEICHE Verhältnis haben wir zwischen „Menschen und ihren Unternehmen“.

Und das unabhänig davon, ob es sich bei diesen „Menschen“ um „Männer oder Frauen“ handelt. Und auch unabhängig davon, ob die jeweiligen Unternehmen „eine eher männliche oder eine eher weibliche Unternehmenskultur haben“.

Was meine ich mit diesen reichlich kryptischen Sätzen?

In unserer Rolle als Mitunternehmer versuchen wir oft einzelne Werte zu maximieren, auf die wir uns zu 100% fokussieren. Wir verhalten uns strukturell „männlich“. Wir optimieren, geben Gas, planen, sind findig, sind Jäger, sind was weiß ich noch alles…

Unternehmen brauchen von uns aber eigentlich mehr „Ambiguitätstoleranz“, sie brauchen uns verbundener, in stärkerem Gefühlskontakt…

…aber OHNE das wir deswegen unsere Qualitäten als Mitunternehmer dabei verlieren. Ohne dass wir deswegen aufhören zu: machen, machen, machen…

Nach wie vor halte ich diese Metapher: Das Spiel des Männlichen und des Weiblichen für eine der stärksten Fokusse, wenn es darum geht, „Dinge in Unternehmen wieder ins Lot zu bringen“.

Das einzige Manko: Auch im privaten Bereich gibt es nicht gar so viele „Helden dieses Spiels“. Auf BEIDEN Seiten nicht.

Und mit einem nur sehr rudimentären Verständnis von privaten Beziehungen gute, intensive und nachhaltige Unternehmerische Beziehungen inspirieren zu wollen, ist VIELLEICHT eben gar nicht möglich oder sinnvoll.

WENN das so wäre, müssten wir erst samt und sonders unsere privaten Beziehungen ins Lot bringen, bevor wir diese Metapher benutzen könnten, um besser zu verstehen, was wir aus diesem tiefen und lebendigen Beziehungsverständnis in unseren Unternehmen vielleicht anders machen könnten…

Solange wir uns „privat“ so einiges antun, was sicher nicht in die Kategorie „lebendige, befriedigende Beziehung“ fällt, ist es vielleicht wirklich vermessen anzunehmen, dass das Sprechen über „Beziehung“ irgendwelche heilsamen Wirkungen in Unternehmen entfalten kann…

Aber SICHER bin ich mir da nicht…


An den werten Leser, die werte Leserin, die sich durch die Zeilen dieses Artikels bis hierhin durchgekämpft hat:

Ich freue mich, wenn Sie mir den Gefallen tun wollen und im angeschlossenen Kommentarfeld von wordpress eine Rückmeldung machen, wie glücklich sie das Lesen dieses Artikels gerade eben jetzt macht, auf einer Skala von 1 (völlige Gleichgültigkeit, macht gar nichts mit mir) bis 10 (feels like an orgasm).

Genauso gern ohne wie mit Begründung. Begründungen können in die Richtung gehen: “Warum überhaupt mehr als 1?” Oder auch: “Warum unterhalb von 10 geblieben?”

Diese Ihre Bewertung dient meinem persönlichen Tracking der “wahren Wirkung” von ilwyc. Wenn Sie eine solche Bewertung abgeben, erfüllt mich das – wie auch immer sie ausfällt – mit Glück 🙂

Danke Ihnen dafür!

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Ein Gedanke zu “Was Frauen wirklich (von uns Männern) wollen…

  1. 11.
    –> Fühle mich erkannt. Von einem Mann. Wahnsinn.
    Zweite Bemerkung: Stelle mir vor, die Evolution hätte sich einfallen lassen müssen, wie sie ein lernfähiges System aus zwei Geschlechtern aufbaut, die aus biologischen Gründen getrennt sein sollen, anderseits sozial aufeinander angewiesen sein sollen. Dann ist das Konzept, den einen polarisierend (stark verkürzte Zusammenfassung Deiner Erklärungen oben) und die andere integrierend anzulegen, einfach überirdisch. Keiner ist „richtig“, beide sind in ihrer Welt darauf angewiesen, in einem Tanz umeinander labile Gleichgewichtspunkte zu finden und wieder zu verlassen. Es gibt also nur dynamisches Entwicklungsgleichgewicht, keinen stabilen Zustand. Verdammt zur Auseinandersetzung mit sich und den anderen.

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