„Mehr direkte Ökonomie wagen“

Das spannende Wort in dieser Formel ist natürlich das „direkte“.

Damit ist nur am Rande unser Zeitalter des Online-Handels gemeint, in dem viele Zwischenhändler Probleme bekommen, weil Kunden und Unternehmen in direktere Verbindung miteinander treten.

Viel spannender ist ein weitergehendes Verständnis von Direkter Ökonomie. Ein Verständnis, dass sich unsere Ökonomie viel direkter auf unsere Bedürfnisse beziehen kann. Und das heißt immer auch: Dass wir uns in unseren Unternehmen viel direkter auf unsere Bedürfnisse beziehen, als wir das bisher gemacht haben.

Wir können das als Kunden, die beginnen, durch ungefragte Rückmeldungen auf „unsere Unternehmen“ mehr Einfluss zu nehmen…

Wir können das als Unternehmen, die beginnen, auf wesentlich sinnvollere und regelmäßigere Art unsere Kunden um Rückmeldungen zu bitten.

Wir können das als Unternehmen, die sich auf würdevollere Art ihre Investoren auswählen. – Und umgekehrt!: Als Investoren, die sich auf wesentlich verbundendere Art ihre Unternehmen auswählen.

Wir können das als Mitunternehmer, indem wir im täglichen Miteinander sehr viel direkter und offener miteinander werden.

Wir können das als Mitunternehmer, wenn wir „strategische Entscheidungen“ mit Blick auf ganz andere Dinge treffen als bisher.

Und wir können das als „ganzes Unternehmen“, indem wir kollektiv entscheiden, ganz viel Kollektives weg zu lassen.

Denn „direktere Ökonomie“ ist nicht die Kunst, MEHR zu tun, sondern bestimmte Dinge nicht mehr zu tun oder sie – wo nötig – auch ganz offiziell abzuschaffen.

Sie besteht in der Beseitigung von Dingen, die uns auf andere Dinge fokussieren als auf menschliche Bedürfnisse – Und davon gibt es in unseren bisherigen Unternehmen jede Menge…

Durch diese Dinge machen wir es uns überflüssig schwer, „wesentlich zu bleiben“, auf das Wesentliche fokussiert zu bleiben.

Daher geht es beim „mehr direkte Ökonomie wagen“ um zweierlei:

1.) Für sich selbst ganz individuell Räume zu schaffen, die es mir ermöglichen, meine eigenen Bedürfnisse viel deutlicher wahrzunehmen als bisher. – Nur dann kann ich sie überhaupt äußern oder bewusst mit ihnen umgehen. Nur dann kann ich „mich“ verantworten. Denn wir „sind“ unsere Bedürfnisse. – Wer seine Bedürfnisse nicht kennt und nicht „owned“ ist in keinem verantwortungsfähigen, verantwortlichen und verantwortbaren Zustand: Er kann keine Antworten geben, die Bestand haben. Seine Bedürfnisse werden sich notwendigerweise „hinterrücks“ Bahn brechen. – Und dann wird es nur noch um Schuldverschiebungen gehen können… …darum, „es nicht gewesen zu sein“. Ein Spiel, das wir aus vielen Unternehmen sehr gut kennen, die mehr Verantwortungs-Verschiebe-Bahnhöfen gleichen als Unternehmen, die auf die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse ausgerichtet sind.

2.) Es nicht länger zu dulden, dass mir von anderen Menschen im Business Transaktionen angeboten werden, in denen die Bedürfnislage völlig ungeklärt ist. In denen als zu dem Zeitpunkt, in dem von mir ein „Ja oder „Nein“ zu einer Transaktion erwartet oder erbeten wird, für mich völlig unklar ist, ob ich mit meinem Handeln wirklich menschlichen Bedürfnissen diene (meines Interaktionspartners, meiner selbst, des Kunden, etc.). – „Gute, umfassende Auftragsklärung“ nennt man das unter Selbständigen. Man macht es, um viel Aufwand für wenig Zufriedenheit zu vermeiden. Jenes nachträgliche „Das haben wir uns aber anders vorgestellt…“

Eine mir persönlich bekannte „Heldin des Nicht-mehr-Duldens“ möchte ich hier anonym erwähnen: Sie arbeitet in einem allgemein bekannten Großkonzern. Häufig bekommt sie kurzfristige E-Mails, die sie zu irgendwelchen Meeting-Teilnahmen auffordern. Sie hat es sich angewöhnt zurückzufragen, was das Ziel des Meetings ist und worum es eigentlich dort gehen soll. Erhält sie auch auf diese Nachfrage keine Antwort, aus der sich für sie der Sinn ihrer Teilnahme erschließt, geht sie einfach nicht hin.

Wie man sich denken kann, wurde sie nach einiger Zeit „von ihrem Chef“ auf ihre häufigen Nicht-Teilnahmen an „wichtigen Meetings“ angesprochen, verbunden mit der Ansage, „dass das so nicht gehe“. – Daraufhin erläuterte Sie ihm ihr Vorgehen und fügte hinzu: „Was wollen Sie eigentlich machen, wenn ich das nicht ändere – mich DESWEGEN kündigen…?“

Dinge von derlei Art habe ich vor Augen, wenn ich von „Bedürfnisunklarheit nicht länger dulden“ spreche. – Und wenn ich von „mehr direkte Ökonomie wagen“ spreche…

Wer eine Bedürfnisorientierte Wirtschaft will anstatt einer zahlenorientierten, technizistischen, entfremdenden und sinnlosen Wirtschaft, kann jederzeit diese beiden Dinge tun:

1.) Sich die notwendige Zeit für die Klärung seiner eigener Bedürfnisse nehmen.

2.) Andere Menschen mit dem eigenen Bedürfnis konfrontieren, mit ihren Bedürfnissen in Kontakt zu sein und AUSSCHLIESSLICH auf dieser Basis mit ihnen Geschäfte zu machen… …und sie dadurch mit ihrer eigenen Unverbundenheit konfrontieren.

Von diesen beiden „Operationen“ kann einen niemand abhalten. Davon kann man nur sich selbst abhalten. Genau deswegen ist es auch so ein wunderbares Wagnis.

Wir geben uns damit mit unserem ganzen Gewicht in die Waagschale. – Und dieses Gewicht ist sehr viel erheblicher als viele glauben, die es sich all zu leicht machen…


An den werten Leser, die werte Leserin, die sich durch die Zeilen dieses Artikels bis hierhin durchgekämpft hat:

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