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2 Hauptgründe, aus denen Menschen andere Menschen schlecht behandeln – In Unternehmen und andernorts

1.) Weil aktuell ein Bedürfnis von ihnen in großem Ausmaß unerfüllt ist und sie sich sozusagen im „Ausnahmezustand“ befinden. – Das muss dem betreffenden Menschen nicht bewusst sein, damit es sich so auswirkt. Andererseits hilft auch bloßes Bewusstmachen nichts. Solange ein Bedürfnis „im Mangel“ ist, ist die Empathiefähigkeit stark gedämpft. Wie weit das geht, deutet folgendes Experiment an: http://www.heise.de/tp/artikel/28/28993/1.html

2.) Weil sie sich bedroht fühlen und weil sie sich durch einen prophylaktischen Gegenangriff „schützen“ wollen. Im Grunde handelt es sich hier um eine „vorausschauende Sanktion“, die so wirken soll: „Du verhältst Dich besser so, wie es gut für mich ist, denn sonst werde ich dafür sorgen, dass Du Dich schlecht fühlst.“

– Sämtliche Gewaltspiralen gehen auf dieses Prinzip zurück, weil beide Seiten zurecht behaupten können: „Ich verhalte mich nur so, weil der andere…“

– Damit die Spirale funktioniert und in Gang kommt, muss noch kein schädigendes Verhalten vorgefallen sein. Um sich bedroht zu fühlen und sich selber entsprechend zu verhalten, reicht die Annahme, dass der andere sich so verhalten KÖNNTE.

– Auch die Übertragung schlechter Erfahrungen mit Dritten in der Vergangenheit auf ein aktuelles Gegenüber ist ein häufiger Grund, die eine solche Gewaltspirale in Gang bringt. Das ist besonders effektiv, weil der, auf den die negative Erfahrung mit einem anderen übertragen wird, sich ja „zu Recht“ in Unschuld verfolgt fühlt. Er hat dann den Satz auf den Lippen: „Ich habe ja gar nichts gemacht“. Für viele verbindet sich damit unmittelbar der Eindruck und die Reaktion: „Ich werde angegriffen und muss mich jetzt wehren“.

Ein dritter Hauptgrund: Unachtsamkeit, kann teilweise, aber nicht vollständig als Variante von 1.) aufgefasst werden.

Hier spielt aber zusätzlich noch eine Rolle, ob man die negativen Gefühle, die man bei einem anderen Menschen auslöst, selber kennt, und ob für einen der Zusammenhang zwischen eigenem Verhalten und Bedeutung dieses Verhaltens für den Anderen halbwegs klar ist.

– Das ist auch der Grund, warum kleine Kinder oft wenig Empathie zeigen und sich (aus der Erwachsenen-Perspektive beurteilt) „erschreckend grausam“ verhalten können.

– Das ist auch der Grund, warum junge Männer, die sich noch für „Unbesiegbar / Unverletzlich“ halten, weil sie noch keine „Zeit der Asche“ durchgemacht haben, oft vergleichsweise leicht damit tun, andere Menschen schlecht zu behandeln. (Natürlich gibt es Ausnahmen, und nicht alle diese Ausnahmen sind wirklich „Zeichen von Reife“).
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[Dieser Artikel ist der wiederveröffentlichte, leicht überarbeitete Eingangsbeitrag einer Diskussion, die am 31.10.2012 im Rahmen der „Initiative qualitative Marktwirtschaft“ auf Xing gestartet wurde.]
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