Geschäftsführer und Führungskräfte im interpersonellen Outer Space

Machen wir uns nichts vor: EINIGE Geschäftsführer und bestallte Führungskräfte leben in einem Paralleluniversum. – MINDESTENS was die menschliche Realität in ihrer Organisation angeht.

(Sie, der Sie das hier lesen, sind davon natürlich nicht betroffen. – …Ist eh klar!)

Aber warum ist das eigentlich so?

Im Grunde ist es ja ganz einfach:

Man kann nicht wissen, was man nicht weiß. – Man ahnt nicht mal, dass man nicht weiß, was man nicht weiß. – Wie könnte das auch anders sein?

Und man sieht von seinen Mitarbeitern eben durchaus so Einiges, wenn man Führungskraft ist. Aber darüber, was wirklich in ihnen vorgeht, was sie gerade bewegt, was sie gerade erfahren haben und was sie sich gerade denken: Davon erfährt man nichts. – Zumindest dann nicht, wenn sie es einem nicht erzählen.

Die Gründe, warum sie es einem nicht erzählen, sind vielfältig:

Keine Zeit dafür; keine Zeit zur richtigen Zeit für sie dafür; schlechte Erfahrungen mit früheren Vorgesetzten; ein System, das „zwischen den Zeilen“ deutlich macht, dass hier nicht der Ort ist, wo so etwas erwünscht ist; subtile Botschaften, die man selber aussendet; Konfliktängste, die man als Führungskraft öfter hat, als einem lieb oder bewusst ist; oder Fehlinterpretationen der Mitarbeiter, die aufgrund irgendwelcher Eindrücke annehmen, ihre Führungskraft sei dafür nicht offen, obwohl das gar nicht zutrifft…

Was auch immer die Gründe sein mögen: Die Effekte dieses Nicht-Teilens innerlicher Vorgänge sind die Immer-gleichen. Es handelt sich um universal-menschliche Effekte des Verschweigens.

Wird geschwiegen, dann interpretieren wir zwangsläufig immer das äußerlich Wahrnehmbare an anderen Menschen. – Und alle halbwegs intelligente Menschen, zu denen wir Geschäftsführer und Führungskräfte hier einfach mal blanko erklären, haben ein extrem breites Spektrum an Interpretationsmöglichkeiten zur Verfügung, sich ihren Reim auf das äußerlich wahrnehmbare Verhalten ihrer Mitarbeiter zu machen.

Der Witz an jenen Interpetationen ist: Sie machen natürlich immer Sinn und liegen fast immer falsch.

Zu vielfältig ist das, was in Menschen vorgehen und was Menschen zustoßen kann, als das man per deduktivem Schluss aus einigen äußerlich sichtbarer Anzeichen richtig liegen könnte.

Viele FK und GF glauben aber an deduktive Schlüsse bzw. sie haben gelernt, ihrer eigenen Intelligenz zu vertrauen. Teilweise wird solches Selbst-Vertrauen FK auch von ihrem sozialen Bezugssystem geradezu abverlangt.

Sei es wie es sei: Solange im Hirn der Führungskräfte über Mitarbeiter theoretisiert wird, anstatt dass offen miteinander darüber gesprochen wird, was in den Mitarbeitern vor sich geht, wird die FK zwangsläufig annehmen, sie wüsste was los ist, ohne zu wissen, was los ist.

Und auf der Basis dieser fast zwangsläufig falschen Annahmen wird die Führungskraft dann handeln, sich verhalten und sich äußern…

Die Folgen davon erleben und erleiden Sie täglich. – Daher muss ich mich darüber hier nicht weiter auslassen. Fügen Sie in diese Leerstelle einfach eine beliebige Sache in Ihrem Unternehmen oder anderen sozialen Kontexten ein, die ihnen gerade aber mal so richtig gegen den Strich geht und mischen Sie dann die spitze Bemerkung von Ike Lasater hinzu:

„Die Wahrscheinlichkeit, dass wir bekommen, was wir wirklich brauchen, erhöht sich drastisch, wenn wir darüber reden, was wir wirklich brauchen.“

(Zitat aus freier Erinnerung, kann bei Lasater auch ganz anders lauten… 😉 )

Diese kleine Beschreibung hier wird an all dem natürlich nichts ändern.

Und so endet diese kleine Beschreibung naturgemäß in einem hilflosen Appell. Natürlich in keinem Appell an Führungskräfte und Geschäftsführer. (- DIE können da nun wirklich nichts machen…! )

Nein: Diese kleine Beschreibung endet in einem Appell an die aus guten Gründen in sich selbst verschlossenen Mitarbeiter:

„Wenn die Mitarbeiter dem Manger die konstruktive Kritik verweigern, verblödet der Manager.
Dies ist ein Aufruf an die Mitarbeiter: schimpft nicht über verblödete Manager,
sondern seid Euch bewusst, das liegt an Euch“

(Gerhard Wohland)

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