Ich bin ein Gutmensch – Bitte holt mich hier nicht raus!

Trotz einem Haufen Erfahrungen der übelsten Sorte und trotz hartnäckigen Versuchen meinerseits, diese krankhaften Neigungen los zu werden, muss ich sagen: Ich bin und bleibe wohl ein „Gutmensch“…

Aber was ist das, ein „Gutmensch“?

Bemühen wir mal Wiki, die uns sonst auch nie im Stich lässt:

Gutmensch ist sprachlich eine ironische Verkehrung des ausgedrückten Wortsinns „guter Mensch“ in sein Gegenteil. Der Ausdruck gilt als politisches Schlagwort mit meist abwertend gemeinter Bezeichnung für Einzelpersonen oder Personengruppen („Gutmenschentum“). Diesen wird vom Wortverwender eine Absicht bzw. Eigenschaft des – aus Sicht des Sprechers – übertriebenen „Gutseins“ oder „Gutseinwollens“ unterstellt, wobei diese angebliche Haltung unterschwellig als übermäßig moralisierend und naiv abqualifiziert und verächtlich gemacht wird. In der politischen Rhetorik wird Gutmensch als Kampfbegriff verwendet.[1] Im Januar 2012 erhielt das Wort bei der Wahl zum Unwort des Jahres 2011 in Deutschland den zweiten Platz. Die Jury erklärte, mit dem Wort werde „insbesondere in Internet-Foren das ethische Ideal des ‚guten Menschen‘ in hämischer Weise aufgegriffen, um Andersdenkende pauschal und ohne Ansehung ihrer Argumente zu diffamieren und als naiv abzuqualifizieren“, und kritisierte die aus ihrer Sicht 2011 einflussreich gewordene Funktion des Wortes als „Kampfbegriff gegen Andersdenkende“.

Da ich also ein notorisch Andersdenkender bin (das ist mein erlernter Beruf, ich wäre sonst arbeitslos und die 8-jährige Ausbildung dazu war echt hart, kann ich Euch flüstern…), denke ich schon, dass ich ein gewisses Anrecht darauf habe, ordentlich bekämpft zu werden, verdammt noch mal…!!!

Denn Ignoranz war noch immer der tödlichste aller Dolche.

In diesem Sinne:

„Liebe Mitunternehmer und Mitunternehmerinnen…!

Lasst uns nun alle zusammen stehen! Für eine bessere Welt! Wenn schon für keine bessere Gesamtwelt – so doch zumindest für eine bessere Arbeitswelt!

Wir können schaffen, was all die Generationen vor uns nicht schaffen konnten: Wir können den Ort unserer Arbeit zum Ort unseres gemeinsamen Glücks machen!

Wir können Kooperation über Konkurrenz setzen! Ja: Wir müssen uns einfach gar nicht mehr um Konkurrenz kümmern, sondern können uns ganz und gar unseren Kunden widmen! Und unserem kleinen, aber großartigen Beitrag zu ihrem Wohlergehen und Glück auf dieser Erde! Denn Kunden, das haben unsere Altvorderen all zu lang verdrängt, denn Kunden sind auch Menschen! Wer Kunden glücklich macht, macht Menschen glücklich! Halleluja!

Yes, we can! – Schreie ich Euch also bloggend zu! Und mehr noch:

Wir können unsere Bedürfnisse verfolgen, OHNE Sie über die Bedürfnisse von anderen Menschen zu stellen und OHNE uns aufzuopfern und die Bedürfnisse anderer über unsere eigenen zu stellen!

Ja, DAS ist möglich!

Wir können in unserer Arbeit VERBUNDENHEIT erleben anstelle jener Separierung, Entfremdung, Vereinsamung, Sinnlosigkeit und Verzweiflung, die noch unsere Eltern regelmäßig bei ihren so-kurz-wie-möglichen Ausflügen in die Arbeitswelt erlitten haben…!

Und dennoch müssen wir unser Herz nicht an unsere Arbeit und unsere Unternehmen verlieren!

Wir dürfen uns in der Arbeit verwirklichen und außerhalb der Arbeit genau so! Wir dürfen die Zeit genießen, in der wir Unternehmer sind und die, in der wir einfach nur faul auf der Haut liegen und uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen oder mit unseren Kindern herumtollen…!

Nie waren wir dem Ideal von Marx‘ näher – nie waren diesem Ideal so viele Menschen gleichzeitig auf diesem schönen blauen Planeten näher wie heute:

…wo Jeder nicht einen ausschließlichen Kreis der Tätigkeit hat, sondern sich in jedem beliebigen Zweige ausbilden kann, die Gesellschaft die allgemeine Produktion regelt und mir eben dadurch möglich macht, heute dies, morgen jenes zu tun, morgens zu jagen, nachmittags zu fischen, abends Viehzucht zu treiben, nach dem Essen zu kritisieren, wie ich gerade Lust habe, ohne je Jäger, Fischer, Hirt oder Kritiker zu werden.

Und:

Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.

Ja, meine Freunde! Unternehmer! Unternehmerinnen!

In diesem Sinne: Unternehmt etwas, gemeinsam mit anderen, macht andere glücklich und habt Spaß daran!“

Gutmensch für heute: Over and out.

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