Warum sich unsere Arbeitswelt, unser Unternehmen und ich selber nicht ändern müssen – Part I

Okay: Arbeit kann nerven. Chefs und Kollegen können echt fies sein. Unternehmen völlig gaga – und das relevante Konkurrenzunternehmen noch schlimmer (weswegen ein Jobwechsel auch nichts bringen würde…).

Und überhaupt: Das aktuelle Wirtschaftssystem ist einfach Wahnsinn, unmenschlich, unnatürlich, einfach scheiße. – Hoffentlich wird es bald in sich zusammen brechen, auch wenn wir dann wieder eine Zeit lang in die Vormoderne zurück katapultiert werden. Auch wenn wir die ungemütlichen Zeiten, die dann anbrechen, vielleicht gar nicht überstehen, als Spezies nicht und ganz persönlich nicht: Wenn Sie und ich dann vor die Hunde gehen sollten…

Aber ist wirklich alles so dramatisch? – Immerhin kann man auch das Faktum anerkennen, dass Tag für Tag, Jahr für Jahr, Firma für Firma, Menschen tausenderlei Wege finden, damit doch irgendwie klar zu kommen.

Wir sind halt erstaunlich anpassungsfähig und erstaunlich robust, bei aller Verletzlichkeit und Empfindlichkeit, die wir als Menschen auch mitbringen.

Zum Beispiel:

Wir wandern aus: Äußerlich, aber vor allem innerlich.

Wir schaffen uns Nischen, wir finden „unsere Leute“ in unserem Unternehmen. – Oder halt außerhalb unseres Unternehmens.

Wir konzentrieren uns auf Freunde, Familie, private Leidenschaften aller Art.

Wir werden immer besser im geschickten Leben von „hidden agendas“: Wir nicken wohlwollend, wenn der nächste Management-Unternehmensberater-Wahnsinn auf uns einprasselt – Und machen unter der Hand dann das, was für uns selbst und für unser Unternehmen in Wirklichkeit das Richtige ist (ohne dass das groß auffällt, denn dann bekämen wir eine auf den Deckel…).

Wir nutzen das System zu unserem Vorteil.

Wir werden unempfindlicher, härter, smarter. – Wir wachsen am Unperfekten, das uns „die Wirtschaft“ oder auch nur unser aktuelles Unternehmen serviert. – Wir nehmen es sportlich. Wäre sonst ja auch all zu einfach.

Wir sagen: Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Ein Unternehmen ist kein Kindergeburtstag. Das ist nun mal so. Ist schon immer so gewesen und wird auch immer so sein. Also: Sei keine Memme, Augen zu, Aschbacken zusammen kneifen und rein in den Montag, so schlimm wird’s schon nicht werden und außerdem winkt die Beförderung, die Gehaltserhöhung, der neue Job, und mit dieser Aussicht lässt sich doch durchaus EINIGES aushalten…

Kurz: Wir müssen nichts ändern. Es passt schon so. – Aber wir können, wenn wir wollen.

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