Warum eigentlich überhaupt „ein Gehirn“? – Warum überhaupt „Gehirne in Unternehmen“!?

Wenn man mal völlig sinnlos darüber nachdenkt, warum es überhaupt so etwas gibt wie ein Gehirn von der Sorte, über die wir als Menschen allesamt verfügen…

…Und wenn man sich dabei spaßeshalber mal von so einigem löst, was wir uns gegenseitig den lieben langen Tag über unsere angebliche Dummheit erzählen…

…Dann kommt man vielleicht auf Folgendes…

 

Warum überhaupt „ein Gehirn“?

Ein Gehirn von der menschlichen Sorte kann man verstehen als so etwas wie einen „Reflex-Unterbrecher“.

Alles, was da oben in unserem Kopf an „Drähten und Verkabelungen“ zusammen läuft, inklusive der Vernetzung unserer Sinneswahrnehmungen, könnte man ja – rein theoretisch – auch ganz anders verkabeln.

Nämlich OHNE ein solches Gehirn „dazwischen zu schalten“.

Das hätte durchaus einige Vorteile: Unter anderem würden viele unserer Reaktionen deutlich schneller.

Aber sie wären dann eben auch „Reflexe“. Oder anders gesagt: Es wären die Reaktionen einer „trivialen Maschine“: Du drückst auf Punkt X und kriegst mit absoluter Sicherheit Reaktion Y.

Nun ist das uns ja durchaus nicht völlig fremd. Es gibt ja so einige „Knöpfe, die man bei uns drücken kann“, bei denen wird dann ziemlich verlässlich die gleiche, ja man möchte fast sagen: die immergleiche Reaktion zeigen. 😉

Aber eben halt nicht immer und nicht bei jedem Knopf und eben auch nicht unbedingt für alle Zeit.

Daher wohl auch der alte Spruch vonwegen „Der Kopf ist rund, damit…“ usw.

Kurz gesagt: Unser komisches Teil da oben im Kopf unter den Schädelplatten ist permanent damit beschäftigt, unsere Reaktionen zu „enttrivialisieren“. Also damit aus trivialen Maschinen, die wir ansonsten wären, „nicht-triviale Maschinen“ zu machen.

Oder anders gesagt: Unsere Gehirne sind permanent damit beschäftigt, „Menschen aus uns zu machen“. 😉

Warum überhaupt „Gehirne in Unternehmen“?

Wie einige eifrige ilwyc-Leser vielleicht wissen, nutze ich gern mal den menschlichen Körper als nicht-triviale Metaphern-Maschine (= Metaphern-Experimente mit offenem Ausgang). Also als Inspiration dafür, wie man „Unternehmen bauen kann“ und was man dabei alles anders  machen könnte als wir es bislang oft kennen.

Setzen wir mal wieder: „Das Gehirn“ sei „das Management“ oder sogar „das Top-Management“ in einem Unternehmen mit klassischem Pyramiden-Aufbau.

Dann würden wir – zusammen mit dem oben zusammenfabulierten – vielleicht zu der alten Ansicht gelangen, „das Management hat die Aufgabe, die Organisation in ihren Abläufen systematisch zu verstören, um so Innovationen anzurgen.“ – Oder ähnliches.

Nun sitzen aber in einem Unternehmen überall solche komischen Teile. Also ich meine: Solche Körper, die solche Enttrivialisierungs-Module eingebaut haben. Also Menschen meine ich.

Das ist ja EIGENTLICH recht smart für so ein Unternehmen:

Denn nun hat es überall, an jeder möglichen Stelle, so eine Reiz-Reaktions-Unterbrechung eingebaut.

Und kann sich dadurch überall jederzeit spontan verändern.

Ist doch recht praktisch, wenn man einer sich ständig verändernden Umwelt („Markt“, usw.) begegnen will?

Könnte man meinen.

Aber komischerweise sind Unternehmen – statt dieses Potential systematisch zu nutzen – ebenso systematisch damit beschäftigt, diese Reiz-Reaktions-Unterbrecher lahm oder doch möglichst still zu legen.

So als ob all diese Gehirne, als ob all diese Menschen bloß stören würden…

Naja. Das tun sie im Grunde ja auch.

Denn GENAU DAFÜR SIND SIE JA DA!

Es könnte also so scheinen, als ob in vielen unserer Unternehmen einfach noch nicht begriffen wurde, „was ein Gehirn eigentlich ist“…

Und wenn man das nicht begriffen hat: Wie könnte man da von Unternehmen erwarten, dass sie in der Lage sind, von diesen in sie eingebauten Modulen „sachgerechten Gebrauch zu machen“?

Eigentlich ziemlich unwahrscheinlich, so gesehen.

Die logische Konsequenz ist: Dass ich als Unternehmen Menschen, da sie ja so „störungsanfällig“ sind, überall durch triviale Maschinen zu ersetzen versuche. Das heißt: Ich als Unternehmen baue überall die Fähigkeit ab, auf Umwelt-Veränderungen spontan mit einer Reaktionsveränderung meinerseits zu reagieren.

Das kann vereinzelt sinnvoll sein.

Im großen Stil macht das eigentlich nur Sinn, wenn die Umwelt – und das heißt für Unternehmen in erster Linie: wenn Ihre Märkte – sehr stabil sind.

Ich frage mich, wo es heute eigentlich noch solche Märkte gibt?

Und ich habe den Eindruck: Genau DAS fragen sich ganz schön viele Manager da draußen auch gerade… 😉

Ich glaube, dass auch die Manager unserer schönen Unternehmenswelt allmählich zu dem Schluss kommen, dass es keine zentralen Unternehmens-Gehirne braucht, die die sowieso überall dezentral „ins Unternehmen eingebauten“ Gerhirne bei ihrer Arbeit stören.

Denn die Störungen zu verstören…

…macht recht wenig Sinn.

Wie sollte irgendwer so etwas für sinnvoll halten?

Dagegen macht es einigen Sinn, mal völlig sinnbefreit, einfach so „über die Gehirne im Unternehmen“ nachzudenken.

Ich für mein Teil komme dadurch dahin, noch einmal von einer ganz anderen Seite wahrzunehmen, was für ein völliger Schwachsinn ein „zentrales Management“ ist.

Zentrales Management, vielleicht geradezu aufgebläht zu einem „Wasserkopf“, zu einem vom Körper weitgehende entkoppelten, überdimensionierten Gehirn, erscheint dann wie eine einzige sinnbefreite „Verstörungswut“.

Eine Verstörungswut, die diejenigen dezentral über das ganze Unternehmen verteilten Gehirne verstört, deren Funktion es eigentlich sein könnte, an Ort und Stelle diejenigen Veränderungen vorzunehmen, die das Unternehmen gerade braucht, um sich relativ zeitnah an spontan auftretende Veränderungen am Markt anzupassen.

Ich kann gerade kaum erkennen, wozu es überhaupt noch „ein Management“ braucht.

Denn gerade WENN wir sagen: Die zentrale Management-Funktion ist „die systematische Verstörung des Systems“, dann müssten wir eigentlich Management einfach abschaffen, nachdem wir realisiert haben, dass wir schon überall im Unternehmen „Verstörungen des Systems“ haben.

Menschen mit Gehirnen nämlich, die sich zufällig überall im Unternehmen befinden.

Wie praktisch.

Also würde ICH „rationalisieren“ und „bestehenden overhead abschneiden“, dann wüsste ich im Moment, wo ich ansetzen würde…

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