Liebevolle Beziehungsgestaltung – Durch uns / In unseren Unternehmen

Viele Menschen neigen dazu, ihren Kontakt zu ihren inneren Liebe zu verlieren. – Damit verlieren sie zugleich auch jeglichen Begriff von „Liebe“ und vor allem eben ihr Gefühl, ihre Verbindung zu sich selbst und zu anderen.

Eine Folge dieses Kontaktverlusts ist nicht selten, dass „Liebe“ gedacht wird wie ein alles ertränkender Harmoniebrei, in dem alle Unterschiede, Distanz und Trennungen zwischen uns einfach unter gehen.

Dabei ist es gerade umgekehrt: Die Liebe lebt von unserer Getrenntheit, sie ist ohne Trennungen und Distanzen gar nicht möglich. – Liebe unter Aufgabe aller Trennungen ist ebenso wenig möglich, wie rein körperlich Sex in einer symbiotischen Verbindung unmöglich ist, in der ebenfalls alle Getrenntheit augelöst ist und in der sich jeglicher erotischer Reiz verflüchtigt hat.

Aus der Distanz heraus, aus dem „in-sich-selbst-stehen“ heraus eine Beziehung eingehen, die sich selbst und den anderen würdigt, d.h. das Eingehen einer Beziehung, die wirklich offen ist für eigene und fremde Gefühle und Bedürfnisse, das ist die Gestaltung einer liebevollen Beziehung.

Die Kraft liebevoller Beziehungen wird im Business, wird in Unternehmen oft völlig verkannt, unterschätzt, gar nicht wahrgenommen.

Wie auch? – Wenn das Unternehmen selbst aufgrund einer nicht-liebevollen Verbindung zustande gekommen oder betrieben wird, ist es für alle beteiligten Menschen zumindest schwierig, eine liebevolle Verbindung zum Unternehmen und unter einander zu gestalten.

„Liebe“ ist solchen Unternehmen völlig fremd.

Allenfalls findet man leere Worthülsen wie „love what you do“. – Leidenschaft wird eingefordert und zugleich unterdrückt und verunmöglicht. Dieser double bind in Unternehmen macht viele Menschen krank.

Denn wir Menschen WOLLEN lieben. Es ist sozusagen „unser natürlicher Zustand“, ganz gleich wie weit weg wir von ihm gerade sind.

Und tatsächlich ist eine Rückkehr zu diesem natürlichen Zustand im Prinzip immer möglich. Sowohl für uns als Einzelne als auch für ganze Unternehmen.

Das ist ganz einfach deswegen so, weil wir sterben, wenn wir diesen Bezug völlig verlieren. Wir sind dann nicht lebensfähig.

Solange wir leben, gibt es Hoffnung. So lange ein Unternehmen exisitiert, kann man unterstellen, dass es Möglichkeiten gibt, Beziehungen in und mit diesem Unternehmen liebevoll zu gestalten.

Was Liebe vor allem braucht, ist aus meiner Sicht: Klarheit. – Klarheit über das Eigene und das Nicht-Eigene (Probleme, Bedürfnisse, Gefühle, Gedanken).

Dann in zweiter Linie: Offenheit. – Offenheit für das Überraschende, Nicht-Vorhersehbare, Anders-als-Gedachte.

Und erst in dritter Linie so etwas wie: Freundlichkeit. – Also das, was man mit Liebe unmittelbar assoziiert.

Wie bei fast allem, was wirklich Bedeutung hat, kann man „Liebe“ nicht dadurch erreichen und leben, dass man „Liebe anstrebt“. – Das, „was zu tun ist“, ist ganz anderes. Die Liebe stellt sich nebenher, von allein, hinterrücks ein. Als „Nebeneffekt“ dessen, was wir tun und vor allem auch als Nebeneffekt dessen, was wir lassen.

Das ist im Modus des „Managements“, das ist mit klassisch männlicher Ziel- und Ergebnisorientierung nicht zu leisten.

Es gilt daher, täglich, stündlich, minütlich, sekündlich, einen Schritt zurück zu treten, Raum zu lassen, innezuhalten. – Damit sich in uns das vollziehen kann, wofür wir eigentlich gemacht sind. – Und damit in Unternehmen das in die Welt kommt, wofür unsere Unternehmen eigentlich gemacht sind…

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