Männergement – Eine sinnvolle Aufgabe für unser Bewusstsein / unseren Aktivitätsdrang

Was kann man dem immer tätig sein wollenden Geist für eine sinnvolle Beschäftigung geben? Eine Beschäftigung, bei der er uns nicht ständig auf Abwege führt? Eine Beschäftigung, bei der er sich nicht wichtiger macht als er ist? Eine Beschäftigung bei der er nicht mehr Schaden anrichtet als er nützt?

Diese Frage hat für mich eine Analogie in der Frage nach der Funktion des Managements. – Und, tiefer gehend, eine Analogie in der Frage nach dem „Wohin mit uns Männern, wohin mit dem Yang-Überschuss in Unternehmen?“

Im Grunde müsste man überhaupt eher von „Männergement“ sprechen.

Denn WIR wollen Hierarchien, klare Ordnungen, Regeln, wir wollen Reden schwingen, wir wollen uns wichtig machen, uns überall einmischen, ständig neue Ideen entwickeln, ständig neue Gebiete erobern. Kurz: Wir brauchen Spielwiesen, die es uns ermöglichen, uns unseres gesellschaftlichen Status‘ zu vergewissern.

Derzeit gehören unsere Unternehmen noch zu diesen Spielwiesen der Männlichkeit. – Wir sind diejenigen, die einem beziehungsorientierten Wirtschaften mit unserem biologisch verankerten Programm im Wege stehen.

Um mich nicht missverständlich auszudrücken: Ich halte AUCH uns Männer für großartige Wesen. Und es steht für mich außer Frage, dass „ohne die Segnungen des Testosterons“ unsere heutige Welt niemals entstanden wäre und sich ohne sie auch keinen Tag auf ihrem derzeitigen Niveau halten könnte. – Die Zivilisation braucht uns. Unsere Unternehmen brauchen uns. Unsere Frauen brauchen uns. Unsere Kinder brauchen uns. Die Welt braucht uns. – Deswegen gibt es uns ja… 😉

Aber in Unternehmen wirken sich unsere spezifischen Präferenzen leider auch oft rein destruktiv aus.

Ich weiß nicht, ob Theo Fischers „aufmerksam Beobachten ohne einzugreifen“ diesem Drang eine Form gibt, in dem er sich erschöpfen kann.

Aber einen Versuch ist es wert.

Für Unternehmen hieße das in etwa: Männer, die nicht im rein Körperlichen und rein Technischen aufgehen, lassen wir weiterhin den Weg frei in die Kreativsparte und ins Controlling.

Aber wir geben letzten beiden Instanzen in unseren Unternehmen eben bewusst KEINE Macht.

Sie dürfen fantastische neue Ideen haben und entsprechende Vorschläge machen (Kreativsparte) und sie dürfen Alarm schlagen, wenn sie auffällige Zahlen entdecken (Controlling). – Aber sie dürfen NICHT für „den Gesamtorganismus“ Entscheidungen treffen.

Eine Idee ist eben nicht deswegen schon gut, weil Mann sie hatte.

Und aus einer auffälligen Zahl kann MANN eben nicht eine richtige Maßnahme für das Unternehmen rein deduktiv ableiten und dann dem Unternehmen top-down verordnen. Damit IRGENDEINE unternehmerische Entscheidung „richtig“ wird, muss sie immer von denjenigen Mitunternehmern getroffen und gestaltet werden, die von ihr unmittelbar operativ betroffen sind.

Das ist die derzeit vielversprechendste Idee, die ich habe, um eine „sinnvolle Zähmung des Männergements“ zu ermöglichen.

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