Die Kunst der Weglassung

Über Schlagzeuger sagt man, man erkenne „die guten an den Schlägen, die sie NICHT spielen“.

Und Reden und Bücher werden nach meinem Eindruck oft besser durch das Seiten-Thema, das NICHT in sie zusätzlich eingewoben wird oder durch die Kapriolen, die sie nicht schlagen („bleib beim Thema“).

Auch das alte „Mensch, werde wesentlich!“ kann man auffassen als Aufforderung zur Unterlassung: Zur Unterlassung zeitraubender, unwesentlicher Aktivitäten. Sich NICHT mehr in „Beschäftigungen“ zu verstricken. Sich zu fragen, was man gerade wirklich will und braucht. NICHT mehr Zeit tot zu schlagen.

„Zeit tot schlagen“ – Was für ein treffender Ausdruck!

Der ehemalige Unternehmensberater Theo Fischer hat ein ganzes Buch über das NICHT Handeln geschrieben, indem er uns empfiehlt Steuerung durch Bewusstseins-Akte nach Möglichkeit weg zu lassen. Ohne großes Bimbamborium. Ohne Anstrengung. Mit etwas Vorbereitung. Mit Aufmerksamkeit, für das, was geschieht. Vor allem mit Aufmerksamkeit für das, was in unserem Bewusstsein geschieht.

Vielleicht ist das auch eine Antwort auf ein „Problem“, das mich schon länger immer wieder mal beschäftigt: Was kann man dem immer tätig sein wollenden Geist für eine sinnvolle Beschäftigung geben?

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