Damals in der Steinzeit…

…ähnlich wie Vera F. Birkenbihl habe ich mich lang dagegen gewehrt und dagegen verwahrt: Gegen die blöden sozio-biologischen Begründungen, das unsere bio-soziale Grundausstattung aus einer Zeit stammt, in der wir noch etwas anders organisiert waren und anders lebten.

Aber der Bezug auf Annodazumals mit dem Mammut und dem Säbelzahntiger, mit einer gewissen Lockerheit genommen, anstatt mit strengem Dogmatismus und „daher müssen wir“ vertreten, gibt halt durchaus einiges her.

Der Grund für meine Abneigung gegen Steinzeit-Bezüge ist eine Instanz in mir, auf die ich durchaus stolz bin. Man könnte sie „meine innere Emanze“ nennen. Das Heimchen am Herd-Ding war nie mein Fall, meiner allzeit berufstätigen Mutter sei Dank. – Eher hatte ich und habe ich so meine Problemchen mit dem Natürlich-Maskulinen, so es das überhaupt gibt (viel zu sehen kriegt man davon auf unseren Straßen und in unseren Büros ja nicht…).

Gegen diese meine innere Emanze musste ich folgenden Artikel erst mal durchkriegen, aber am Ende hat sie ihn mir dann doch „genehmigt“, unter der Bedingung dieser „Vorrede“ hier, die damit erfolgreich abgeleistet ist…

„Ring ring…“

„…Schädelspalter am Apparat… Ach, Du bist’s Schatz, was gibt‘ denn…? … Die Beerensammlerin hat abgesagt und Du möchtest wissen, ob mir Honig zum Abendessen auch recht ist…? … Öööööööh, ja ähm, is okay. Du, ich muss jetzt hier mal weiter machen. Du weißt schon, die Jungs… ja, dann bis heut Abend, hab Dich auch lieb…“

…eine Viertelstunde später…

„Ring ring…“

„…Ach, Du wieder… Ja, das ist jetzt grad GANZ schlecht… was ist denn los…? … Klein-Schädelspalter ist vom Baum gefallen und sich den Fuß verstaucht? … Das mit dem Honigmeister wird nichts und ob ich damit ein Problem habe? Und morgen ist die „Mutter aller Kinder“ auch nicht da und ob ich zu Hause bleiben kann und auf ihn aufpassen kann, wenn Klein-Schädelspalter den ganzen Tag auf dem Wolfsfell liegen muss? … Äh, ja. Du … wart mal… [Es sind undefinierbare Geräusche im Hintergrund zu hören] … So. Alsooooo, ähm, ja ich denke, ich weiß nicht … [leicht verärgerter Tonfall] … Entscheid einfach Du … [nun schon wieder erleichtert, Zuversicht verbreitend] Du wirst schon wissen, was zu tun ist… also bis nachher!“

… 10 Minuten später…

„Ring ring…“

„…Ja? – … Du willst heut Abend noch weg mit Seidenlocke, Ihr wollt zusammen Farblehm holen für die Zeremonie nächsten Vollmond und danach mit ein paar anderen Frauen noch Sirupsaft trinken und etwas Palavern…? …ob ich da was dagegen habe… ähh… Also weißt Du, die Sache ist die… …wir sind grad 3 Fußmärsche von unserem Lagerplatz weg… …und Steinerne Axt wurde vom Mammut in der Seite erwischt, als ihn mitten im Kampf seine Frau angerufen hat und er ans Handy gegangen ist… …Ne, ne, nicht so schlimm, musst Seidenlocke nicht beunruhigen, das wird schon wieder… … ob ich Dir ein schlechtes Gefühl machen will…?…Ööööh, nein, eigentlich nicht… …ich wollte eigentlich nur sagen, dass Du die nächsten drei Tage alleine klar kommen musst, weil wir Steinerne Axt jetzt halt heimschleppen müssen…“

Was will uns so eine kleine Steinzeit-Fiction sagen…?

Vielleicht das Folgende:

Wir Männer sind wirklich nicht Multi-Tasking. Dafür sind wir einfach nicht gemacht. Wir können andere Dinge ganz gut. – Zuletzt sind in der Wissenschaft Zweifel darüber aufgekommen, ob es überhaupt so etwas gibt, wie „Multi-Tasking-Fähigkeit“. – Nach einer Privat-Theorie von mir handelt es sich um die Fähigkeit vieler Frauen und einiger weniger Männer, NACH UNTERBRECHUNGEN  wieder nahtlos den Faden aufnehmen zu können, den sie VOR der Unterbrechung verfolgt hatten. Das ist momentan noch nicht wissenschaftlich belegt, nur so eine „Beobachtung“ von mir…

Viele von uns Männern sind auf eine sehr spezifisch männliche Art davon überfordert, den Anforderungen von Beruf und Familie gleichzeitig gerecht zu werden. NACHEINANDER  geht „einigermaßen“, durch GLEICHZEITIGKEIT mindert man aber unsere Leistungsfähigkeit, die für uns „zur Aufrechterhaltung unserer männlichen Identität“ so verflucht wichtig ist. – Keine Ahnung, was das für das Geschlechterverhältnis heißt, und für die Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau in unserer heutigen Zeit, wenn sie einen gemeinsamen Haushalt und/oder gemeinsame Kinder haben…

Es erklärt aber recht gut, warum – rein statistisch – die meisten festen Partnerschaften im ersten Jahr nach der Geburt des ersten Kindes auseinandergehen. Und warum sich manche Männer derart „in die Arbeit flüchten“ und warum „Emanzipation“ eine recht komplexe Sache ist, die in deutlich smarteren Lösungen bestehen muss als einfach nur darin, dass Männer nun auch das tun, was Frauen schon länger tun, und Frauen nun auch das tun, was Männer schon länger tun. – Zu unterschiedlich ist die „Hardware“ eines männlichen und eines „weiblichen Gehirns“. – Das völlig ohne Wertung: es gibt hier keine Prinzipielle Überlegenheit der einen oder der anderen Form und bis auf ein paar sehr wenige Dinge können beide Geschlechter alles lernen, was auch das andere Geschlecht „traditionell“ macht und kann. Nur tun sich die verschiedenen Geschlechter bei verschiedenen Aufgaben, oder genauer: Vorgehensweisen eben deutlich unterschiedlich schwer bzw. leicht. – Und ich bin der Meinung, wir wären ziemlich doof, wenn wir das nicht berücksichtigen und auch nutzen würden. – Ich finde es allerdings auch ziemlich doof, wenn wir daraus irgendwelche „Regeln“ und „Gesetze“ stricken würden. – Dafür ist „der Geschlechterunterschied“ viel zu komplex (zu viele Einflussfaktoren und Mischformen) als dass wir damit zu einem menschenwürdigen Miteinander, auch: zu einem menschenwürdigen Miteinander-Arbeiten kommen könnten.

Aber wissen sollte man schon von den Besonderheiten und Eigenheiten BEIDER Geschlechter, also partikulär männlich und partikulär weiblich geprägter Gehirne. – Wertungsfrei, wertschätzend für beide Grund-Formen und alle Ausprägungen, die aus ihrer Mischung hervorgehen. – Nur so kann gute Zusammenarbeit ja überhaupt entstehen. Und besser noch: sich weiterentwickeln und dadurch Bestehen-Bleiben!

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