Unternehmen, in denen die Manager deutlich weniger verdienen als die unmittelbar mit den Kunden und den Produkten befassten Mitunternehmer

Diese „Umstellung“ in Sachen Gewinnverteilung ist dann naheliegend, wenn man sich als Unternehmen vom altertümlichen Konzept der Karriere gelöst hat.

Denn dann haben wir in unserem Unternehmen eine recht klare und transparente Struktur, was die Verteilung von Aufgaben auf Menschen (und umgekehrt) angeht:

Wir haben Dinge, die im Sinne unseres gemeinsamen Unternehmens getan werden müssen / getan werden können, auf der einen Seite. Und Mitunternehmer, die für diese Dinge zeitweise Verantwortung übernehmen auf der anderen Seite.

Dabei gibt es naheliegende offensichtliche Dinge, die unser Unternehmen zur Erfüllung seines lebensbejahenden Zwecks dringend benötigt. Dieser „lebensbejahende Zweck“ unseres Unternehmens besteht im Fokus auf bestimmte Kundenbedürfnisse, die sich durch das ganze Unternehmen und alle seine Aktivitäten ziehen. Unser Unternehmen besteht überhaupt nur aus dem Grund, diese Bedürfnisse immer neu und immer besser zu befriedigen.

Die Menschen, die sich damit befassen, sind Mitunternehmer, die unmittelbar mit den Kunden und mit der Herstellung der Produkte/Bereitstellung der Diensleistungen des Unternehmens befassen.

„Dahinter“ gibt es Menschen im „Back-Office“, die Mitunternehmer mit Produkt-/Kundenkontakt entlasten, die ihnen in den Rücken freihalten, indem sie sich mit sonstigen unternehmerisch notwendigen Dingen befassen.

Diese Mitunternehmer im Back-Office haben die anderen Mitunternehmer als Kunden, da sie sich um DEREN Bedürfnisse kümmern.

Bei der Schaffung von „Stellen“ im Back-Office kann man in zweierlei Hinsicht sehr klar sein:

A) Ist dafür wirklich eine eigene Stelle notwendig? – Ist es trotz der Entlastung nicht in irgendeiner Hinsicht besser, dafür keine Stelle zu schaffen und diese Aufgaben bei den Mitunternehmern mit unmittelbarem Kunden-/Produktkontakt zu lassen? So, dass sich diese „um sich selber kümmern“ und nicht in eine „kindliche Haltung „verfallen, bei der sie in der Folge dauerhaft“elterlich versorgt“ werden müssen. Dieser Aspekt wägt die Entlastung m.E. in vielen Fällen mehr als auf. Die Mitunternehmer bleiben mit finanziellen und organisatorischen Fragen und damit mit dem Unternehmen als Gesamtem in Kontakt, anstatt sich in ihren Aufgaben zu verlieren und zu verzetteln.

B) Wenn sich ein Unternehmen nach einer solchen Selbst-Prüfung entscheidet, doch einige Stellen im „Back-Office“ zu schaffen, kann es sich überlegen, wie es sicherstellen möchte, dass die Mitunternehmer des Back-Office wirklich zu 100% die Bedürfnisse der anderen Mitunternehmer im Blick haben und diese dauerhaft als Kunden verstehen können. – Hier ist die Berichtsüblichkeit an diese Mitunternehmer eine von mehreren Möglichkeiten, um das sicher zu stellen.

Insofern es sich dabei um „Management-Aufgaben“ handelt, bedeutet das nichts weniger als eine Umkehrung der heutigen „Reporting-Gepflogenheiten“. Die organisatorisch tätigen Mitunernehmer berichten an die unmittelbar produktiven Mitunternehmer.

Dem entspricht, dass die Mitunternehmer im Back-Office eher weniger vom gemeinsamen Gewinn bekommen sollten, wenn nicht das Gleiche.

Dass die Bedienung nicht-lebensnotwendiger Tätigkeiten im Unternehmen besser bezahlt wird als die Verrichtung von zentralen, unabdingbaren Aufgaben, wäre ja auch absurd. – Ist aber bisher in unseren Unternehmen gang und gäbe gewesen.

Der Abschied vom Konzept der Karriere, den Jobtiteln und dem ganzen Tralala drumherum macht erkennbar, dass Unternehmen hier etwas etabliert haben, das weitgehend kontraintuitiv ist. Und auf keinen Fall eine „naturgegebene Notwendigkeit, die für alle Zeiten so bleiben wird und muss“. Eher: Eine schlechte Gewohnheit, die schwer zu ändern ist, die sich aber zu ändern lohnt, weil es einem hinterher besser geht als Unternehmen.

Neben dem Equal-Pay-Stundenlohn scheint mir das die zweitbeste Option, mit dem Thema „Gewinnaufteilung unter den Mitunternehmern“ umzugehen, so dass diese Gewinnaufteilung dauerhaft gewinnbringend ist für alle am Unternehmen Beteiligten …

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