Economic Zombiefication – A tale of modern man in a not so modern business world

Über „Unternehmenszombies“ hab ich mich ja schon an vielerlei Orten ausführlich ausgelassen.

Solche Unternehmen machen aus weitgehend gesunden Menschen binnen kürzester Zeit „Business-Zombies“, denen dann erkennbar jegliche Lebendigkeit, Kreativität, Authentizität und auch schlicht die Freude am Leben und Arbeiten vollständig abgeht.

Unternehmenszombies „beißen“ nicht nur ihre „Mitarbeiter“, sondern stecken auch an: Ihre Kunden, ihre Investoren, ihre Eigentümer, ihre Dienstleister und Lieferanten und ihr ganzes sonstiges menschliches Umfeld. Epidemisch eben.

Anstatt das zu sein, was sie sein könnten: Orte sich-steigernder menschlicher Verbundenheit, Kreativität, Findigkeit, Lebendigkeit und Weiterentwicklung, sind sie Orte echter Humankapitalvernichtung. Menschen gehen aus dem Kontakt mit diesen Unternehmenszombies depravierter hervor als sie in den Kontakt mit diesen Unternehmen hineingegangen sind.

Sie sind keine Orte menschlicher Bildung, Orten der Heilung alter Wunden, Ängsten, Neurosen und Einseitigkeiten, sondern sie leben von genau diesen Fehlentwicklungen, die wir in sie einbringen, sie nutzen sie als Haupttriebkräfte, vertiefen sie und bauen sie aus.

In der „Zombie-Wirtschaft“ (wie man sie z.B. im Dokumentarfilm work hard play hard vorgeführt bekommt, oder im gierigen Pseudo-Unternehmertums der Samwer-Brüder begutachten kann) sind die Zombies überraschenderweise nicht wirklich glücklich damit, unter sich zu bleiben. Nein! – Sie brauchen, ganz wie die echten Filmzombies: Frisches, lebendiges Fleisch, frische lebendige Gehirne! – Oder haben Sie sich etwa noch nie gefragt, warum etwa die Zombies aus „Resident Evil“ sich nicht gegenseitig auffressen, sondern stattdessen brav und geduldig warten, bis ein kleiner Haufen lebender Menschen zu ihnen vordringt, um sich dann auf sie zu stürzen?

Offensichtlich ist der Unternehmenszombie parasitär: Er ist darauf angewiesen, dass ihm immer neues, erst mal Lebendiges zugeführt wird. Er kann sich nicht dauerhaft von Seinesgleichen ernähren.

Daher sind auch manche unserer Unternehmen „Human Resources life cycle“-mäßig gesehen so gefräßig. „Hire and fire“ eben. Genauer: „Hire living flesh, fire dead flesh.“

Man könnte meinen, ein Grund, warum Zombiefilme sich heutzutage einer so großen Popularität erfreuen, bestünde darin, dass Zombies eine so verdammt gute Metapher für die Lebenswelt abgeben, in der viele von uns einen großen Teil ihrer wertvollen Lebenszeit verbraten. Und dafür, was das aus uns macht.

So now what’s the cure, man?

Nimmt man bei dieser Frage die Film-Metapher zu Hilfe, müsste man ja sagen: There is no cure. There’s just limitation of the epidemy. Und dazu muss man dann Ansteckung vermeiden und das Gehirn jedes einzelnen infizierten Unternehmens zerstören. „Nur so lassen sich die Zombies töten“. – Ich bezweifle allerdings stark, dass dieses Vorgehen im Fall unserer Unternehmenszombies möglich ist und/oder bezogen auf die Unternehmenszombie-Epidemie die gewünschten Heilungseffekte bringt.

Ansteckung vermeiden mag ein Anstatz sein. Aber bei den bereits „Zombiefizierten Unternehmen“ und wenn man bei sich selbst zombiehafte Züge feststellt sollte man vielleicht eher davon ausgehen, dass es sich um einen reversiblen Zustand handelt.

Zugegeben: Nicht ganz leicht, nicht von heute auf morgen. Aber es soll schon Unternehmen gegeben haben, deren „Herz wieder zu schlagen angefangen hat.“ Und ein Berater wie Gregg Kendrick spricht z.B. von „heart implantation“.

Der erste Schritt aber könnte sein – wie so oft -, überhaupt einmal das ganze Zombiehafte großer Teile unserer Ökonomie wahrzunehmen. Jenes Ruckende, Zuckende, Stacksige, Unrunde, tunnelblickhaft Gierige, dieses Gefräßige, dieses „where’s the meat?“-artige. Und sich aus tiefstem Herzen davor zu gruseln.

Und sich dann zu fragen, ob es das ist. Ob es das sein kann. Ob das wirklich überall so ist bzw. wo sich das Nicht-Infizierte erhalten hat.

Und dann sieht man doch, zumindest ich glaube es zu sehen, wie schlau das Leben ist. Wie sehr es sich – entgegen jenem drastischen Bild von der alles-infizierenden Epidemie – an allen Ecken und Enden erhält und Wege und Mittel findet, am Leben zu bleiben, mittendrin und in Enklaven und in Nischen und heimlich und offen und bei Einzelnen und bei ganzen Unternehmen. Vermeintlich entgegen allen Wahrscheinlichkeiten.

Und das ist dann der Moment in unserem Film, in dem wir zu ahnen beginnen, dass dieser unser Zombiefilm vielleicht doch ein happy end haben könnte…

Was man sich dann noch zum Abschluss dieses Artikels fragen könnte:

Wie lebendig fühle ich mich eigentlich gerade? Bin ich schon gebissen worden, bin ich schon infiziert? Bin ich schon auf dem Weg der Heilung? Oder lebe ich in den letzten Reservaten, die von der Epidemie nicht betroffen sind? 😉

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