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Personal-Überschuss, mit Vorsatz geschaffen

Was wir oft zu hören bekommen: „Personal muss gekürzt werden“. Denn: Personalkosten sind Fixkosten und belasten das Unternehmen in seiner Rentabilität.

Ein Instrument zur Steigerung der Unternehmensproduktivität, auf das aus genau diesem Grund nur wenige Unternehmen kommen, ist der gezielt eingesetzte Personalüberschuss.

Denn: Wenn nicht zu dicht „gestafft“ wird, entsteht im Unternehmen Raum für etwas, was in Unternehmen sonst wirklich selten ist, nämlich: Muße.

Muße ist aber das entscheidende „Düngemittel“ für Kreativität.

Ich habe das selbst mal erleben dürfen: In einem Projekt mit ca. 20 Team-Mitgliedern, in dem ich arbeitete, kam es aus kontingenten Gründen nicht gleich zur Vollauslastung. 3-4 Monate lang, waren wir vom „Workload“ systematisch „unterfordert“. Was passierte, war: Die Ideen sprossen! Und zwar produktiv. Jeder brachte sich ein, jeder war bereit Sonderaufgaben zu übernehmen, auch unangenehme, und persönlich Extrameilen zu gehen. Warum? Weil Raum dafür da war! Nur noch selten habe ich später einen so guten Team-Spirit erlebt und so produktive Menschen.

Dieses Instrument ist natürlich nichts für Unternehmen, die immer noch glauben, in der Wirtschaft ginge es um Erfolg durch „Mehr vom Selben“ oder durch „Noch mehr Gas geben“ oder durch „Tougher, schneller, härter, etc. sein als der Wettbewerb“.

Es ist ein Instrument für Unternehmen, die wissen, dass es bei Wettbewerb darum geht, smarter und erfinderischer zu sein als die relevante Konkurrenz.

Um das mal in ein Bild zu fassen:
Erstere Unternehmen glauben, dass die Wirtschaft ein Wettrennen unter Galeeren-Schiffen ist. Erfolg ist dann zu erreichen durch: Der Galeeren-Trommler muss schneller trommeln und die Ruderer müssen härter Rudern. Und vor allem muss man ganz viel Zeit und Aufwand in die Auswahl investieren, damit man die toughesten der toughen Ruderer bekommt. Und damit man die bekommt, muss man ihnen ganz viel Schmerzensgeld zahlen und weitere Anreize setzen, damit sie „an Bord kommen“, z.B. Massagen am Arbeitsplatz für die schmerzenden Muskeln und Gelenke…

Zweitere Unternehmen glauben, dass es in der Wirtschaft darum geht, dass man nicht bei der Ruder-Galeere stehen bleibt, sondern dass man das Segelschiff erfindet, danach das Dampfschiff, danach das Atom-U-Boot und danach all das, was noch alles möglich ist und was der menschliche Erfindergeist schaffen kann, wenn man ihm die Möglichkeit dazu gibt.

Und eins ist sicher: Die Fortschritte in der Schifffahrt wurden nicht von Galeeren-Ruderern erdacht. Die hatten nämlich keine Zeit dazu. Sie mussten ja rudern… 😉

[Dieser Artikel ist die unüberarbeitet übernommene Kopie eines Beitrags, der erstmals am 10.11.2012 im Rahmen der „Initiative qualitative Marktwirtschaft“ auf Xing erschienen ist.]

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