Wenn man der Ansicht ist, es sei Besseres möglich in einem Unternehmen

…dann kann man dazu viele verschiedene Haltungen einnehmen. Vier davon fallen mir aus dem Stand ein:

1.) Man kann das vermeintlich Bessere auf den Tisch bringen und sich dann an den Bedenken, Widerständen und an den in den Vorschlag nicht integrierten Bedürfnissen abarbeiten, die diejenigen mit 100%iger Sicherheit aufwerfen werden, denen man diesen Vorschlag unterbreitet.

2.) Man kann „einfach mal machen“: Irgendwo starten, wo es hauptsächlich im eigenen Einflussbereich liegt. In der Hoffnung, dass andere dadurch Erfahrungen mit jenem Anderen machen, die sie dann rückwirkend als positiv bewerten. Nach dem Motto: „Ach so, das ist ja eigentlich gar nicht so übel.“ – Denn ohne diese ganz praktischen guten Erfahrungen können sich sicher viele gar nicht vorstellen, was alles möglich ist. Sie gehen ganz einfach von dem aus, was sie kennen und womit sie von daher rechnen müssen.

3.) Man kann mit einer überwältigenden Kraft die Fantasie wecken, eine fantastische Zukunft malen und zugleich davon sprechen, dass das in der Praxis schwer werden wird, sich erst einmal nicht gut anfühlen wird, und dass man dennoch persönlich fest davon überzeugt ist, dass sich das lohnen wird. Man kann das „in den Raum werfen“ und dann sehr genau darauf achten, wer da im Moment mitgehen kann. Man kann um diese unmittelbar Verbündeten werben, sie einbinden und ihnen erlauben, dem Besseren eigene neue und andere Drehs zu geben. – Dieses Vorgehen ist möglich, wenn man sich kraftvoll und voller Energie fühlt und man dennoch dazu in der Lage ist, behutsam und achtsam zu sein. Man macht sich angreifbar und steht persönlich für „das Projekt“ ein, verknüpft sein Schicksal damit, ohne ehrenvolle Rückzugsoptionen. Doch genau das macht diese Haltung so überzeugend für andere, weniger Überzeugte.

4.) Man kann überhaupt nichts von dem auf den Tisch bringen, was einem da vorschwebt, sondern es „einfach“ nur klar in seinem eigenen Herzen und Gedanken bewahren. Und abwarten und konzentriert im Blick behalten, wo sich Lücken, Spalte, Nischen, Tore auftun, durch die sich das, was man für Besser hält, ganz elegant und ohne irgendetwas zu erzwingen einführen lässt. – Dieses kann man nennen „Auf der Lauer liegen“.

Keine dieser Vorgehensweisen ist notwendigerweise manipulativ oder so beschaffen, dass man sich in ihnen „über die anderen im Unternehmen erhebt.“ Sie achten vielmehr die verschiedenen derzeitigen Erfahrungshorizonte und Bedürfnisse genauso wie eigene Bedürfnisse und Grenzen.

Es sind sicher noch viele andere produktive Haltungen möglich, zusätzlich zu den 4 hier genannten Haltungen. – Mit etwas Nachdenken fällt einem da sicher noch viel mehr ein, was für alle Beteiligten gut funktioniert und in verschiedenen persönlichen Situationen und Unternehmens-Situationen mal mehr, mal weniger vielversprechend ist.

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